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Schön unheimlich

Spukt der Geist eines Minenarbeiters in Australiens Glühwurm-Tunnel?

Helensburgh Tunnel
Der Glühwurm-Tunnel im australischen Helensburgh ist bei Geisterjägern wie Glühwürmchenfans beliebt – und wird heute vor zu viel Besuch beschütztFoto: Getty Images

In Australiens Bundesstaat New South Wales gibt es einen Tunnel, der von einer riesigen Schar Glühwürmchen zum Leuchten gebracht wird. Damit aber nicht genug. Wer den Tunnel besucht, soll auf den Geist eines gestorbenen Minenarbeiters stoßen.

Was genau ist passiert, damit ein stinknormaler Eisenbahntunnel zu einem so aufregenden Ort wird – der in Nicht-Corona-Zeiten natürlich auch Scharen an Touristen und Geisterjägern anzieht?

So kam der Tunnel zu seinem Geist

Offiziell heißt der Glühwürmchen-Tunnel Metropolitan Tunnel. Der wurde 1889 als Teil des ersten Bahnhofs der Stadt Helensburgh gebaut. Neben dem mehr als 600 Meter langen Metropolitan Tunnel gehörte ein zweiter, mit 80 Metern weitaus kürzerer Tunnel zur Bahnstation: der Helensburgh Tunnel. Beide Tunnel sind heute verfallen und zugewuchert und schon deshalb die optimale Kulisse für Gruselfreunde und Fotografen. Geisterliebhaber könnten hier aber auch tatsächlich glücklich werden, soll hier der Geist des verstorbenen Minenarbeiters Robert Hails (oder Hales) spuken.

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Der war im Jahr 1895 eines Nachts spät aus der Stadt und vermutlich auf dem Weg nach Hause durch einen der Tunnel gelaufen – und etwas später von einem Zug erfasst worden. Angeblich wurde der Mann dabei in zwei Hälften geteilt. Wie das passieren konnte ist unklar. Es wird angenommen, dass Hails sich, müde von dem langen Arbeitstag, auf den Gleisen ausgeruht und dabei den heranbrausenden Zug nicht gehört hat. Wieso er sich nun gerade die Gleise zum Schlafen ausgesucht hatte, bleibt aber fraglich.

 

Ungeklärt ist auch, welcher Tunnel tatsächlich sein Todesort war, wie etwa die Info-Seite „Helensburgh” schreibt. Zum Todeszeitpunkt gab es im erweiterten Eisenbahnbereich von Helensburgh acht funktionstüchtige Tunnel. Die Quellen aus dieser Zeit sind nicht ganz eindeutig. Über die Jahre haben sich aber anscheinend der Metropolitan und der Helensburgh Tunnel als geisterhafte Wohnorte Hails herauskristallisiert. Besucher beider Tunnel berichten, dass sie hier übernatürliche Begegnungen erlebt haben. Eine lokale Legende besagt, dass man die Fußstapfen Hails hören könne, der heute versuche, vor dem heranfahrenden Zug wegzulaufen. Laut „The Daily Telegraph” wurde der Geist sogar gesehen.

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Heute erleuchten Glühwürmchen den Tunnel

Ein bisschen fassbarer, weil eindeutig sichtbar, sind die anderen Bewohner des Metropolitan Tunnels: eine riesige Kolonie hell leuchtender Glühwürmer. Die zogen nach der Restaurierung des Tunnels unter seine Decke und erleuchten sie seitdem als blau-grüne Sterne. Die Wiederentdeckung und Restaurierung begann 1995, seit 2001 ist der Tunnel offiziell eine historische Sehenswürdigkeit. Auch das alte Bahnhofs-Schild wurde geborgen und vorerst wieder aufgestellt.

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Über die Jahre wurde der alte Eisenbahntunnel von zahlreichen Touristen, Anwohnern und Fotografen besucht – und leider auch beschädigt. Nachdem das Stations-Schild zwei Mal demoliert wurde, entschied die zuständige Behörde in New South Wales, das Schild zu entfernen und einen Zaun mit Tor zu errichten. So sollen Tunnel und Glühwürmer vor Vandalen und Besuchern geschützt werden. Das schreibt die lokale Zeitung „Illawara Mercury”. Die Zahl der Glühwürmer war zurückgegangen, nachdem zahlreiche Fotografen in dem Tunnel mit Blitzlicht fotografiert und den Blitz teils auch gegen die Wurmkolonie gerichtet hatten. Auch Feuerwerkskörper wurden in dem alten Gemäuer gezündet, ebenso Graffitis an die Wände gesprüht.

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Der Zugang zum Glühwurm-Tunnel wird mittlerweile kontrolliert und das Tor nur zu festgelegten Zeiten für Besucher geöffnet. Wer sich außerhalb der Tor-Öffnungszeiten Zugang zum Tunnel verschafft, indem er etwa über den Zaun klettert, muss mit hohen Strafen rechnen.