5. Juli 2026, 7:23 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
In der kroatischen Region Dalmatien liegt unweit der kleinen Stadt Rogoznica eines der größten Naturwunder des Landes. Der Drachenaugensee gibt seit jeher Rätsel auf, denn immer wieder verliert er scheinbar plötzlich seine überirdisch blaue Farbe. Dafür gibt es jedoch eine erstaunliche wissenschaftliche Erklärung. Und dann sind da noch die zahlreichen Legenden um die Entstehung des Sees, in denen sogar Außerirdische eine Rolle spielen.
In der Nähe der kleinen Stadt Rogoznica im Norden der kroatischen Region Dalmatien befindet sich ein Gewässer von geradezu überirdischer Schönheit. An einem sonnigen Tag leuchtet das Wasser des Drachenaugensees in den tiefsten Blautönen und lockt Einheimische wie auch Touristen zu einem entspannten Bad an. Doch immer wieder geschieht plötzlich und ohne Vorzeichen etwas Merkwürdiges mit dem See. Er verliert seine Farbe, und alles Leben darin stirbt scheinbar über Nacht. Nur, um wenig später zurückzukehren, als sei nie etwas geschehen. Für dieses Phänomen gibt es eine erstaunliche wissenschaftliche Erklärung.
Doch der Reihe nach: Der Drachenaugensee hat eine Fläche von etwa 10.000 Quadratmetern und eine maximale Tiefe von 15 Metern. Bis zu 24 Meter hohe, steile Klippen umgeben das Gewässer, das nur etwa 100 Meter vom Mittelmeer entfernt und unterirdisch sogar mit diesem verbunden ist. So erklärt sich auch der Salzgehalt im Wasser des Sees. Laut der offiziellen Tourismuswebsite von Kroatien füllte sich während der Eiszeit eine Senke, die durch den Einbruch einer unterirdischen Höhle entstanden war, mit eben diesem Wasser. Eine andere Besonderheit ist der hohe Gehalt an Schwefelwasserstoff, einem giftigen Gas. Dazu kommt, dass es in dem See ab einer Tiefe von neun Metern keinen Sauerstoff mehr gibt.
Als würde das Wasser kochen
Das Wasser im Drachenaugensee besteht zudem aus verschiedenen, unterschiedlich gefärbten Schichten. An der Oberfläche grün und blau, ist es in den tieferen Zonen mitunter auch gelb und direkt über dem Grund auch rosa, rot oder gar lila. Diese Veränderung wird durch die hohe Konzentration des Schwefelwasserstoffs hervorgerufen. Und mitunter ist hier ein seltenes Phänomen zu beobachten, denn dann sieht es aus, als würde der See quasi kochen. Dieser Eindruck wird dadurch hervorgerufen, dass der See in diesem Fall seine Farbe verliert und sich sein Wasser milchig-trüb einfärbt. Dies geschieht durch einen geheimnisvollen Prozess unter der Oberfläche des Drachenaugensees.
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Schuld an dem Farbverlust ist ein chemischer Prozess, hervorgerufen durch die plötzliche Durchmischung der verschiedenen Wasserschichten. Forscher vermuten, diese könne zum Beispiel durch Erdbeben oder generell seismische Aktivitäten provoziert werden. Geschieht das, tritt im Drachenaugensee eine Übersättigung mit Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und anderen Gasen ein, die jedes Überleben unmöglich macht. Was in diesem Fall mit der tierischen Population des Gewässers passiert, darüber herrscht Unklarheit. Manche Quellen im Netz schreiben, die Fauna sterbe, während unter anderem laut der offiziellen kroatischen Tourismuswebsite die Tiere einfach für einige Zeit ins Meer abwandern, um dann später zurückzukehren.
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Legendenumrankter See
Kein Wunder also, dass sich um den besonderen Drachenaugensee und seine Entstehung zahlreiche Legenden ranken. Eine besonders schöne berichtet von dem Drachen Murin, Sohn der Göttin Hera und des Meeresgottes Poseidon. Er beschützte demnach die Menschen in der Region um Rogoznica, verlangte dafür aber einen grausamen Tribut. Jedes Jahr mussten die Bewohner ihm das schönste Mädchen des Ortes als Opfer darbringen, das er dann zur Frau nahm. Tragischerweise überlebte aber keine der Grazien die Hochzeitsnacht, weshalb Murin stets nach neuen Beschwichtigungen verlangte. Bis eines Tages ein mutiger Held auftauchte.
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Dieser erschien auf dem geflügelten Ross Pegasus und verliebte sich in das Mädchen, das Murin dargebracht werden sollte. Mit einer wundersamen, aus Mondstaub geschmiedeten Lanze gelang es dem Recken schließlich, den Drachen in einem Zweikampf tödlich zu verwunden. Im Sterben begriffen, stach sich dieser selbst beide Augen aus. Eines davon fiel zu seinen Füßen, schmolz das Gestein und formte so den Drachenaugensee. Der Überlieferung nach soll seitdem jedem Paar, das gemeinsam in dem Gewässer badet, eine ewige Liebe mit viel Glück und zahlreichen Kindern beschieden sein.
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Eine zweite Geschichte erzählt von einem Brüderpaar, das gemeinsam einen Hof bewirtschaftete. Als einer von ihnen erblindete, bat er den anderen, ihn fortan bei der Ernte nicht zu benachteiligen. Der böse Bruder jedoch brach sein Versprechen, woraufhin der Geprellte mit einem Fluch einen Drachen heraufbeschwor. Dieser soll daraufhin den unehrlichen Bruder mit Haut und Haar verspeist haben. Eine andere Legende versucht, das Farb-Phänomen um den Drachenaugensee auf sehr originelle Weise zu erklären. Demnach soll einst ein UFO in das Gewässer gestürzt sein. Immer, wenn nun seitdem die Außerirdischen versuchten, Kontakt aufzunehmen, fange das Wasser an zu „kochen“.