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Reaktionen

Solidarität mit der Ukraine und Sanktionen gegen Russland – so reagiert die Reisebranche auf den Krieg

Ukraine-Krieg
Die Welt solidarisiert sich mit der Ukraine – auch die Reisebranche setzt klare Zeichen gegen den Ukraine-KriegFoto: Getty Images

Seit der Schockmeldung vom Donnerstag, dem 24. Februar, dass russische Truppen in die Ukraine einmarschiert sind, überschlagen sich die Ereignisse rund um Putins Krieg. Auch die Tourismusbranche ist betroffen. Bestürzung, Sorge, aber auch konkrete Sanktionen gegen Russland und solidarische Unterstützungsangebote für die Ukraine: TRAVELBOOK gibt einen Überblick über die bisherigen emotionalen und operativen Reaktionen.

Reiseveranstalter, die Kreuzfahrten und Reisen nach Russland absagen, Gratisfahrten für Flüchtende oder ein Online-Portal für private Unterkünfte, das kostenlose, vorübergehende Unterbringungen für bis zu 100.000 Flüchtlinge aus der Ukraine organisieren möchte: Putins Krieg gegen die Ukraine hat auch konkrete Reaktionen in der Reisebranche zur Auswirkung. Auch Uber hat nun Spenden in Millionen-Höhe angekündigt. Die aktuellen Handlungen und Meinungsäußerungen im Überblick.

Erstes deutsches Hotel erteilt Hausverbote – auch für Altkanzler Gerhard Schröder

Das Bayside Hotel in Scharbeutz an der Ostsee erteilte dem russischen und belarussischen Präsidenten lebenslanges Hausverbot. Das gilt auch für Altkanzler Gerhard Schröder, der für den Chef des Hotels ein Komplize Putins ist. Auf einem Zettel an der Eingangstür des Hotels heißt es: „Herzlich willkommen, Welt! Lebenslanges Hausverbot für V. Putin, A. Lukaschenko, G. Schröder“, berichtete die Hamburger Morgenpost.

Reisebranche zeigt sich solidarisch mit der Ukraine

Deutsche Bahn: Flüchtende aus der Ukraine fahren umsonst von Polen nach Deutschland

Aus der Ukraine geflüchtete Menschen können seit Sonntag, den 27. Februar, kostenlos Züge der Deutschen Bahn von Polen nach Deutschland nutzen. Sie müssen dafür ihren ukrainischen Pass oder den Personalausweis vorzeigen können. Derzeit verkehren täglich bis zu acht Eurocity-Fernzüge aus Polen nach Deutschland – alle fahren über den Grenzübergang Frankfurt/Oder. Die Fernzüge haben ihre Ausgangspunkte in Warschau, Danzig, Przemysl (Grenze zu Ukraine)/Krakau und Wien/Breslau. Es seien aber auch Sonderzüge in Planung. In der Pressemeldung der Deutschen Bahn heißt es dazu: „Damit soll Flüchtenden die Weiterreise ab der Grenze erleichtert werden.“

Flixbus: Kostenlose Fahrten für Flüchtende

Auch Flixbus unterstützt die Ukraine: Seit dem 27. Februar bietet Flixbus kostenlose Tickets für Flüchtende an. Dazu heißt es auf der Internetseite: „Ab sofort wird FlixBus 40 Busse kostenlos an die ukrainisch-polnische Grenze schicken. 1.000 Freifahrten wurden innerhalb der ersten 15 Stunden durch eine Mitarbeiterinitiative gesammelt und von der FlixBus-Geschäftsführung verdoppelt. FlixBus beobachtet die Situation genau und wird bei Bedarf auch die Anzahl der Fahrten erhöhen.“

Auch Uber bietet Gratisfahrten an

Uber bietet ebenfalls unbegrenzte Gratisfahrten zwischen der ukrainischen Grenze und polnischen Städten an, berichtete das Onlineportal „Reise vor9„.

Airbnb: Unterstützung für Flüchtlinge aus der Ukraine

Airbnb und Airbnb.org haben am Montag, dem 28. Februar, angekündigt, dass Airbnb.org bis zu 100.000 Geflüchteten aus der Ukraine eine kostenlose, vorübergehende Unterbringung ermöglichen wird. Finanziert werden die Aufenthalte von Airbnb, Inc., den Spenden des Airbnb.org Refugee Fund und den beteiligten Gastgeber:innen auf Airbnb.org. In den kommenden Tagen wollen Airbnb und Airbnb.org weitere Einzelheiten bekannt geben, wie interessierte Gastgeber und die Airbnb Community die Initiative unterstützen können.

Auch interessant: Luftraum über der Ukraine gesperrt – was bedeutet das für den Reiseverkehr?

Spenden aus der Reisebranche

Laut „Reise vor9“ hat das Buchungsportal Booking.com eine Million Dollar an das Internationale Komitee des Roten Kreuzes gespendet. Uber bietet nicht nur Gratisfahrten an, sondern unterstützt auch finanziell. Dara Khosrowshahi, Geschäftsführer von Uber, verkündete, dass seine Firma 500.000 Dollar spendet. Weiter wurde in der App ein Spenden-Button integriert – bis zu einer Höhe von einer Million Dollar will Uber jeden Dollar verdoppeln.

Sanktionen gegenüber Russland

Reiseveranstalter sagen Russland-Reisen ab

Bereits am Donnerstag, dem 24. Februar, hatten erste Reiseveranstalter Russland-Reisen abgesagt. Weitere Reiseveranstalter folgten und setzen ihre Reisen nach Russland aus. So heißt es etwa auf der Webseite des Veranstalters Berge & Meer: „Aufgrund der aktuellen Situation führt Berge & Meer bis auf Weiteres aus ethischen und moralischen Gründen keine Russland-Reisen mehr durch.“

Auch der Reisekonzern DER Touristik hat seine Reisen nach Russland mittlerweile eingestellt. „Der kriegerische Angriff Russlands auf die Ukraine hat uns alle zutiefst erschüttert“, sagte Zentraleuropa-Chef Ingo Burmester. „Wir beobachten die aktuelle Lage mit Fassungslosigkeit und größter Besorgnis.“

Kreuzfahrt-Reedereien streichen russische Häfen aus den Routen

Auch die Kreuzfahrt-Reisebranche ist vom Ukraine-Krieg betroffen. Vor allem St. Petersburg gehört zu einem beliebten Kreuzfahrt-Ziel. Als erste Reederei hatte Norwegian Cruise Line bereits am Donnerstag verkündet, dass man wegen des Einmarschs Russlands in der Ukraine alle Kreuzfahrten nach Russland abgesagt habe. Auch Tui Cruises hat bereits alle St.-Peterburg-Anläufe für 2022 abgesagt und damit ein klares Statement gegen Putins Krieg in der Ukraine gesetzt, wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet. Dazu teilte eine Sprecherin der Reederei mit: „Vor dem Hintergrund der Ereignisse haben wir uns aus ethischen und moralischen Gründen entschieden, die Fahrpläne unserer Ostsee-Kreuzfahrten von Mai bis Oktober 2022 anzupassen: Wir werden St. Petersburg nicht mehr anlaufen.“

Auch Atlas Ocean Voyages, Viking sowie NCLH mit der bereits erwähnten Reederei Norwegian Cruise Line sowie Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises sind den Schritt schon gegangen und haben russische Häfen aus ihrem Programm gestrichen: Das berichtete das Portal „cruisetricks“.

MSC Cruises setzt geplante St.-Petersburg-Anläufe ebenfalls aus, wie das Online-Portal „Reise vor9“ berichtet. Dazu teilte die Reederei mit, dass die vier Schiffe der MSC-Flotte, die St. Petersburg auf ihren Routen im Sommer 2022 anlaufen wollten (MSC Preziosa, MSC Grandiosa, MSC Poesia und MSC Virtuosa), den russischen Hafen von Ende Mai bis Oktober aussetzen werden.

Auch Aida Cruises streicht russische Hafenstadt Sankt Petersburg aus ihrem diesjährigen Sommerprogramm. „Die Anteilnahme und die Gedanken aller Mitglieder der AIDA Familie, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedensten Nationen vereint, sind bei den Menschen in den betroffenen Regionen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Frankreich will Yachten konfiszieren

Frankreich hat angekündigt, Immobilien, Jachten und Luxusautos regierungsnaher Russen und Russinnen zu konfiszieren. Dazu zitiert ORF den französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire: „Wir werden alle russischen Persönlichkeiten ausmachen, die in Frankreich Besitztümer haben und die wegen ihrer Regierungsnähe zu den EU-Sanktionen hinzugefügt werden können.“ Weiter heißt es: „Wir werden juristische Mittel nutzen, um all diese Güter zu konfiszieren.“

Europa-Park Rust trennt sich vom Sponsor Nord Stream 2

Die von Nord Stream 2 gesponserten Attraktionen im Europa-Park Rust trugen die Partnerschaft sogar im Namen: „Blue Fire Megacoaster powered by Nord Stream 2“, „Nord Stream 2 Dome“ und ehemals sogar die „Gazprom Erlebniswelt“. Nun habe Deutschlands größter Freizeitpark seine Zusammenarbeit mit dem Gaspipeline-Betreiber Nord Stream 2 mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Das teilte eine Sprecherin des Parks im Ortenaukreis laut „Der Spiegel“ mit. Auf der Internetseite des Freizeitparks sind die Attraktionen bereits in „Blue Fire Megacoaster“ und in „Blue Fire Dome“ umbenannt worden.

Nein zum Krieg!: Stimmen von Reisebloggern und Touristikern

Neben der konkreten Maßnahmen der Reisebranche wie etwa Reiseboykotts melden sich auch Reiseblogger und Touristiker via Social Media zum Ukraine-Krieg zu Wort. Ob Betroffenheit, Empörung oder ein klares Nein zu Putins Krieg – wir zeigen eine Auswahl der Meinungsäußerungen.

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Der Spendenaufruf von Uber
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Solidarität der Deutschen Bahn
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Auch Flixbus bietet Gratisfahrten für Flüchtende an
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Sebastian Klussmann, TV-Jäger bei „Gefragt, Gejagt“, Quizeuropameister und Herausforderer in unserer Show „Wer schlägt den Erdkunde-Profi“, bei der Friedens-Demonstration in Berlin
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Jeremy Grube, Reiseblogger: »Krieg ist unmenschlich!

Der Krieg in der Ukraine sorgt für entsetzliches Leid, besonders betroffen sind die kleinsten und wehrlosesten Mitglieder der Gesellschaft: die Kinder. Sie möchten spenden? Hier finden Sie Informationen.

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