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Millennium Tower

Wolkenkratzer in San Francisco kippt immer mehr zur Seite

Millennium Tower San Francisco
Der Millennium Tower (hinten) fällt in San Francisco zwischen den vielen anderen Wolkenkratzern eigentlich nicht besonders auf. Bis man bemerkt, dass er etwas schief steht. Foto: dpa Picture Alliance

Der Millennium Tower in San Francisco hat ein Problem. Eines, von dem man gedacht hätte, dass es heutzutage nicht mehr auftritt. Der Big Ben oder der Schiefe Turm von Pisa teilen dasselbe Schicksal – wurden aber vor Jahrhunderten gebaut. Die Geschichte eines modernen Wolkenkratzers, der immer mehr zur Seite kippt.

Eigentlich sieht der Millennium Tower in San Francisco so durchschnittlich aus, dass man ihn schnell vergisst. Er steht mitten im Finanzdistrikt der Stadt an der US-Westküste und ist umgeben von anderen Wolkenkratzern. Aber es gibt zwei Besonderheiten: Der Millennium Tower ist das höchste Wohnhaus der Stadt und er neigt sich immer mehr zur Seite.

Die Lage des Millennium Towers in San Francisco verschlimmert sich in jeder Sekunde. Denn der Wolkenkratzer gerät immer mehr in Schieflage. Um 7,5 Zentimeter hat sich das Hochhaus alleine im vergangenen Jahr geneigt. Dass es so nicht weitergehen kann, ist klar. Was genau aber getan werden muss, nicht. Vorerst wurde ein Ingenieur beauftragt, der das Problem beseitigen soll. Sein Lösungsvorschlag muss schnell kommen.

In wenigen Jahren könnten der Millennium Tower unbewohnbar sein

Denn in wenigen Jahren könnte sich der Turm bereits um einen Meter geneigt haben. Die Aufzüge könnten dann nicht mehr fahren, auch Rohrleitungen dürften Probleme machen. Das erklärte der zuständige Ingenieur Ron Hamburger laut dem Fernsehsender KNTV. Neigt sich der Wolkenkratzer gar um über 1,8 Meter gilt er als nicht mehr erdbebensicher und wird dadurch unbewohnbar.

Einige der Bewohner der 419 Wohnungen sind bereits vor Gericht gezogen. An manchen Tagen splittern ihre Fenster, an anderen hören sie knarzende Geräusche, wie WELT schreibt. Auch unterhalb ihrer Wohnungen, auf dem Gehweg der Mission Street, an der der Turm steht, sind bereits Schäden zu sehen. Dort bricht das Pflaster auf. Noch seien die Bewohner der Luxusapartments sicher, so Hamburger. Er schlägt vor, Stahlpfeiler einzusetzen, um das Kippen zu stoppen.

Günstige Luxusapartments mit Risiko

Das Gebäude wurde erst 2009 eröffnet, die Wohnungen waren schnell verkauft. Bereits 2016, wenige Jahre nachdem das Gebäude eingeweiht wurde, war der Millennium Tower 40 Zentimeter tief in den Boden des Finanzdistrikts von San Francisco gesunken. Auch die Spitze hatte sich zu dem Zeitpunkt schon um 15 Zentimeter geneigt.

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Ein paar Monate dürfte sich die Lage in jedem Fall noch verschlimmern. Denn die Bauarbeiten sollen erst im September abgeschlossen sein. Bis dahin dürfte der Millennium Tower weiter in Schieflage geraten. Ein paar Wohnungen sind noch frei und für Luxusimmobilien vergleichsweise günstig zu verkaufen. Wer gerne zockt, kann sie erwerben und mit den Bewohnern auf erfolgreiche Reparatur hoffen.

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