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Einreise, Beschränkungen im Land, ...

Die aktuelle Corona-Lage in Italien – Infos für Urlauber

Italien Corona
In Italien ist die Corona-Lage weiterhin angespannt. Hier im Foto: die Innenstadt von Rieti in der Region LatiumFoto: dpa picture Alliance

Obwohl in Italien schon deutlich mehr Menschen geimpft sind als in Deutschland, steigen die Infektionszahlen dort wieder stark an. Seit dem 1. Januar dieses Jahres gilt Italien für Deutschland wieder als Corona-Hochrisikogebiet. Was das bedeutet und was Italien-Urlauber sonst noch beachten müssen – TRAVELBOOK gibt einen Überblick.

Die Corona-Lage in Italien verschärft sich weiter. Alleine am vergangenen Dienstag verzeichneten die Behörden 220.532 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das waren mehr als doppelt so viele wie am Montag, als das Gesundheitsministerium 101.762 nachgewiesene Ansteckungsfälle registrierte. Aktuell liegt die Anzahl der Neuinfektionen bei 184.577 (Stand: 14. Januar).

Was im Land gilt und was Reisende beachten müssen – TRAVELBOOK hat alle Infos.

Italien gilt als Hochrisikogebiet

Seit dem 1. Januar ist Italien wieder Corona-Hochrisikogebiet. Ungeimpfte müssen somit nach der Rückkehr aus Italien in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Für Geimpfte und Genesene gibt es dagegen keine Quarantänepflicht.

„Super Green Pass“ als 2G-Nachweis

Die steigenden Infektionszahlen haben die Regierung dazu veranlasst, die Corona-Maßnahmen im Land weiter zu verschärfen. Unter anderem wurde bereits ein neuer COVID-19-Pass eingeführt, der sogenannte „Super Green Pass“, der Voraussetzung für die Übernachtung in Hotels und Restaurantbesuche ist. Nach Angaben des italienischen Gesundheitsministeriums wird der „Super Green Pass“ an Personen ausgegeben, die vollständig geimpft sind oder sich mit COVID-19 infiziert und davon erholt haben (2G-Nachweis).

Mit dem „Super Green Pass“ können Italiener und Touristen ab 12 Jahren auch Verkehrsmittel im Land nutzen und Museen, Spas und Themenparks besuchen. Zudem wird das neue Zertifikat benötigt, um in den Skigebieten Gondeln und Sessellifte nutzen zu können.

Maskenpflicht in vielen Großstädten

Angesichts der vierten Corona-Welle haben immer mehr italienische Großstädte in den Innenstädten eine Maskenpflicht im Freien geltend gemacht. Neben Mailand, Bologna und Bergamo hatte sich Anfang Dezember auch Rom dazu entschieden.

Auch in Turin wurden die Corona-Regelungen verschärft. In einigen Teilen der Innenstadt müssen Flanierende nun rund um die Uhr eine Maske tragen. In manchen Bereichen Turins muss der Mund-Nasen-Schutz erst abends aufgesetzt werden. Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, muss mit hohen Geldstrafen rechnen.

Die Corona-Lage in Italien

In Italien stiegen die Corona-Inzidenzen zuletzt drastisch an. Am 14. Januar lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 1955,0, die Zahl der Neuinfektionen bei 184.577 Fällen (Quelle: Corona in Zahlen).

Einreise nach Italien

Reisende aus EU-Staaten und damit auch aus Deutschland sowie aus der Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island können grundsätzlich nach Italien einreisen und müssen sich bei ihrer Ankunft auch nicht in Quarantäne begeben. Vom 16. Dezember bis zum 31. Januar müssen sich jedoch alle Besucher aus EU-Ländern vor ihrer Abreise testen lassen. Das gilt auch dann, wenn sie vollständig geimpft oder genesen sind. Für viele Nicht-EU-Staaten gilt die Regel bereits.

Als Tests werden PCR- und Antigentest anerkannt, die nicht älter als 72 bzw. 48 Stunden sind. Kinder unter sechs Jahren sind von der Testpflicht ausgenommen.

Wer bei der Einreise nach Italien keinen negativen Test vorlegen kann, muss sich fünf Tage isolieren, die örtliche Gesundheitsbehörde informieren und am Ende der Quarantäne einen Test machen. „Grenzgänger aus beruflichen Gründen, Berufspendler, Schüler, Studenten und Reisende aus dringenden gesundheitlichen Gründen für Aufenthalte bis zu 120 Stunden sind hiervon ausgenommen“, schreibt das Auswärtige Amt.

Weiterhin gibt es Einschränkungen im internationalen Flug-, Zug-, Bus- und Fährverkehr, und auch wer mit dem Auto nach Italien einreist, muss mit Einschränkungen rechnen. Reisende sollten sich unbedingt vor der Abfahrt über die aktuellen Maßnahmen informieren.

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Corona-Maßnahmen in Italien

In Italien gilt der gesundheitliche Notstand. Weiterhin sind die Regionen und autonomen Provinzen in vier Zonen unterteilt (rot, orange, gelb, weiß), für die unterschiedliche Maßnahmen gelten. Informationen zu den einzelnen Maßnahmen gibt es beim italienischen Gesundheitsministerium. Je nach Klassifizierung können Reisen innerhalb Italiens eingeschränkt werden. Allerdings dürfen sich alle Besitzer des Grünen Passes uneingeschränkt zwischen allen Zonen bewegen.

Seit dem 6. Dezember 2021 muss der Nachweis einer Impfung oder Genesung mittels des „Super Green Pass“ überall im Land bei Besuchen von Innenbereichen wie Restaurants, Museen, Fitnessstudios, Schwimmbädern sowie anderen Kultur- und Freizeiteinrichtungen vorgelegt werden. Das Gleiche gilt auch für Sportveranstaltungen, Messen und Kongresse. Die Nachweispflicht gilt für Personen ab zwölf Jahren. Zuvor reichte der „Green Pass“, der auch den Nachweis eines negativen Corona-Tests beinhalten konnte.

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Wer Einrichtungen wie etwa Behörden oder Geschäfte betritt, muss damit rechnen, dass eine Temperaturmessung verlangt wird. Ist die Temperatur zu hoch, kann der Zutritt verwehrt und unter Umständen die Gesundheitsbehörde informiert werden. Die Installation der Tracing-App Immuni wird empfohlen.

Regeln bei der Rückkehr nach Deutschland

Ungeimpfte müssen bei der Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet wie derzeit Italien in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Für Geimpfte und Genesene gibt es dagegen keine Quarantänepflicht nach der Rückkehr.

Unabhängig davon müssen aber alle Reisenden eine Einreiseanmeldung ausfüllen, wenn sie aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland heimkehren. Das geht online, aber im Notfall auch auf Papier.

Für Kinder unter 12 Jahren endet die Quarantäne auch ohne Nachweis eines negativen Testergebnisses fünf Tage nach der Wiedereinreise. Von der Quarantänepflicht ausgenommen sind Urlauber, die auf dem Weg nach Hause ein Hochrisikogebiet lediglich durchfahren.

Mit Material von Reuters und dpa