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Nachgefragt

Warum ist Meerwasser eigentlich salzig?

Auch das Wasser an der Adria schmeckt salzig. Wüssten Sie, warum?
Auch das Wasser an der Adria schmeckt salzig. Aber wissen Sie, warum das so ist? Foto: Getty Images

Eine scheinbar wirklich einfach Frage: Wieso ist das Meerwasser eigentlich salzig? Aber Hand auf's Herz: Könnten Sie sagen, warum das so ist? TRAVELBOOK wusste es zumindest nicht und hat deswegen mal bei Experten nachgefragt!

Dass Meerwasser salzig ist, weiß jedes Kind. Doch warum ist das überhaupt so? Dafür gibt es mehrere Gründe, wie Dr. Julia Köhler vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) der Universität Hamburg erklärt. „Salz wird aus den Gesteinen am Grund der Meere und Ozeane gelöst, es tritt an Hydrothermalquellen (bspw. am Mittelozeanischen Rücken) salzhaltiges Wasser aus, Mineralsalze werden aus erkalteter Lava gelöst und ein großer Teil wird durch Flüsse eingetragen.“

Meerwasser wird durch Flüsse salzig

Moment mal: durch Flüsse? Aber die sind doch gar nicht salzig! Tja, leider falsch gedacht. Denn: „Auch die Flüsse sind ein bisschen salzig“, erklärt Dr. Martin Visbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Das Salz kommt daher, dass der Regen Mineralsalze aus dem Boden und Gesteinen löst. Allerdings ist die Konzentration hier so gering, dass Menschen das Salz nicht schmecken. Das liegt vor allem daran, dass Flüsse ständig in Bewegung sind, die Verdunstung geringer ist und durch die kurze Verweildauer des Wassers weniger Salz-Ionen gelöst werden. Damit kann sich das Salz nicht in der Form konzentrieren, wie das in den Meeren und Ozeanen der Fall ist.

Die Zuflüsse in ein Meer sind übrigens auch dafür verantwortlich, dass einige Meere salziger als andere sind. Denn ihr „Süß“-Wasser verdünnt das Salz. Visbeck erklärt: „Wenn es viel regnet oder viele Flüsse in das Meer fließen, wird das Salz verdünnt, zum Beispiel an der Ostsee. In anderen Becken verdunstet hingegen mehr Wasser und es ist dementsprechend salziger, zum Beispiel im Mittelmeer.“ Gibt es gar keine Zuflüsse mehr und eine sehr hohe Verdunstung, entstehen zum Beispiel Phänomene wie das Tote Meer, das einen Salzgehalt von 33 Prozent hat. Neben Verdunstung, Niederschlag und Flusswasserzufuhr haben aber laut Dr. Köhler auch Strömungen einen Einfluss auf den lokalen Salzgehalt.

Aber wenn Verdunstung einen Einfluss auf den Salzgehalt der Meere hat, kann es dann auch sein, dass der Klimawandel dazu führt, dass die Ozeane salziger werden? Viele Studien gibt es zu dem Thema noch nicht. Dr. Visbeck vermutet, dass es durch schmelzende Gletscher und verstärkte Regengebiete an einigen Orten weniger salzig werden könnte. Allerdings würden eventuell auch trockene Zonen noch trockener. „Das würde bedeuten, dass der Salzgehalt an der Ostsee zum Beispiel sinken und am Mittelmeer weiter steigen würde.“, so Visbeck. Dr. Köhler sieht das etwas differenzierter und verweist auf den gesamten Wasserkreislauf, den hydrologischen Zyklus. Dieser verändere sich durch den Klimawandel. Folgen wären zum Beispiel, dass wärmere Luft über einem relativ kalten Ozean mehr Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann. Es verdunstet also mehr, was den lokalen Salzgehalt erhöhen würde.

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Wie gesund ist Meersalz?

Das Salz im Meerwasser haben wir heutzutage längst nicht mehr nur beim Strandurlaub, sondern auch in der heimischen Küche. Grundsätzlich sind sich die Experten einig, dass Meersalz wichtige Stoffe für unsere Ernährung liefert, zum Beispiel Jod und Magnesium, die in normalem Tafelsalz nicht enthalten sind. Allerdings gibt es auch kritische Faktoren, wie Dr. Visbeck erklärt: „Wenn das Meersalz von verschmutztem Meerwasser gewonnen wird, dann wird es schwierig. Seit Neuestem ist zum Beispiel Mikroplastik relevant geworden.“

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