Perfekt, um den Sternschnuppenregen zu beobachten

Gülpe – der dunkelste Ort Deutschlands

Perseiden-Schauer im August 2013
Ein Ausblick wie dieser wird Sternguckern am kommenden Wochenende geboten
Foto: Array

Nirgendwo ist die Nacht schwärzer, leuchten die Sterne heller als in Gülpe. Das Dörfchen in Brandenburg gilt als der dunkelste Ort Deutschlands. Die Milchstraße kann man dort mit bloßem Auge erkennen. Ein Ort, der wie gemacht scheint, um den Sternschnuppenregen, der uns am kommenden August-Wochenende erwartet, zu beobachten.

Die Show beginnt bei Sonnenuntergang. Der Tag verabschiedet sich mit einem dunkelroten Seufzer, dann heißt es: Manege frei. Sternschnuppen rasen mitten durch den großen Wagen, Kassiopeia betritt den Himmel, ein funkelndes Band Diamanten legt sich quer über die weiten Wiesen rund um Gülpe. Hier kann man den Himmel beobachten wie an keinem anderen Ort Deutschlands. Besonders der bevorstehende Sternschnuppenregen im Zeitraum vom 11. bis 13. August wird wohl wieder zahlreiche Sternengucker nach Gülpe locken.

Das 150-Seelen-Dorf gilt als der dunkelste Ort Deutschlands. Nirgendwo ist die Nacht schwärzer als hier, kann man deshalb so viele Sterne sehen wie über der Prärie Brandenburgs. Die Milchstraße ist hier mit bloßem Auge zu sehen. Und ab Freitagabend auch eine Vielzahl von Sternschnuppen.

Auch interessant: Die 9 besten Orte auf der Welt, um Sterne zu sehen

Der Sternenhimmel über der Gülper Havel
Foto: Getty Images

Was man über die Perseiden wissen muss

Vom 11. bis 13. August soll es nach Angaben von Fachleuten bis zu 100 Meteoren pro Stunde regnen, wie die „Vereinigung der Sternfreunde“ berichtet. In der Nacht vom 12. auf den 13. August werde der Höhepunkt des Monats der Perseiden erreicht. Am besten sollten Sterngucker zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr in Richtung Nordosten in den Nachthimmel schauen. Dank des Neumonds störe in diesem Zeitraum nicht einmal das Mondlicht die Sicht auf die Sternschnuppen.

Die Perseiden sollen bis zu 60 Kilometer pro Sekunde schnell werden. Sie könnten sogar Feuerkugeln während ihres Fluges zum Vorschein bringen. Der Ursprung für ihren Namen liegt übrigens im Sternbild Perseus, aus dem sie entspringen.

Gülpe ist bei Astronomen beliebt

Auch Astronomen aus allen Teilen des Landes pilgern in das Westhavelland, um mit ihren schweren Teleskopen ferne Galaxien, Kugelsternhaufen und sterbende Sonnen einzufangen.

Die Bedingungen dafür sind perfekt: Zwar liegt Gülpe gerade einmal ca. 90 Kilometer von Berlin entfernt, doch die Gegend ist kaum besiedelt und die wenigen Kommunen in der Umgebung sind so knapp bei Kasse, dass einige von ihnen nachts die Straßenbeleuchtung abschalten müssen, um Strom zu sparen.

„Dunkler geht’s kaum“, kommentiert Andreas Hänel, Chef des Planetariums Osnabrück. Der Astronom reist quer durch die Republik, um die besten Orte zum Sternegucken zu finden. Mit seinem „Sky Quality Meter“ misst er die Flächenhelligkeit. Null steht für taghell, 21,8 bedeutet absolute Dunkelheit. In Gülpe hat sein Apparat 21,78 angezeigt.

Gülpe

Himmelsexplosion: Die Milchstraße kann man in Gülpe mit bloßem Auge sehen
Foto: Getty Images

Auch interessant: 5 Top-Dunkelrestaurants in Deutschland

2014 wurde die Region als Deutschlands erster Sternenpark ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um ein Siegel, das die „International Dark Sky Association“ für besonders dunkle Orte vergibt.

Wer das allnächtliche Naturspektakel erleben will, packt am besten einen Campingstuhl ein und setzt sich bei Sonnenuntergang auf Gülpes Sportplatz. Dann heißt es nur noch warten und staunen.