Wenn sich die Nacht über die kleine norwegische Gemeinde Holtålen legt, passieren in dem nahegelegenen Tal namens Hessdalen mysteriöse Dinge: Geheimnisvolle Lichter tauchen wie aus dem Nichts aus der Dunkelheit auf. Manchmal flackern sie, rasen über den dunklen Himmel oder scheinen einfach stillzustehen, und das für Zeiträume von bis zu einer Stunde. Einige vermuten deshalb sogar, dass die Phänomene hier, in der Einöde, 120 Kilometer entfernt von Trondheim, von Außerirdischen und ihren Fliegenden Untertassen verursacht werden.
Keine bloße Spinnerei
Laut „Welt“ wird über die geheimnisvollen Sichtungen bereits seit etwa 200 Jahren immer wieder spekuliert und gerätselt, und seit 1981 wird sogar versucht, sie wissenschaftlich zu erklären – damals gründete der Computeringenieur Erling Strand von der Techinschen Universität Östfold das sogenannte „Projekt Hessdalen“. Der Forscher und seine Kollegen konnten anhand von Messungen beweisen, dass es die „Hessdalen-Lichter“ wirklich gibt, sie also keine bloße Spinnerei von Verschwörungstheoretikern sind. Nur weiß bis heute niemand zu sagen, woher sie genau stammen und wodurch sie verursacht werden.
Allerdings gibt es eine geradezu abenteuerliche Theorie, die die italienischen Forscher Jader Monari und Romano Serra anhand von Untersuchungen des Tals aufgestellt haben: Demnach ist das Phänomen der Lichter von Hessdalen durchaus irdisch – denn das Tal sei, so die Forscher, wie eine riesige, natürliche Batterie. Das wiederum läge an der einzigartigen geologischen Beschaffenheit des Tales, so die beiden Wissenschaftler in einem Thesenpapier, das sie 2013 herausgaben.
Im Gestein auf der Westseite des Tals befinden sich demnach gehäufte Vorkommen von Eisen und Zink, auf der Ostseite dagegen Kupfer. Doch wie kommen nun die mysteriösen Lichter zustande? Eine mögliche Erklärung liefert der Fluss Hesja, der das Tal durchzieht, denn in seine Wasser fließt nach der Vermutung der Forscher auch heute noch aus einer stillgelegten Mine Schwefelsäure – und die wiederum wirke als Katalysator, um Reaktionen zwischen den im Stein vorhandenen Elementen hervorzurufen, wodurch dann wiederum die „Hessdalen-Lichter“ entstehen könnten.
Die Bestärkung ihrer Batterie-Hypothese erbrachten die Wissenschaftler dadurch, dass sie jeweils einen Stein vom westlichen sowie vom östlichen Berghang in den Fluss stellten, und anschließend zwischen beiden tatsächlich ein Spannungsfeld messen konnten. Die irre Spekulation der Wissenschaftler: Durch die Reaktion der verschiedenen Elemente miteinander könnten sich Plasma- bzw. Ionenblasen bilden, die sich dann entlang des geschaffenen elektrischen Feldes über den Himmel bewegen würden – und das wiederum wären dann die geheimnisvollen Lichter.
Jeder, der sie einmal mit eigenen Augen beobachten will, kann entweder nach Norwegen fahren – oder am hauseigenen Computer sein Glück versuchen, denn über die Webseite „Hessdalen“ kann man einen Livestream verfolgen, der die Gegend des Tales zeigt. Wer weiß, vielleicht entdecken ja auch Sie bald Norwegens geheimnisvolle UfoO-Lichter. Die Chancen stehen nicht schlecht – aktuell werden etwa 20 Sichtungen pro Jahr gemeldet.
Sehen Sie hier die mysteriösen Lichter im Video:
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