Physiker erklärt

Warum ist das Meer eigentlich blau?

Ein Segelboot auf dem Ozean
Das Meer wird vor allem wegen seiner blauen Farbe geliebt. Aber woher kommt diese Farbe eigentlich?
Foto: Getty Images

Wenn wir vom Reisen träumen, hat fast jeder das Meer vor Augen, die Brandung der Wellen und vor allem das unendliche Blau des Wassers. Aber warum sieht das Meer für uns eigentlich blau aus, wenn Wasser doch eigentlich durchsichtig und farblos ist?

Manchmal ist es sturmgepeitscht und grau, manchmal grün wie ein gekippter Gartenteich. Meistens präsentiert sich das Meer uns jedoch in einer tief blauen Farbe. Wie kommt die menschliche Wahrnehmung der Farbe des Meeres zustande? Warum sieht ein Ozean meistens blau für uns aus? TRAVELBOOK hat bei einem Experten nachgefragt.

Laut Kampfrath hat das vor allem damit zu tun, inwiefern sich die Moleküle des Wassers zur Lichteinstrahlung verhalten.

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„Sobald ein Sonnenstrahl ins Meerwasser eingedrungen ist, finden zwei Prozesse gleichzeitig statt: Zum einen wird das Licht vom Wasser absorbiert. Zum anderen wird es von den Wassermolekülen in alle Richtungen gestreut und kann so zu unseren Augen gelangen“, erklärt Kampfrath. Diese beiden Prozesse sorgen dafür, dass das gestreute Licht mehr blaue als rote Anteile enthält.

Das liegt zum einen daran, dass rotes Licht stärker absorbiert wird als blaues Licht. „Dadurch kann blaues Licht tiefer ins Wasser eindringen und so von mehr Wassermolekülen zu uns gestreut werden“, so Kampfrath. Außerdem kommt hinzu, dass blaues Licht aufgrund seiner kürzeren Wellenlänge viel stärker gestreut wird als rotes Licht, das eine wesentlich längere Wellenlänge hat. So kommt es, dass das Meer für uns blau erscheint.

Die Farbe des Meeres kann sich aus zahlreichen Gründen wandeln

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Laut Kampfrath gibt es allerdings neben der Einstrahlung des Lichts auf das Wasser noch einen zweiten Grund für die intensive Wahrnehmung der Farbe Blau – nämlich das menschliche Auge selbst! „Unser Sehorgan ist wesentlich empfindlicher für blaue und grüne Strahlung als für rote. Deshalb erkennen wir ein blaues oder grünes Farbspektrum viel besser“, erklärt Kampfrath.

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Nun wissen wir aber alle, dass das Meer leider nicht immer strahlend schön blau ist. Wir alle kennen das graue bis bräunliche Bild, das die Ostsee bei schlechtem Wetter abgibt. Und manchmal weist das Meer auch eine stark grünliche Farbe auf. Professor Kampfrath erklärt: „Die gerade beschriebenen Lichtverhältnisse treffen vor allem zu, wenn das Meer sauber und tief ist. Es kann natürlich zig Umstände geben, unter denen sich unsere Farbwahrnehmung ändert.“

So sei es zum Beispiel so, dass bei einem hohen Anteil von Pflanzen und Plankton, die den grünen Stoff Chlorophyll absondern, das Meer grüner wahrgenommen wird. Schlamm und heftiges Wetter hingegen können das Meer grau und braun wirken lassen. Wohingegen ein weißer Sandboden die Gewässer der Karibik heller erscheinen lässt.

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Manchmal, wenn der Anteil von Mikroorganismen, Algen und Salzwasserkrebsen, die den roten Stoff Beta-Carotin produzieren, in einem Gewässer sehr hoch ist, kann es auch rötlich oder rosa erscheinen, was immer wieder zu übernatürlich anmutenden Bildern von rosa gefärbten Flüssen und Seen führt. Die Farbe des Meeres ist also mitnichten nur „blau“, sondern sehr wandelbar und von zahlreichen Faktoren abhängig.