Anziehungspunkt für Touristen

In diesem Tresor steckt das Geheimrezept des berühmtesten Getränks der Welt

Tresorraum Coca-Cola-Rezept
Atlanta im Dezember 2011: Der damalige Coca-Cola-Chef Muhtar Kent (rechts) zeigt dem Ex-Gouverneur Nathan Deal und dem ehemaligen Bürgermeister Kasim Reed den eigens zur Aufbewahrung des Geheimrezepts gebauten Tresorraum anlässlich der Eröffnung in den World of Coca-Cola-Ausstellungsräumen
Foto: Kevyn Jacobs

Ende des 19. Jahrhunderts erfand ein Drogist in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia mehr oder weniger zufällig jenes Getränk, das heute wohl als das beliebteste und meistverkaufte weltweit gilt: Coca-Cola. Von dessen Rezept gibt es nur eine einzige Niederschrift – und die wird streng bewacht in einem Tresor aufbewahrt.

Wasser, extrem viel Zucker, Zitronensäure, Limettensaft, etwas Karamell und Vanille, außerdem natürlich Coca-Extrakt, der später durch Koffein ersetzt wurde: Die Grundzutaten, die in Coca-Cola stecken, sind kein Geheimnis. Aber das, was den anscheinend unnachahmbaren Geschmack des Kult-Getränks aus den USA ausmacht, sehr wohl.

Der sogenannte „Code 7x“, die geheime Zutatenmixtur, macht einen Volumenanteil von lediglich einem Prozent in der Cola aus – und genau diesen soll noch nie jemand entschlüsselt haben. Auch wenn dies im Laufe der Jahrzehnte seit der Erfindung der Cola-Cola schon mehrfach von verschiedenen Personen behauptet wurde.

Die Erfindung der Coca-Cola

Wie der US-Autor Daniel Smith in seinem Reiseführer „Die 100 geheimsten Orte der Welt“ schreibt, hatte ein Drogist namens John Pemberton im Jahr 1886 in Atlanta die Idee zu dem kohlensäurehaltigen Getränk. Die Vorgängerversion war ein Cola-Gemisch mit Wein, aber wegen des Alkoholverbots in den USA erfand Pemberton eine Variante ohne Wein, das er zunächst als Medizin bewarb und verkaufte. Gemixt mit Soda entstand das beliebte braune Erfrischungsgetränk, das bald auch in Bars reißenden Absatz fand.

Buchcover „Die 100 geheimsten Orte der Welt“

Der Autor Daniel Smith hat das Buch„Die 100 geheimsten Orte der Welt“ geschrieben
Foto: riva Verlag

Das Patent auf seine Cola verkaufte Pemberton im Jahr 1891 für gerade mal 2300 Dollar an eine Firma namens Asa Griggs Candler. Deren Eigentümer verbot sofort, das Rezept niederzuschreiben, damit niemand es kopieren konnte – offenbar hatte er sofort erkannt, wie einzigartig der Geschmack dieses Brausegetränks war und welches Potenzial darin steckte. Unter Candlers Führung wurde Coca-Cola immer bekannter, zunächst nur in den USA.

Die erste und einzige Niederschrift des Rezepts

Rund 30 Jahre später kaufte schließlich eine Investorengruppe um Ernest Woodruff die Firma der Familie Candler und nahm dafür einen Kredit auf. Woodruff sicherte den Kredit mit dem Coca-Cola-Rezept ab und bewog Candler damit dazu, es erstmals aufzuschreiben. Das handgeschriebene Rezept wurde in einem Bank-Safe in New York aufbewahrt, bis der Kredit im Jahr 1925 vollständig zurückgezahlt war. Coca-Cola avancierte derweil durch massive Investitionen in die Werbung zum weltweiten Kult-Getränk, welches aber, weil es sehr ungesund ist, immer wieder in die Kritik gerät.

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Der Tresor ist ein Touristenmagnet

Besucher der „World of Coca-Cola“, dem Firmenmuseum in Atlanta, fühlten sich geradezu magisch angezogen von dem Ort, wo der Safe steht, schreibt Autor Daniel Smith in seinem Reiseführer. „Er steht hinter einer Absperrung, die Besucher auf Abstand hält. Zusätzlich sorgt Wachpersonal und Sicherheit und Ordnung.“ Angeblich wird der Safe nie geöffnet.

Neben der Tür des Safes befinden sich eine Zahlentastatur und ein Hand- abdruckscanner. Ob diese tatsächlich echt oder nur Attrappe sind und funktionieren, weiß man nicht
Foto: dpa Picture Alliance

Und so wird das Geheimnis um das Rezept des wohl berühmtesten Getränks der Welt nun schon seit mehr als 100 Jahren aufrechterhalten. Ob es den „Code 7x“ wirklich gibt oder ob das Ganze nur eine geniale Marketingstrategie ist, wird die Öffentlichkeit wohl nie erfahren.

Diesen und 99 weitere spannende Orte finden Sie im Buch „Die 100 geheimsten Orte der Welt“ von Daniel Smith, erschienen am 12. Mai 2020 im riva Verlag, 19,99 Euro.

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