Wegen Corona früher verschrottet als geplant

Aliaga – der schwimmende Friedhof der Luxus-Kreuzfahrtschiffe in der Türkei

Kreuzfahrtschiffe in der türkischen Hafenstadt werden verschrottet
Ein Teil der Kreuzfahrtschiffe in der türkischen Hafenstadt Aliaga ist bereits deutlich reduziert worden, andere sind auf den ersten Blick noch intakt
Foto: Getty Images

Seit Monaten finden aufgrund der Corona-Pandemie kaum noch Kreuzfahrten statt, viele Reedereien sind in der Krise. Ein Sinnbild für die prekäre Lage der einst so erfolgreichen Branche sind die Luftaufnahmen von einem Hafen in der Türkei: Sie zeigen, wie mehrere noch völlig intakte Kreuzfahrtschiffe verschrottet werden.

In der türkischen Hafenstadt Aliaga, etwa 50 Kilometer nördlich von Izmir, werden normalerweise alte Fracht- und Containerschiffe für die Altmetall-Gewinnung verschrottet. Doch dieses Jahr ist auch hier alles anders. In Aliaga stehen zurzeit auch fünf Kreuzfahrtschiffe, darunter die Carnival Fantasy, die laut einem Bericht des australischen Reiseportals „Traveller“ erst im vergangenen Jahr einer umfassenden Überholung unterzogen worden war.

Doch nun wird das eigentlich völlig intakte Schiff also verschrottet. Der Grund: Die Corona-Pandemie treibt die Kreuzfahrtindustrie immer weiter in die Krise, einige Reedereien sind gezwungen, Verluste zu reduzieren und Schiffe daher früher als geplant aus dem Verkehr zu ziehen.

Dicht an dicht stehen die zu verschrottenden Schiffe im Hafen von Aliaga
Foto: Getty Images

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Immer mehr Kreuzfahrtschiffe werden verkauft

Laut „Traveller“ hat Carnival Corp., das größte Kreuzfahrtunternehmen der Welt, kürzlich bekannt gegeben, 18 Kreuzfahrtschiffe zu verkaufen, darunter die Sun Princess und die Sea Princess, die beide eigentlich im kommenden Jahr in australischen Gewässern kreuzen sollten. Beide Schiffe seien bereits verkauft worden – an wen ist jedoch nicht bekannt.

Während die Kreuzfahrtbranche mit starken finanziellen Einbußen zu kämpfen hat, erlebt der Schiffsrecyclinghafen in Alagia einen regelrechten Boom. Dem Bericht zufolge ist der Umsatz gegenüber 2019 um 30 Prozent gestiegen – unter anderem, weil eben nun auch Kreuzfahrtschiffe dort verschrottet werden.

Das Kreuzfahrtschiff „Holiday“ kann man ersteigern

Laut „Traveller“ sollen schon bald drei weitere Riesenschiffe in Aligia ihre letzte Ruhe finden. Der Abbau eines Kreuzfahrtschiffes könne bis zu sechs Monate dauern.