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Weitere Risikogebiete – die Corona-Lage in Österreich

Ischgl, Tirol, Österreich
Auch Ischgl gehört aktuell zu einem Risikogebiet in Österreich
Foto: Getty Images

Österreich galt zu Beginn der Pandemie als einer der Corona-Hotspots in Europa, nun steigen die Infektionszahlen wieder an. Zahlreiche Regionen sind nun sogar zum Risikogebiet erklärt worden. Alle Informationen zu aktuellen Zahlen, Prognosen und Einschränkungen für Urlauber:

Die dramatische Lage in Österreich spitzt sich aufgrund zahlreicher Corona-Neuinfektionen immer weiter zu: Hatte die deutsche Bundesregierung bereits die österreichischen Regionen Tirol, Vorarlberg und Wien zum Risikogebiet erklärt, gilt die Reisewarnung ab dem 24. Oktober nun auch für die Bundesländer Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark. In all diesen Orten hatte die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner überschritten. Aktuell warnte das Auswärtige Amt „vor nicht notwendigen, touristischen Reisen … aufgrund hoher Infektionszahlen“.

Die Warnung gilt allerdings nicht komplett für Tirol und Vorarlberg. Die Gemeinden Jungholz (in Tirol) und das Kleinwalsertal und die Gemeinde Mittelelbgere (in Vorarlberg) gelten nicht als Risikogebiet. Beide Gemeinden hatten sich gegen die Einstufung gewehrt, da sie kaum Coronafälle hatten und nur aus Deutschland erreichbar sind. Das Skigebiet Ischgl, welches in Tirol liegt, ist allerdings immer noch Risikogebiet.

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Wien hingegen ist bereits seit längerem auf der aktualisierten Liste der Corona-Risikogebiete des bundeseigene Robert Koch-Instituts (RKI). Die Einschätzung aus Berlin war ein heftiger Schlag für den für Wien wichtigen und ohnehin angeschlagenen Stadttourismus. Die deutsche Reisewarnung verschärfe die Situation für den Wiener Tourismus noch weiter, sagte Susanne Kraus-Winkler, die Vertreterin der Hotellerie in der österreichischen Wirtschaftskammer. „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind einfach nur mehr verzweifelt und überlegen, ihre Betriebe wieder komplett zuzusperren“, sagte sie einer Mitteilung zufolge.

Vor allem Feiern im Familien- oder Freundeskreis sind nach Ansicht von Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) für die anhaltend hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen in der gesamten Alpenrepublik verantwortlich.

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Die aktuellen Corona-Zahlen in Österreich

Mit Stand 22. Oktober haben sich in Österreich bisher 72.802 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, das ist ein Plus von fast 30.000 verglichen mit den Zahlen von Ende September (43.473 Personen). Am schlimmsten trifft es Wien, mit über 25.000 Infizierten. 941 Personen starben bislang laut Bundesinnenministerium. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist aktuell auf über 1500 Menschen empor geschnellt, wie die „Salzburger Nachrichten” berichten.

Was bedeutet die Einstufung als Risikogebiet für Urlauber aus Deutschland?

Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen bei der Einreise in Deutschland einen negativen Corona-Test vorlegen oder sich direkt nach Ankunft nach Hause – oder an Ihren Zielort – begeben und zwei Wochen lang isolieren. Das Corona-Testergebnis darf höchstens 48 Stunden alt sein.

Außerdem müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden, schreibt das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Webseite.

Hier gibt es noch mehr Informationen zur Rückkehr aus einem Risikogebiet.

Verschärfte Corona-Maßnahmen

Die österreichische Regierung hat angesichts steigender Infektionszahlen nun noch weitere verschärfte Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie beschlossen, die ab Freitag, den 23. Oktober, 0 Uhr, in Kraft treten: Private Feiern und Veranstaltungen in Innenräumen müssen nun auf sechs statt wie bislang auf zehn Personen beschränkt werden. Im Freien dürfen sich dann noch 12 Personen auf einmal treffen. In Privatwohnungen gilt die Grenze von sechs Personen allerdings nur als Empfehlung, da dies rechtlich nicht umsetzbar wäre. Ausgenommen sind zudem Begräbnisse. Im Freien dürfen weiterhin Veranstaltungen mit bis zu 1500 Personen stattfinden, bei solchen in geschlossenen Räumen sind immer noch 1000 Gäste zugelassen.

Außerdem teilte Kanzler Sebastian Kurz mit, in Österreich werde es im kommenden Winter in den Skigebieten kein Après-Ski in seiner bisherigen Form geben. Ziel sei es, einen sicheren Wintertourismus zu ermöglichen. In Gondeln müsse zudem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden und in Lokalen darf nur an Tischen gegessen und getrunken werden.

Wo herrscht in Österreich Maskenpflicht?

Des Weiteren darf in Restaurants und Lokalen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Die Personenanzahl an den Tischen werde ebenfalls auf zehn reduziert. Zudem wurde das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf Lokale, Kirchen und Märkte ausgeweitet. Ansonsten gilt die Maskenpflicht etwa in Supermärkten, Apotheken, Bank- und Post-Filialen, Taxis, Seil- und Zahnradbahnen, Reisebussen sowie im Inneren von Ausflugsschiffen und in allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Gastronomie schließt spätestens um 1 Uhr.