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„Orbital Reef“

Jeff Bezos will eine Weltraumstation für Touristen bauen

Jeff Bezos' Blue Origin New Shepard Space Rakete fliegt den Billionär und andere Passagiere ins All
Am 20. Juli 2021 ist Amazon-Gründer Jeff Bezos erstmalig mit seiner eigenen Trägerrakete „New Shepard“ und seinem eigenen Raumschiff ins All aufgebrochen. Nun kündigt er den Bau der „Orbital Reef“ an, der ersten privaten Weltraumstation.Foto: Getty Images

Jeff Bezos, der reichste Mensch der Welt, ist mit seinem Weltraum-Unternehmen Blue Origin im Juli 2021 bemannt ins Weltall aufgebrochen. Drei Monate später „beamte“ Bezos William Shatner, vielen besser bekannt als „Captain Kirk“ aus der Kult-Fernsehserie „Star Trek“, im realen Leben in die unendlichen Weiten des Alls. Jetzt gibt es den nächsten Coup: Jeff Bezos kündigte die erste private Weltraumstation in der Geschichte an.

Hoch, höher, am höchsten: Blue Origin, das von Jeff Bezos gegründete Unternehmen für Raketen- und Weltraumtourismus, kündigt die erste private Raumstation an. Die „Orbital Reef“ soll in einem erdnahen Orbit auf einer Höhe von 340 bis 420 Kilometern kreisen. Dabei soll sie bis zu zehn Raumfahrer beherbergen können und etwas kleiner als die ISS sein. Blue Origin plant, die „Orbital Reef“ bis zum Jahr 2030 ins All zu bringen. Neben Bezos Blue Origin beteiligen sich auch das Raumfahrtunternehmen Sierra Space, sowie Boeing und die Arizona State University an dem Projekt.

Die Raumstation „Orbital Reef“ soll in der Forschung unter anderem genutzt werden, um die Schwerelosigkeit zu erforschen. Hinsichtlich des privaten Weltraumtourismus wirbt Blue Origin mit einem „lebensverändernden Erlebnis“: Die Raumfahrer könnten in den futuristischen Modulen mit großen Fenstern nicht aus dem Weltraum auf die Erde blicken, sondern täglich auch jeweils 16 leuchtende Sonnenauf- und -untergänge erleben.

Auch interessant: Weltraumflug mit SpaceX abgesagt – weil es keine Passagiere gab

Erster Weltraum-Flug von „Blue Origin“ dauerte nur 10 Minuten

Nach 15 Testflügen in sechs Jahren ist Jeff Bezos am 20. Juli erstmals zu einem bemannten Flug ins All aufgebrochen – mit seiner Weltraumfirma „Blue Origin“ und drei weiteren Begleitpassagieren. Einen Piloten gab es nicht, alles wurde von Computern gesteuert. 15.15 Uhr hob die wiederverwendbare Trägerrakete „New Shepard“ von der Startrampe in Van Horn im US-Bundesstaat Texas ab und beschleunigte auf über 3500 Kilometer pro Stunde. Nach knapp vier Minuten löste sich durch eine Sprengladung die Raumkapsel mit Panorama-Fenstern von der Rakete. Sie erreichte mit circa 105 Kilometern über dem Meeresspiegel ihren höchsten Punkt und die Crew erlebte für kurze Zeit die Schwerelosigkeit. Nach nur rund zehn Minuten in einer Höhe von mehr als 100 Kilometern landeten Bezos und seine Begleit-Passagiere wieder sicher auf der Erde.

Bezos hatte Blue Origin vor rund 20 Jahren gegründet. Die „New Shepard“ ist eine 18 Meter hohe wiederverwendbare Trägerrakete. Hauptsächlich besteht sie aus Rakete und Druckkapsel mit Platz für bis zu sechs Personen.

Die Pläne von Jeff Bezos mit Blue Origin

Bezos entwickelt das Weltraumprogramm Blue Origin seit Jahren. Tatsächlich bekam das Unternehmen sogar schon Zuschüsse von der NASA für die Entwicklung von Mondlande-Funksystemen, wie „Business Insider“ berichtete. Bereits vorgestellt wurde außerdem das Mondlandefahrzeug „Blue Moon“. Damit sollen, wenn es nach Bezos geht, schon im Jahr 2024 Amerikaner auf dem Mond fahren.

Eines schließt Bezos allerdings aus: Er will, im Gegensatz zu seinem Konkurrenten Elon Musk und dessen Unternehmen SpaceX, nicht zum Mars fliegen. Der Planet sei seiner Meinung nach einfach zu weit weg. Neben Jeff Bezos und Elon Musk beteiligt sich auch Richard Branson am Weltraumtourismus-Wettlauf.

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