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Weiterhin Risikogebiet

Lockerungen für Geimpfte – wie ist die Corona-Lage in Dänemark?

Dänemark Corona
Die Geschäfte sind in Dänemark seit März wieder geöffnet, jetzt folgen weitere LockerungenFoto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Philip Davali

Dänemark ist ein beliebtes Reiseziel der Deutschen – auch wenn aktuell weiterhin nur wenige Urlaub in dem Nachbarland machen können. Denn das lässt weiterhin (mit wenigen Ausnahmen) keine Reisenden über die Grenze. Im Land selbst gibt es inzwischen jedoch jede Menge Lockerungen. TRAVELBOOK gibt einen Überblick.

EU-Bürger, die vollständig gegen Corona geimpft sind, dürfen jetzt wieder in Dänemark Urlaub machen. Sie benötigen keinen negativen Test mehr und müssen nach der Einreise auch nicht in Quarantäne. Eine Voraussetzung gibt es jedoch auch für Geimpfte: Die Corona-Impfung muss mindestens 14 Tage her sein.

Und Nicht-Geimpfte? Die müssen sich gedulden, verbietet Dänemark auch weiterhin die Einreise aus nicht triftigen Gründen. Und dazu gehören auch touristische Übernachtungen.

Corona-Lage in Dänemark

Die Zahlen der Corona-Neuansteckungen in Dänemark steigen aktuell wieder leicht an. Zur Zeit gibt es 932 neue Coronafälle, damit steigt die Gesamtzahl in Dänemark auf 260.932. 2.497 Menschen sind in dem Land seit Pandemiebeginn im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. (Stand: 10. Mai 2021)

Da die Zahl der Neuinfektionen in fast allen Regionen bei über 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen liegt, stuft das Auswärtige Amt ganz Dänemark weiterhin als Risikogebiet ein. Damit besteht weiterhin eine Reisewarnung für das deutsche Nachbarland. Die Liste der Risikogebiete wird regelmäßig vom Robert-Koch-Institut überprüft und aktualisiert.

Eine Ausnahme bilden seit dem 31. Januar 2021 die Faröer Inseln, die seitdem nicht mehr zu den Risikogebieten zählen. Die andere Ausnahme ist Grönland, das ebenfalls unterhalb der 50er-Inzidenzmarke pro 100.000 Einwohner in sieben Tage liegt. Hier rät das Auswärtige Amt allerdings wegen der bestehenden Einreiseregeln von nicht zwingenden touristischen Reisen ab.

Die grundsätzlichen Einreiseregeln in Dänemark

Dänemark unterteilt Länder und Regionen je nach Risikobewertung in die Kategorien „gelb“, „orange“ und „rot“ und aktualisiert diese wöchentlich. Deutschland ist aktuell als „orange“ eingestuft. Damit dürfen (ungeimpfte und bislang Corona-freie) Deutsche ohne Wohnsitz in Dänemark nur mit einem wichtigen Grund und einem negativen, maximal 48 Stunden alten PCR- oder Antigen-Test nach Dänemark einreisen. Die Einstufungen der Regionen und entsprechenden Regelungen werden auf dem dänischen Behördenportal veröffentlicht.

Die Einreise über die deutsch-dänische Landesgrenze ist nach Informationen des Auswärtigen Amts derzeit an allen Grenzübergängen möglich. Hier sowie an den internationalen Flughäfen kann es verstärkt zu Kontrollen kommen. Wer mit dem Flugzeug einreisen möchte, muss ebenfalls einen, bei Einstieg ins Flugzeug maximal 48 Stunden alten, negativen Coronatest vorlegen. Eine weitere Möglichkeit ist ein Nachweis in Form eines positiven Tests, der anzeigt, dass er oder sie zwischen den letzten 14 Tagen und acht Wochen mit dem Coronavirus infiziert war. Kinder unter 13 Jahren sind von der Testpflicht ausgenommen. Generell bestehen grenzüberschreitende Verkehrsverbindungen weiterhin, die Auswahl an Flugverbindungen ist jedoch eingeschränkt.

Einreisende sind verpflichtet, sich direkt nach Ankunft in eine zehntägige Selbstisolation zu begeben. Diese kann frühestens nach vier Tagen durch einen weiteren, negativen PCR-Test verkürzt werden. Alle Einreisenden müssen sich außerdem innerhalb von 24 Stunden nach Einreise einem Covid-19-Test unterziehen. Wer fliegt, muss den Test bereits im Flughafen machen. Kinder unter 15 Jahren sind von der Testpflicht ausgenommen.

Wer durch Dänemark reisen, aber nicht bleiben möchte, kann das tun. Allerdings nur, wer einen triftiger Grund hat und entsprechende Nachweise vorlegen kann. An der Grenze gelten dann die Einreiseregeln des Ziellandes.

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Ausnahmen für Geimpfte

Wer vollständig geimpft ist (das heißt in der Regeln nach zwei Impfungen mit einem, durch die Europäische Arzneimittel-Agentur zugelassenen, Impfstoff) und in einem EU- oder Schengenland wohnt, muss sich weder testen lassen, noch in Quarantäne begeben. Auch der Nachweis eines wichtigen Reisegrundes fällt weg – Urlaub ist also möglich. Voraussetzung ist, dass die letzte Impfung mehr als zwei Wochen her und maximal 180 Tage vor Reisebeginn alt ist.

Der Impfnachweis muss Namen, Geburtsdatum, Art des Impfstoffes, Impfstatus und -daten enthalten. Nicht volljährige Kinder vollständig geimpfter Personen dürfen miteinreisen, für Kinder zwischen 15 und 17 Jahren besteht weiterhin Testpflicht.

Diese Ausnahmeregelung für Geimpfte gilt nicht, wenn das Herkunftsland als „rot“ eingestuft wird.

Ausnahmen für Grenzbewohner und -pendler

Sonderregeln gibt es auch für Menschen, die ihren Wohnsitz in Schleswig-Holstein haben. Die dürfen nach Dänemark reisen, ohne einen wichtigen Grund nachzuweisen. Die Testpflicht besteht jedoch weiterhin. Der (PCR- oder Antigen-)Test darf bei Einreise nicht älter als 24 Stunden sein. Der Test darf bei Einreise maximal 72 Stunden alt sein, wenn ein wichtiger Grund nachgewiesen werden kann. Weitere Ausnahmen gelten für Grenzpendler.

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Quarantäneregeln auf den Faröer Inseln und Grönland

Reisen auf die Faröer Insel sind laut AA grundsätzlich möglich. Reisenden wird empfohlen, dass sie innerhalb von drei Tagen vor der geplanten Reise einen (PCR-)Coronatest machen. Unabhängig davon muss jede/r bei der Einreise einen weiteren Test machen und sich bis zum Ergebnis umgehend in Quarantäne begeben. Nach vier bis fünf Tagen folgt ein weiterer Coronatest. Ist der negativ, darf die Isolation beendet werden. Auch Geimpfte und Genesene müssen nach der Einreise einen Test machen. Wer vollständig geimpft ist, muss sich nicht in Quarantäne begeben, solange die letzte Impfung mehr als acht Tage her ist. Gleiches gilt für Genesene, solange deren positiver Test älter als zehn Tage ist.

Grönland ist seit dem 3. Mai 2021 wieder für Reisende geöffnet. Es gelten die dänischen Einreisebestimmungen bezüglich Kategorisierung und Vorlage eines Reisegrundes. Zur Einreise wird ein maximal 72 Stunden alter, negativer PCR-Test benötigt, der in einem nordischen Land durchgeführt wurde. Ausnahmeregelungen für Geimpfte gibt es nicht. Nach der Einreise müssen sich Reisende in eine bis zu 14-tägige Quarantäne begeben. Durch einen weiteren Test nach fünf Tagen kann die Selbstisolation vorzeitig beendet werden.

Lockerungen und bestehende Corona-Maßnahmen in Dänemark

Dänemark macht Schritt für Schritt wieder auf, abhängig vom Infektionsgeschehen. Wer an den diversen Öffnungsschritten teilhaben will, muss mittels „Coronapass“ nachweisen, dass er oder sie wahlweise vollständig geimpft ist oder innerhalb der letzten 72 Stunden negativ auf das Coronavirus getestet wurde.

Aktuell sind in Dänemark die Geschäfte geöffnet. Auch Restaurants, Cafés, Museen, Bibliotheken, Freizeit- und Kultureinrichtungen dürfen unter Auflagen öffnen. Das Gleiche gilt für körpernahe Dienstleistungen und Gottesdienste. Auch sportliche Aktivitäten sind drinnen und draußen möglich. 75 Personen dürfen sich an der frischen Luft zusammen aufhalten, in geschlossenen Räumen ist die Zahl auf 25 begrenzt. An diversen Hotspots kann die Polizei jedoch Aufenthaltsverbote erlassen.

Eine Maskenpflicht besteht weiterhin an Flughäfen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, einschließlich Bahnhöfen und Haltestellen, sowie in Taxis und Reisebussen und in öffentlich zugänglichen Gebäuden. Außerdem muss jeder in Supermärkten, im Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen sowie beim Arzt und in Pflegeheimen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Kinder bis einschließlich zwölf Jahren sind von der Maskenpflicht befreit. Es gilt eine Abstandsregelung von einem Metern zu anderen Personen im öffentlichen Raum. Wo eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht, sollen zwei Meter Abstand gehalten werden.