2. September 2026, 16:41 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Von legendären Szenebars über urige Kneipen bis zum Jazzlokal: Der „European Bar Guide“ hat seine 100 Lieblingsbars Europas für 2026 gekürt. Auf Platz eins landet ein historischer Kultort, unter den Top 10 dominiert vor allem ein deutsches Nachbarland – und auch Deutschland selbst schafft es mit einer besonderen Bar in die Spitzengruppe.
Wer eine Stadt wirklich verstehen will, sollte nicht nur ihre Sehenswürdigkeiten besuchen. Mindestens genauso viel über das Leben vor Ort verraten ihre Bars. Hier treffen sich Einheimische, Stammgäste und Reisende, hier entstehen Geschichten und manchmal sogar ganze Stadtlegenden.
Genau diesen Orten widmet sich der „European Bar Guide“, der jedes Jahr seine persönlichen Favoriten in Europa kürt. Statt Designmöbeln und Luxuskonzepten zählen hier vor allem Atmosphäre, Barkultur und lokales Flair. Für die aktuelle Liste wurden nach Angaben der Autoren rund 1600 selbst besuchte Bars bewertet. Entscheidend ist nicht, wie schick ein Ort ist, sondern wie authentisch.
Budapests berühmte Ruinen-Bar auf Platz eins
Den Spitzenplatz sichert sich mit dem Szimpla Kert die wohl berühmteste Ruinen-Bar Europas. Sie wurde 2002 von einer Gruppe junger Budapester in einem leer stehenden, heruntergekommenen Gebäude gegründet, das früher als Fabrik genutzt worden war. Die Idee: einen Ort schaffen, an dem Kunst, Kultur und Nachtleben zusammenkommen, statt das Gebäude abzureißen oder aufwendig zu sanieren. Aus dem improvisierten Treffpunkt entwickelte sich die erste Ruinen-Bar der Stadt im Budapester Ausgehviertel.
Zwischen alten Industrieelementen, Vintage-Fundstücken, umfunktionierten Autos und zusammengewürfelten Dekorationen wirkt die Bar eher wie eine begehbare Installation als ein klassisches Lokal. Dazu kommen Konzerte, Filmvorführungen, Ausstellungen und ein beliebter Bauernmarkt am Sonntag.
Belgien dominiert die Top 10
Gleich fünf Bars der Top 10 stehen in Belgien. Statt durchgestylter Cocktail-Lounges finden sich dort oft Orte, die über Jahrzehnte ihren ganz eigenen Charakter bewahrt haben. Sie stehen exemplarisch für das, wonach die Ranking-Macher suchen: Bars, die man nicht einfach kopieren kann.
Auf Platz zwei des Gesamtrankings landet das Retsins Lucifernum in Brügge, eine Mischung aus Gewächshaus, Gothic-Museum und Bar, in der nur rund 20 Gäste Platz finden. Dahinter folgen zwei Brüsseler Klassiker: La Fleur en Papier Doré, einst Treffpunkt des Künstlers René Magritte, und das Goupil Le Fol, ein verwinkeltes Labyrinth aus Kerzenschein, Chansons und Vintage-Fundstücken.
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Jeden Abend Live-Jazz, kostenloser Eintritt und Erdnüsse, deren Schalen einfach auf den Boden geworfen werden dürfen: Mit diesem Konzept begeistert Papa Joe’s Jazzlokal in der Kölner Altstadt seit den 1970er-Jahren Gäste aus aller Welt. Tausende Konzerte haben hier bereits stattgefunden, eine Anzeigetafel am Eingang zählt jeden einzelnen Auftritt – bisher bereits über 17500.
Zwischen alten Instrumenten, kuriosen Sammlerstücken und einer Cocktail-Maschine, die Getränke per Knopfdruck mixt, geht es dabei oft so unterhaltsam zu wie auf der Bühne. Der „European Bar Guide“ bezeichnet Papa Joe’s als eine der besten Jazzbars der Welt und lobt vor allem die mitreißende Atmosphäre.
Die 10 besten Bars laut „European Bar Guide“
- Szimpla Kert, Budapest (Ungarn)
- Retsins Lucifernum, Brügge (Belgien)
- La Fleur en Papier Doré, Brüssel (Belgien)
- Goupil Le Fol, Brüssel (Belgien)
- Zlatna Ribica, Sarajevo (Bosnien und Herzegowina)
- Papa Joe’s Jazzlokal, Köln (Deutschland)
- t’Brugse Beertje, Brügge (Belgien)
- Bar Marsella, Barcelona (Spanien)
- U Hrocha, Prag (Tschechien)
- Le Pot Au Lait, Lüttich (Belgien)