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Nachgefragt

Welche deutschen Urlaubsorte gut gebucht sind – und wo es noch freie Betten gibt

Urlaub an der Nordsee
Zwei Gäste der Beachbar am Naturstrandt genießen den Blick auf die Nordsee bei einem Kaltgetränk.Foto: Lars Klemmer/dpa

Die Urlaubsregionen von der Nordsee bis zum Harz melden viele ausgebuchte Unterkünfte, entsprechend zufrieden sind die Tourismusgesellschaften. Einige Orte verzeichnen sogar eine höhere Nachfrage als noch vor Corona, teilweise liegt die Auslastung bereits bei mehr als 90 Prozent. Doch an einigen Orten kann man spontan noch fündig werden: TRAVELBOOK weiß, wo.

Nach der Hälfte der Sommerferien in Niedersachsen an diesem Wochenende ziehen Tourismusgesellschaften eine positive Zwischenbilanz – viele Urlaubsorte in dem größten Bundesland in Deutschland sind ausgebucht. Touristiker von Küste, Harz und Heide sind durchweg zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf. Vor allem die Nordseeküste und die Lüneburger Heide melden eine hohe Auslastung, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Tourismusverbänden hervorgeht.

Die Ostfriesischen Inseln sehen trotz einer ebenfalls ordentlichen Buchungslage noch etwas Luft nach oben. Einige Sorgen gibt es wegen der Preissteigerungen, kurzfristigeren Buchungen und fehlenden Arbeitskräften. Nach zwei Jahren Pandemie werden zudem auch Auslandsreisen wieder attraktiver.

Welche Urlaubsorte in Deutschland bislang wie ausgebucht sind: ein Überblick

Ostfriesland

Greetsiel ist in diesem Jahr sehr beliebt
Greetsiel ist in diesem Jahr sehr beliebtFoto: Getty Images

In Ostfriesland sind die Tourismusbetriebe „zufrieden bis sehr zufrieden“ mit dem bisherigen Saisonverlauf, wie die Geschäftsführerin der Ostfriesland Tourismus GmbH, Imke Wemken, auf Anfrage sagte. Das gelte absehbar auch für den August. Viele Ferienorte meldeten eine sehr gute Belegung, und eine gute, aber meist kurzfristige Nachfrage. Insgesamt könnten die Buchungszahlen an der ostfriesischen Küste demnach in diesem Jahr auf dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019 liegen – oder sogar leicht darüber.

In der Krummhörn mit seinem bei Touristen besonders beliebten Fischerort Greetsiel verzeichnete die Touristik GmbH im ersten Halbjahr 2022 einen starken Zuwachs bei den Gästeübernachtungen von rund 20 Prozent. Seit kurzem ändere sich aber das Buchungsverhalten, sagte Marketingleiter Wolfgang Lübben: „Gebucht wird sehr spontan und kurzfristig, dabei wird gesteigertes Augenmerk auf die Stornobedingungen gelegt und insgesamt sind die Gäste etwas sparsamer bei den Urlaubsausgaben vor Ort“. Dennoch sei die Krummhörn in diesem Sommer unterm Strich ähnlich gut gebucht wie vor der Pandemie 2019.

Lüneburger Heide

Lüneburger Heide
Die Sonne geht in der Lüneburger Heide auf.Foto: Philipp Schulze/dpa

Die Buchungslage in der Lüneburger Heide ist richtig gut. „Wir sind mit 95 Prozent fast ausgebucht“, sagte der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, Ulrich von dem Bruch. „Wir hätten noch mehr Betten füllen können, zumal die Heideblütenphase beginnt.“ So sei man bis zum Ende der Herbstferien zu 80 Prozent voll. „Das ist ungewöhnlich in diesem Jahr. Es wird in Deutschland zeitweise zu einer Saisonverlängerung kommen“, prophezeit von dem Bruch. Der Trend gehe stark zur Zweitreise neben dem Jahresurlaub. Vom spontanen, kurzfristig gebuchten Kurzurlaub profitiere die Heide. „Unsere Hauptzielgruppen kommen aus Nordrhein-Westfalen und Berlin, der Umkreis von vier Stunden Autofahrt“, heißt es. Viele Unterkünfte seien etwas günstiger als an der Küste.

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Harz

Der Harzer Tourismusverband (HTV) ist zufrieden mit den Buchungen. Nach einer Umfrage des Verbandes unter einigen Urlaubsorten sei die Buchungslage in dem Mittelgebirge gut bis sehr gut. Das teilte eine Sprecherin des HTV mit. Teilweise lägen die Juli-Zahlen über denen aus dem Jahr 2021. Auch im Harz merken die Touristiker, dass Gäste deutlich kurzfristiger und spontaner buchen. In allen Orten seien deshalb noch vereinzelt Kapazitäten vor allem für Alleinreisende und Paare vorhanden. Teilweise gäbe es auch noch Platz für Familien, so die Sprecherin. Urlauber sollten sich vorab bei den örtlichen Tourist-Informationen oder über Buchungsportale informieren.

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Ostfriesische Inseln

Auf Spiekeroog gibt es noch Luft nach oben
Auf Spiekeroog gibt es noch Luft nach obenFoto: Getty Images

Auf den Ostfriesischen Inseln melden Touristiker ebenfalls eine ordentliche Buchungslage – allerdings reichen die Zahlen noch nicht wieder an das Rekordjahr 2019 heran. „Grundsätzlich sind wir mit der Sommersaison aber zufrieden, auf vielen Inseln liegt die Auslastung bei 90 Prozent“, sagte der Geschäftsführer der Ostfriesischen Inseln GmbH, Göran Sell. „Wer spontan noch auf eine der Inseln reisen möchte, sollte sich direkt an die Kurverwaltungen wenden.“

Trotz der hohen Belegung gebe es aber noch Steigerungsmöglichkeiten. „Auf Spiekeroog mussten wir bisher sowohl im Juli als auch in den ersten Augusttagen einen Umsatzrückgang verzeichnen“, teilte Stefanie Grucza von der Nordseebad Spiekeroog GmbH mit. Vor allem im Juli seien weniger Tagesgäste als üblich auf die Insel gekommen. Auf der Nachbarinsel Wangerooge ist die Stimmung ebenfalls etwas getrübt. „Natürlich sind wir mit einer Auslastung um die 90 Prozent grundsätzlich zufrieden, aber es ist noch etwas Luft nach oben“, teilte Rieka Beewen von der Kurverwaltung mit.

Juist etwa ist einer der Urlaubsorte in Deutschland, die fast ausgebucht sind. Hier finden sich aktuell Unterkünfte nur noch für Alleinreisende und Paare. Die Baltrumer Zimmervermittlung, die rund 80 Prozent aller Unterkünfte umfasst, meldete, dass die Betten der kleinsten Ostfriesischen Insel zu rund 95 Prozent bis zum Ende der Sommerferien in Niedersachsen ausgebucht seien.

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Emsland

Auch im Emsland haben die Unterkünfte eine sehr hohe Auslastung, wie eine Sprecherin des Emsland-Tourismus mitteilte. „Doch coronabedingt kommt es in diesem Jahr vermehrt zu Stornierungen, sodass hier auch kurzfristig immer wieder Unterkünfte frei werden.“ Die emsländischen Tourismusbetriebe bewerteten die Saison allgemein als sehr zufriedenstellend. Man nähere sich bei den Übernachtungen dem Niveau von 2019 an. Ein Grund könne wegen der Preisentwicklung der Trend zu mehreren, kürzeren und spontaneren Urlauben sein. Es gebe vermehrt Anreisen ohne Voranmeldung.

mit Material der dpa

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