Pinkes Leuchten im Meer

Erkennen Sie, was auf diesem Foto aus Indien zu sehen ist?

Vor den Wohngebäuden an einer Meeresbucht in Mumbai tummeln sich Tausende Flamingos und suchen nach Nahrung.
Foto: Getty Images

Der weltweite Ausnahmezustand aufgrund der Corona-Pandemie beschert uns zumindest auch teilweise gute Nachrichten, etwa von geringerer Luftverschmutzung oder von Tieren, die in ansonsten überfüllte Städte und an Strände zurückkehren. Eine solche positive Nachricht mit beeindruckenden Fotos gibt es jetzt aus der größten Stadt Indiens.

Kaum eine Stadt auf der Welt ist so dicht besiedelt wie Mumbai, mehr als 15 Millionen Menschen leben hier auf engstem Raum, in der Metropolregion inklusive aller Vororte sind es sogar fast doppelt so viele. Umso erstaunlicher, dass sich nicht weit vom Stadtzentrum entfernt in der Meeresbucht des Thane Creek inmitten von Industrie- und Wohngebäuden ein Naturschutzgebiet entwickelt hat, das vielen Tieren einen Lebensraum bietet und für Vögel als Zwischenstopp für die Nahrungssuche dient.

Zu letzteren gehören auch Flamingos, die sich jedes Jahr zwischen Oktober und April zu Tausenden in Mumbai aufhalten. Auch dieses Jahr sind sie wieder da, allerdings in weit größerer Zahl als sonst üblich, wie die indische Zeitung „Hindustain Times“ schreibt. Fotos zeigen, wie die anmutigen Tiere dicht an dicht nach Nahrung suchen und die Thane-Bucht in ein rosa Farbe tauchen.

Vor lauter Flamingos sieht man das Wasser kaum noch: Experten schätzen, dass derzeit 150.000 der Vögel in Mumbai nach Nahrung suchen

25 Prozent mehr Flamingos als sonst

Die Bombay Natural History Society (BNHS) schätzt dem Bericht zufolge, dass in diesem Jahr 150.000 Flamingos die Migrationsreise nach Mumbai unternommen haben, eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Ursache vermuten Forscher und Umweltschützer die Sperrmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie, die zu einer verminderten menschlichen Aktivität in Mumbai und damit zu günstigeren Bedingungen für die Nahrungssuche geführt haben könnte.

Im Gespräch mit der „Hindustan Times“ sagte Deepak Apte, der Direktor von BNHS, dass in Gebieten in der Nähe von Thane Creek und den Talawe-Feuchtgebieten normalerweise viele Bauarbeiten, Fischereitätigkeiten und Bewegungen von Menschen stattfänden. „Die Sperrmaßnahmen geben diesen Vögeln Frieden zum Schlafen und sie werden bei ihrem Versuch, Nahrung zu finden, nicht gestört“, so Apte.

Wilde Tiere kehren in die Städte zurück

Vögel werden aus anderen Gebieten vertrieben

Aber auch andere Faktoren könnten zum Anstieg der diesjährigen Flamingo-Population geführt haben, etwa die Zerstörung von Feuchtgebieten an der Meeresküste nahe Mumbai durch Bauarbeiten, die die Vögel in andere Gebiete treibt. Zusätzlich kommen vermutlich jetzt auch Flamingos zur Nahrungssuche in den Thane Creek in Mumbai, die ansonsten eher in den Uran-Feuchtgebieten zu finden sind, wo nun allerdings ein Flughafen gebaut wurde.