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Sie entstand aus einer Katastrophe

Die Lüneburger Heide steht aktuell wieder in voller Blüte

Lüneburger Heide: Heideblüte in Niedersachsen
Violettes Farbspektakel: Im Spätsommer zeigt sich die Lüneburger Heide von ihrer schönsten SeiteFoto: Getty Images

Die Lüneburger Heide blüht wieder! Das Naturschauspiel in Niedersachsen schauen sich normalerweise bis zu 1,5 Millionen Besucher an. Doch was nicht jeder weiß: Das Idyll verdankt seine Entstehung einer ökologischen Katastrophe.

Es gibt eine Faustformel für die Heideblüte – sie lautet „08.08. bis 09.09.“. In diesem Jahr schwankt die Blüte der Lüneburger Heide stark. Während sich einige Heideflächen noch ganz am Anfang ihrer Blüte befinden, sind auf anderen schon bis zu 70 Prozent der Pflanzen aufgeblüht. In der Luft: Der typische Heideduft, der an den Heidehonig erinnert.

Die Heide auf dem Turmberg bei Oberhaverbeck steht schon fast in voller Blüte. Auch auf der Heidefläche am Wietzer Berg in der Südheide gibt es schon den berühmten „lila Schimmer“, der jährlich so viele Touristen in die Region lockt. Das Heideblüten-Barometer zeigt den aktuellen Blütenstand und verrät, wo die Lüneburger Heide aktuell am schönsten ist.

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Lüneburger Heide
Das typische Gewächs ist die Sandheide, die jetzt in voller Blüte stehtFoto: dpa Picture Alliance

Das Naturschauspiel ist so populär, dass sogar Polizeireiter im Einsatz sind, die darauf achten, dass die Touristen sich an die Regeln des Naturschutzes halten und nach dem Besuch heil zurückfinden. Doch so beliebt die Lüneburger Heide auch ist – kaum jemand weiß, wie sie ursprünglich entstand.

Nur das Heidekraut kann hier gedeihen

Die Lüneburger Heide entstand aus einer Umweltkatastrophe – nämlich aus der einst unkontrollierten Abholzung der Flächen. Ganze Wälder wurden gerodet, weil das Holz für die Lüneburger Salinen als Brennmaterial gebraucht wurde. Das genügsame Heidekraut war das einzige, dass auf dem ausgelaugten nährstoffarmen Boden gedeihen konnte. Heute gilt es, die Flächen als historische Kulturlandschaft zu erhalten.

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Das Mähen übernehmen die Schafe

Heidschnucken-Schaf.
Typischer Bewohner der Heide: das Heidschnucken-Schaf Foto: dpa picture alliance

Das Mähen der Heide erledigen zum großen Teil Herden von Heidschnucken. Auch das Abbrennen der Flächen wird seit Jahrhunderten praktiziert. Um den Flächen ihre charakteristische mosaikartige Struktur zu geben, die ausreichend Lebensräume für die Artenvielfalt schafft, wird immer nur ein Teil „abgeflämmt“. Feuerwehrleute schützen dann die Wacholderbäume, die typisch sind etwa für die Ellerndorfer Heide bei Uelzen.

Eine Heidenarbeit: der Heide-Honig

Biene an Blume
Bienen lieben den Nektar der BlütenFoto: dpa picture alliance

Der Heidehonig ist bei Feinschmeckern in ganz Deutschland beliebt und zählt zu den Lieblings-Mitbringseln der Region. Er entsteht übrigens aus der Arbeitsteilung von Heidschnucken und Bienen. Da die Heidschnucken Schösslinge und kleine Pflanzen fressen, haben die Heidepflanzen ausreichend Platz zum Blühen. Zudem zertrampeln die Schafe bei ihren Wanderungen durch die Heideflächen Spinnenweben, in denen sich die Bienen sonst verfangen würden. Während die Heidschnucken den Bienen also eine sorgenfreie Ernte bereiten, sammeln Millionen fleißiger Bienen während der Heideblüte den berühmten Heidehonig ein.

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