Die Lüneburger Heide blüht wieder

Das Naturwunder, das aus einer Umweltkatastrophe entstanden ist

Lüneburger Heide
Wie eine Mischung aus Toskana und Provence präsentiert sich die Lüneburger Heide in Niedersachsen derzeit
Foto: Getty Images

Rund 1,5 Millionen Besucher kommen jedes Jahr, wenn die Heide blüht. Imker stellen ihre Bienenvölker auf, Polizeireiter und Kutschen sind unterwegs. Doch was nicht jeder weiß: Das Idyll verdankt seine Entstehung einer ökologischen Katastrophe.

Die Heideblüte ist zu riechen. „Ein schweres würziges Aroma liegt in der Luft“, beschreibt es Rüdiger Quast. „Die Heide riecht schon jetzt nach Heidehonig“, meint der Mitarbeiter der Forstverwaltung Rheinmetall in Unterlüß in Niedersachsen, während er schnuppert. Quast und seine Kollegen sind für die aufwendige Pflege der Heide zuständig.

Die Kulturlandschaft prägt die Region seit Jahrhunderten, doch sie entstand quasi durch eine Umweltkatastrophe: Durch die unkontrollierte Abholzung der Flächen, auch weil das Holz für die Lüneburger Salinen als Brennmaterial gebraucht wurde. Das genügsame Heidekraut war das einzige, dass auf dem ausgelaugten nährstoffarmen Boden gedeihen konnte. „Die Lüneburger Heide verdankt ihre Entstehung in weiten Gebieten der Holznutzung durch den Menschen“, erzählt Julia Hallmann von der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide. Heute gilt es, die Flächen als historische Kulturlandschaft zu erhalten.

Das typische Gewächs ist die Sandheide, die jetzt in voller Blüte steht
Foto: dpa Picture Alliance

Das Naturschauspiel ist bei Touristen beliebt, jedes Jahr kommen etwa 1,5 Millionen Besucher. Dann sind auch Polizeireiter im Einsatz, die darauf achten, dass die Touristen sich an die Regeln des Naturschutzes halten und nach dem Besuch heil zurückfinden. Die Faustregel für die Heideblüte lautet: 8.8. bis 9.9..

Das Mähen übernehmen die Schafe

Heidschnucken-Schaf.

Typischer Bewohner der Heide: Das Heidschnucken-Schaf.
Foto: dpa picture alliance

Auch mehr als 30 Imker mit rund 800 Völkern wandern derzeit durch die Umgebung der Ellerndorfer Heide. Die etwa 75 Hektar große Fläche gehört zur Forstverwaltung Rheinmetall, die den Imkern einen Passierschein für den ihren Bereich ausstellt. „Nach dem Einwanderungstermin geht es los“, erzählt Imker Hermann Hilmer aus Dreilingen. Die Bienen holen sich den Nektar und Pollen aus der Heide. Die Besucher der Heide merken davon nichts. Um die Bienen bei ihrer Arbeit nicht zu stören, bringt der Imker seine grünen Kisten hinter den unauffälligen Bienenzäunen ganz früh am Morgen aus. „Manchmal schwirrt es ein wenig mehr, wenn die Bienen in der Heide sind“, sagt er.

Biene an Blume

Bienen lieben den Nektar der Blüten
Foto: dpa picture alliance

 

Themen