Virgin Galactic

Erste Bilder von Bransons Weltraumflieger für Touristen

Futuristisches Design: So Soll die Kabine des SpaceShipTwo aussehen
Futuristisches Design: So Soll die Kabine des SpaceShipTwo aussehen
Foto: Virgin Galactic

Noch dieses Jahr sollen die ersten Touristen ins All fliegen – jetzt verrät Virgin Galactic, was sein SpaceShipTwo den Hobby-Astronauten bieten will. Jedoch werden wohl nur die Wenigsten sich dieses Abenteuer leisten können.

Fliegen tatsächlich noch dieses Jahr die ersten Touristen in den Weltraum? Wenn es nach Richard Branson geht, dem australischen Milliardär und Gründer von Virgin Galactic, lautet die Antwort: Ja. Seine Firma hat jetzt erstmals Bilder des Raumschiff-Modells SpaceShipTwo VSS Unity vorgestellt, die zeigen, wie die Kabine des ersten kommerziellen Raumschiffs aussehen soll.

Virgin Galactic stellte das SpaceShipTwo auf seiner Webseite vor – demnach hat es Platz für sechs Passagiere, die aus insgesamt 12 Fenstern einen 360-Grad-Rundumblick auf die Erde und die Sterne genießen können. Jeder Sitz sei individuell an die Bedürfnisse des jeweiligen Passagiers angepasst, 16 Kameras an Bord werden den Flug und die Touri-Astronauten filmen, zudem hat jeder Sitz einen eigenen Bildschirm, auf dem Passagiere die Flugdaten ablesen können.

„Hochauflösende Bilder für Instagram”

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Vom individuell angepassten Sitz aus soll man optimal den Weltraum und die Erde beobachten können
Foto: Virgin Galactic

Sobald das Raumschiff seine maximale Flughöhe von etwa 80 Kilometern über der Erde erreicht hat, werde das Licht an Bord ausgeschaltet, um den Gästen einen uneingeschränkten Blick auf die Erde zu garantieren. Zudem soll es dann möglich sein, sich abzuschnallen und für einen kurzen Zeitraum die Schwerelosigkeit zu genießen, wobei Handgriffe helfen sollen. Jeder Astronaut sei über eine Funkschaltung zudem mit den zwei Piloten des Schiffes verbunden.

Die Aufnahmen der 16 Bordkameras sowie weitere im Cockpit und an der Außenhülle des Schiffes montierte würden „hochauflösende Bilder produzieren, um Inhalte zu liefern sowohl für den ersten Instagram-Post als auch für persönliche Videos.” Ein im Innenraum montierter runder Spiegel soll es den Touristen zudem ermöglichen, sich selbst beim Schweben in der Schwerelosigkeit zu sehen.

Rückschläge und Erfolge

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Ein runder Spiegel an Bord ermöglicht den Passagieren den Blick auf sich selbst in der Schwerelosigkeit
Foto: Virgin Galactic

Ganz günstig ist dieses Privileg natürlich nicht, so kostet ein Flug laut „Washington Post” aktuell 250.000 Dollar (etwa 213.000 Euro), für 1000 Dollar kann man sich ein „vollumfänglich rückerstattbares” Vorkaufsrecht auf eines der Weltraum-Tickets sichern. Laut Virgin hätten sich momentan bereits etwa 600 Menschen für das Abenteuer registriert.

Das Unternehmen träumt davon, die erste „kommerzielle Weltraum-Fluglinie” zu werden, seit Branson es im Jahr 2004 gegründet hat – seitdem gab es jedoch immer wieder Rückschläge, so starb 2014 bei einem Unfall mit einem Vorgänger-Modell des SpaceShipTwo ein Pilot. Auf der anderen Seite hat die Firma bereits zwei Mal erfolgreich Menschen ins All gebracht.

Auch die Konkurrenz schläft nicht

Virgin hat für sein Raumschiff, das mit dreifacher Schallgeschwindigkeit reisen soll, bereits namhafte Investoren wie Boeing gewonnen, zudem hat man den ehemaligen Disney-Chef Michael Colglazier als neuen CEO des Programms an Bord geholt. Denn die Konkurrenz schläft nicht: Auch Blue Origin, die Firma von Amazon-Chef Jeff Bezos, möchte Touristen so bald wie möglich ins Weltall fliegen.

Kleiner Trost für alle Überflieger, die sich eine Reise mit der SpaceShipTwo nicht werden leisten können: Virgin Galactic hat für alle gängigen Handy-Modelle eine App bereitgestellt, mit der man zumindest virtuell einmal das Raumschiff erkunden kann.