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Dunkelster Ort Deutschlands

Gülpe – der perfekte Ort, um jetzt den Sternschnuppenregen zu sehen

Die Region um Gülpe, nur 70 Kilometer westlich von Berlin, gilt unter Astronomen schon lange als einer der dunkelsten Orte Deutschlands
Gülpe, nur 90 Kilometer westlich von Berlin, gilt unter Astronomen schon lange als der dunkelste Ort DeutschlandsFoto: dpa picture alliance

Nirgendwo ist die Nacht schwärzer, leuchten die Sterne heller als in Gülpe. Das Dörfchen in Brandenburg schmückt sich mit einem ganz besonderen Superlativ: Es gilt als der dunkelste Ort Deutschlands. Die Milchstraße kann man dort mit bloßem Auge erkennen – perfekte Voraussetzungen also für den Perseiden-Sternschnuppenregen.

In Gülpe im brandenburgischen Havelland kann man den Himmel beobachten wie an keinem anderen Ort Deutschlands. Besonders wenn Mondfinsternissen anstehen oder aktuelle Himmelsereignisse wie der Perseiden-Schauer, zieht es zahlreiche Himmelsgucker nach Gülpe.

Der einfache Grund: Das 160-Seelen-Dorf gilt als der dunkelste Ort Deutschlands. Nirgendwo ist die Nacht schwärzer als hier: Sind aufgrund der Lichtverschmutzung in weiten Teilen des Landes nur noch die ganz hellen Sterne zu sehen, ist in Gülpe hingegen der ganze Himmel übersät von Lichtpunkten. Die Milchstraße ist hier mit bloßem Auge zu sehen.

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Perseiden: Höhepunkt ist die Sternschnuppen-Nacht am 12. August

Der August ist bekannt für seine Perseiden-Sternschnuppen. Die funkelnden Perseiden sind ein Meteorstrom, der jährlich in der ersten Augusthälfte zu beobachten ist. Sein Maximum erreicht der Perseiden-Strom, der seinen Namen vom Sternbild Perseus hat, am 12. August. Die sogenannten Feuerkugeln erreichen oft sogar die Helligkeit der Venus.

In Gülpe hat man die besten Voraussetzungen zur Beobachtung des funkelnden Himmels-Spektakels. Nachtschwärmer kommen wahrlich ins Schwärmen: Bis zu 100 Leuchtspuren pro Stunde erhellen das Himmels-Firmament in der Nacht vom 12. auf den 13. August.

Gülpe ist bei Astronomen beliebt

Auch Astronomen aus allen Teilen des Landes pilgern in das Westhavelland, um mit ihren schweren Teleskopen ferne Galaxien, Kugelsternhaufen und sterbende Sonnen einzufangen.

Die Bedingungen dafür sind perfekt: Zwar liegt Gülpe gerade einmal ca. 90 Kilometer von Berlin entfernt, doch die Gegend ist kaum besiedelt und die wenigen Kommunen in der Umgebung sind so knapp bei Kasse, dass einige von ihnen nachts die Straßenbeleuchtung abschalten müssen, um Strom zu sparen.

Einfach atemberaubend: Manchmal, so wie hier über dem Gülpener See, sieht man in Gülpe sogar schwache Polarlichter
Einfach atemberaubend: Manchmal, so wie hier über dem Gülpener See, sieht man in Gülpe sogar schwache PolarlichterFoto: dpa picture alliance

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„Dunkler geht’s kaum“, kommentiert Andreas Hänel, Chef des Planetariums Osnabrück. Der Astronom reist quer durch die Republik, um die besten Orte zum Sternegucken zu finden. Mit seinem „Sky Quality Meter“ misst er die Flächenhelligkeit. Null steht für taghell, 21,8 bedeutet absolute Dunkelheit. In Gülpe hat sein Apparat 21,78 angezeigt.

2014 wurde die Region als Deutschlands erster Sternenpark ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um ein Siegel, das die „International Dark Sky Association“ für besonders dunkle Orte vergibt. In der Nacht vom 12. auf den 13. August können Astrofans im Sternenpark Westhavelland Fachvorträgen lauschen und anschließend den Perseiden-Strom beobachten.

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Gülpe ist nicht nur für Astrofans eine Reise wert

Geboren im brandenburgischen Rathenow – Stadt der Optik und Kreisstadt des Landkreises Havelland –, kenne ich natürlich Gülpe, das nur knapp 20 Kilometer von meinem Heimatort entfernt liegt. Mein Großvater war hier als Landarzt tätig und wir sind ab und zu mit der Familie zum Baden in der Havel nach Gülpe gefahren. Die Badestelle liegt am Biwakplatz Gülpe, der für Kanu- und Kajakfans auch auf dem Wasserweg zu erreichen ist. Kleiner Tipp: Wer hier Rast macht, sollte unbedingt Mückenschutz im Gepäck haben.

Seit 1967 existiert das Naturschutzgebiet „Gülper See“, es gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten Deutschlands. Es ist ein überregional bedeutsames Vogelrastgebiet und die NABU-Stiftung bewahrt seit 2010 circa 780 Hektar. Bekannt als außerordentliches Rast- und Brutgebiet für Wasser- und Watvögel, ist das Naturschutzgebiet „Gülper See“ ein beliebter Pilgerort für Ornithologen und Vogel-Fans.

Mein Tipp für alle, die Stille erfahren und zur Ruhe kommen möchten: Der Gülper „Hof der Stille“ von Imme de Haen, auf dem es ums Schweigen geht. Die Buddhistin hat den Hof zu einem Gäste- und Seminarhaus ausgebaut und ermöglicht Raum für Zeit in Stille. Mitten im Vogelparadies hört man hier außer der Natur so gut wie nichts.

S. Resch, Redakteurin TRAVELBOOK