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Ministerpräsident Draghi kündigt an

Italien will schon ab Mitte Mai wieder Touristen empfangen

Corona Italien
Die Strände und Badeanstalten in Italien bereiten sich langsam auf die Ankunft von Urlaubern auch aus dem Ausland vorFoto: dpa picture Alliance

Schrittweise Öffnungen in Gastronomie und im Kulturbereich sollen Italien wieder für Besucher attraktiver machen. Ministerpräsident Draghi will schon Mitte Mai wieder Touristen ins Land lassen. Die Lage im Überblick.

Italien wird nach Angaben von Ministerpräsident Mario Draghi ab Mitte Mai wieder für Touristen öffnen. Dann werde der Gesundheitspass seines Landes bereitstehen, sagt Draghi nach einem Treffen der G20-Tourismusminister. „Touristen können den italienischen Pass ab Mitte Mai bekommen“, kündigt er an. „Die Zeit ist also gekommen, Ihren Urlaub in Italien zu buchen.“

Bereits in der Vorwoche hatte die italienische Regierung einen Fahrplan für schrittweise Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Italien beschlossen. Seit dem 26. April dürfen die Außenbereiche der Restaurants sowie diverse Kultureinrichtungen in den sogenannten gelben Zonen wieder öffnen. Gelb bedeutet Zonen mit einem moderaten Infektionsgeschehen. Dazu zählen 15, darunter die Lombardei mit der Metropole Mailand, Latium mit der Hauptstadt Rom, die Autonome Provinz Bozen-Südtirol und die Urlaubsregion Toskana.

Viele Regionen in Italien sind seit dem 15. März 2021 im strengen Lockdown, nachdem die Corona-Zahlen in dem südeuropäischen Land massiv angestiegen waren. Das bedeutete vielerorts nicht nur die Schließung von Restaurants und Co..

Außengastronomie wieder geöffnet

Die Restaurants und Bars dürfen seit dem 26. April ihre Außenbereiche wieder öffnen. Allerdings nur in Regionen, die als gelbe Zonen gelten. Dazu gehören u. a. die Lombardei, die Toskana, Latium und die Autonome Provinz Bozen-Südtirol. Beginnend mit dem 1. Juni darf die Gastronomie ihre Gäste demnach auch drinnen bewirten und die Menschen können in Fitnessstudios trainieren. Mit Blick auf die Fußball-EM sollen ab Juni wieder begrenzt Fans in Stadien erlaubt sein. Mit den Lockerungen können mehr Kinder zum Präsenzunterricht kommen. Außerdem ist in den Gelben Zonen Sport im Freien in Gruppen wieder erlaubt.

In allen anderen Zonen mit größerem Infektionsgeschehen (orange und rot) müssen die Restaurants und Bars weiterhin geschlossen bleiben. Lieferungen sind dort jedoch rund um die Uhr erlaubt, ebenso das Abholen von Speisen, allerdings nur zwischen 5 und 18 Uhr.

Für Streit in der Regierung sorgt unterdessen das generelle nächtliche Ausgangsverbot von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Die mitregierende Lega des früheren Innenministers Matteo Salvini forderte, diese später beginnen zu lassen.

Welche Kultureinrichtungen haben wieder geöffnet?

In Rom sind seit 26. April diverse Museen wieder geöffnet. Der Palazzo Barberini mit seiner bedeutenden Kunstsammlung, die Trajansmärkte und auch die berühmte Ausgrabungsstätte der antiken Rennstätte Circus Maximus können nun wieder besucht werden.

Auch Venedigs Oper La Fenice lässt wieder Zuschauer ein, und die Uffizien in Florenz haben den Boboli-Garten wieder geöffnet. Ebenso kann man den Archäologiepark der in der Antike der bei einem Vulkanausbruch zerstörten Stadt Pompeji wieder besuchen.

Coronalage in Italien

Welche Region in welcher Farbzone ist, entscheidet sich nach dem Infektionsgeschehen. Unterschiedlichen Quellen zufolge lag die Inzidenz derzeit bei rund 135. Demnach steckten sich innerhalb der letzten sieben Tage circa 135 Menschen pro 100.000 Einwohner in Italien mit dem Coronavirus an. Aktuell gibt es knapp 9000 neue Coronafälle in dem Land. Damit steigt die Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie auf knapp 4 Millionen. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben in Italien bislang 121.738 Menschen (Stand: 5. Mai 2021).

Das Auswärtige Amt (AA) warnt weiterhin vor nicht notwendigen Reisen nach Italien. Weil die Inzidenz landesweit mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage beträgt, gilt ganz Italien als Risikogebiet.

Einreise nach Italien

Deutsche sowie Reisende aus allen anderen EU-Ländern dürfen grundsätzlich nach Italien einreisen. Aber: Laut AA müssen Urlauber, die bis zum 15. Mai 2021 nach Italien einreisen, grundsätzlich einen negativen Corona-Test vorlegen. Hinzu kommt eine fünftägige Quarantäne und die Vorlage einer weiteren negativen Testbescheinigung nach fünf Tagen. Außerdem müssen Einreisende dieses Online-Formular ausfüllen.

In Italien gilt weiterhin ein landesweites Reiseverbot. Polizeibehörden können die Einreise nach Italien entsprechend untersagen, wenn das angegebene Endziel der Reise nicht in der Einreiseregion liegt und kein triftiger Grund zur Reise vorliegt.

Reisende müssen mit Einschränkungen im Flug-, Zug-, Bus- und Fährverkehr rechnen. Und auch die Autoreise nach Italien kann mit Einschränkungen verbunden sein. Reisende sollten sich unbedingt vor der Abfahrt über die aktuellen Maßnahmen informieren.

Auch interessant: Die Corona-Regelungen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Aktuelle Corona-Beschränkungen in Italien

Neben der nächtlichen Ausgangssperre und dem Reiseverbot zwischen den einzelnen Regionen gibt es je nach Region verschiedene Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie:

Rote Zone

Neben der bereits erwähnten durchgängigen Ausgangsbeschränkung und dem Verbot, im Restaurant zu sitzen, sind in der roten Zone auch die meisten anderen Bereiche des öffentlichen Lebens geschlossen. Das gilt etwa für Schulen, Museen und andere Kultureinrichtungen, Konzerte und Theater, Fitnessstudios, Schwimmbäder und Spas. Sportliche Wettbewerbe finden ohne Besucher statt. Kirchen bleiben geöffnet, ebenso wie Hotelrestaurants.

Orangefarbene Zone

Die genannten Maßnahmen der roten gelten mit wenigen Ausnahmen auch in der orangefarbenen Zone: Die Ausgangssperre gilt hier nur nachts, Bewegungen sind jedoch auf die eigene Gemeinde beschränkt. Bildungseinrichtungen sind bis auf die höheren Stufen geöffnet, für die gibt es Wechselunterricht.

Gelbe Zone

Für die gelbe und die orangefarbene Zone gelten die gleichen Regelungen.

Weiße Zone

In der weißen Zone müssen die Menschen sich nur an die landesweit geltende Maskenpflicht halten.

Hygienemaßnahmen

In ganz Italien herrscht Maskenpflicht. Die Mund-Nasen-Bedeckung muss überall im öffentlichen Raum, drinnen und draußen, getragen werden. Kinder unter sechs Jahren müssen keine Maske tragen. Außerdem muss zu anderen Personen ein bis zwei Meter Abstand gehalten werden. Vor dem Betreten vieler Einrichtungen wird die Temperatur gemessen. Ist die zu hoch, wird der Zutritt verwehrt und gegebenenfalls die Gesundheitsbehörde informiert. Auch die Nutzung von Handdesinfektionsmitteln ist Pflicht. Die Behörden empfehlen die Nutzung der Corona-App „Immuni“.

(Mit Material von Reuters und dpa)