Vom Menschen verlassen

Die 8 spektakulärsten Geisterorte der Welt

Von Badegästen keine Spur – kaum vorstellbar, dass Varosha früher als DAS Urlaubsparadies im Osten Zyperns galt.
Von Badegästen keine Spur – kaum vorstellbar, dass Varosha früher als DAS Urlaubsparadies im Osten Zyperns galt.
Foto: Getty Images
Zwischen der New Yorker Bronx und Queens ist North Brother Island vermeintlich zentral gelegen. Doch gefährliche Strömungen und Strudel machen den Seeweg zu einem riskanten Unterfangen, auf dem Ende des 19. Jahrhunderts unzählige Schiffe verunglückten. Die 5,3 Hektar kleine Insel ist entsprechend isoliert, weshalb hier zwischenzeitlich eine Quarantäne-Station und später eine Drogenentzugsklinik geführt wurden
Zwischen der New Yorker Bronx und Queens ist North Brother Island vermeintlich zentral gelegen. Doch gefährliche Strömungen und Strudel machen den Seeweg zu einem riskanten Unterfangen, auf dem Ende des 19. Jahrhunderts unzählige Schiffe verunglückten. Die 5,3 Hektar kleine Insel ist entsprechend isoliert, weshalb hier zwischenzeitlich eine Quarantäne-Station und später eine Drogenentzugsklinik geführt wurden
Foto: Google Maps
Nachdem beide Institutionen scheiterten, ist das Betreten der Insel seit einem halben Jahrhundert streng verboten. Die Gebäude sind von innen und außen mit Moos bewachsen.
Nachdem beide Institutionen scheiterten, ist das Betreten der Insel seit einem halben Jahrhundert streng verboten. Die Gebäude sind von innen und außen mit Moos bewachsen.
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Hier hat die Natur Häuser und Wege übernommen: auf Shengshan, einer chinesischen Insel östlich von Shanghai. Statt von Weinreben waren die 500 Häuser im Städtchen Houtouwan früher von Menschen bewohnt, bis es sie ans Festland zog. In den Neunzigerjahren verließen die letzten Fischer den Ort, an dem es weder fließendes Wasser noch Strom gibt, um kürzere Transportwege zu ihren Händlern zu haben.
Hier hat die Natur Häuser und Wege übernommen: auf Shengshan, einer chinesischen Insel östlich von Shanghai. Statt von Weinreben waren die 500 Häuser im Städtchen Houtouwan früher von Menschen bewohnt, bis es sie ans Festland zog. In den Neunzigerjahren verließen die letzten Fischer den Ort, an dem es weder fließendes Wasser noch Strom gibt, um kürzere Transportwege zu ihren Händlern zu haben.
Foto: Getty Images
Früher war die Insel Hashima vor der japanischen Küste einer der am dichtesten besiedelten Orte auf der ganzen Welt. 1974 kam die Wende für die Industrialisierungs-Hochburg, die viele Kohlearbeiter in mehrstöckigen Betonwohngebäuden beheimatet hatte, als die Regierung auf den Kraftstoff der Zukunft umschwenkte: Erdöl. Hashima wurde fluchtartig verlassen und bald zum Sperrgebiet. Touristen betreten es auf eigene Gefahr, viele der Ruinen sind einsturzgefährdet.
Früher war die Insel Hashima vor der japanischen Küste einer der am dichtesten besiedelten Orte auf der ganzen Welt. 1974 kam die Wende für die Industrialisierungs-Hochburg, die viele Kohlearbeiter in mehrstöckigen Betonwohngebäuden beheimatet hatte, als die Regierung auf den Kraftstoff der Zukunft umschwenkte: Erdöl. Hashima wurde fluchtartig verlassen und bald zum Sperrgebiet. Touristen betreten es auf eigene Gefahr, viele der Ruinen sind einsturzgefährdet.
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2000 Menschen lebten früher in Centralia, einem einst florierenden Bergbaustädtchen im US-Staat Pennsylvania. Bis offenbar die Freiwillige Feuerwehr 1962 eine illegale Müllhalde in einer ausgedienten Tagebaugrube niederbrannte und so einen Kohlebrand verursachte. Die Glut war offenbar nicht vollständig erstickt. Das Feuer entflammte erneut, erfüllte bald das gesamte unterirdische Stadtgebiet...
2000 Menschen lebten früher in Centralia, einem einst florierenden Bergbaustädtchen im US-Staat Pennsylvania. Bis offenbar die Freiwillige Feuerwehr 1962 eine illegale Müllhalde in einer ausgedienten Tagebaugrube niederbrannte und so einen Kohlebrand verursachte. Die Glut war offenbar nicht vollständig erstickt. Das Feuer entflammte erneut, erfüllte bald das gesamte unterirdische Stadtgebiet... Foto: Wikimedia / CC-BY-SA-2.5 Flickr/Douglas Muth / CC BY 2.0
Foto: Collage: TRAVELBOOK - Douglas Muth / flickr/ CC BY-SA 2.0 - Jrmski / Wikimedia / CC-BY-SA-2.5
Obwohl es mittlerweile keine offenen Brände mehr zu geben scheint, ist die Stadt nahezu menschenleer. Trotz der Empfehlung der Behörden Pennsylvanias blieben weniger als zehn Bewohner.
Obwohl es mittlerweile keine offenen Brände mehr zu geben scheint, ist die Stadt nahezu menschenleer. Trotz der Empfehlung der Behörden Pennsylvanias blieben weniger als zehn Bewohner. Flickr/thisisbossi / CC BY 2.0
Foto: thisisbossi / Flickr / CC BY-SA 2.0
Vor 1908 war Kolmannskuppe im Süden des heutigen Namibias unbewohnt. Kein Wunder: Hier gab es nichts außer Sand. Die nächste Süßwasserquelle – 1000 Kilometer entfernt. Bis zwei Eisenbahnarbeiter auf Diamanten stießen. Der Ort galt bald als die reichste Stadt Afrikas. Hier wurden herrschaftlichen Steinvillen mit hochwertigem Baumaterial aus Deutschland errichtet, genau so wie eine komplette Infrastruktur
Vor 1908 war Kolmannskuppe im Süden des heutigen Namibias unbewohnt. Kein Wunder: Hier gab es nichts außer Sand. Die nächste Süßwasserquelle – 1000 Kilometer entfernt. Bis zwei Eisenbahnarbeiter auf Diamanten stießen. Der Ort galt bald als die reichste Stadt Afrikas. Hier wurden herrschaftlichen Steinvillen mit hochwertigem Baumaterial aus Deutschland errichtet, genau so wie eine komplette Infrastruktur
Foto: Getty Images
Doch dann gingen Kolmannskuppe die Diamanten aus und die Menschen verließen die Stadt. Seit Ende 1950 ist es (wieder) eine Geisterstadt, die im Sand versinkt – Stürme tragen den Sand in die verlassenen Häuser. Manche davon wurden originalgetreu wiederhergestellt und sind nun eine Art Freilichtmuseum, das aufgrund der sich ständig verändernder Sandmassen bei jedem Besuch anders aussieht.
Doch dann gingen Kolmannskuppe die Diamanten aus und die Menschen verließen die Stadt. Seit Ende 1950 ist es (wieder) eine Geisterstadt, die im Sand versinkt – Stürme tragen den Sand in die verlassenen Häuser. Manche davon wurden originalgetreu wiederhergestellt und sind nun eine Art Freilichtmuseum, das aufgrund der sich ständig verändernder Sandmassen bei jedem Besuch anders aussieht.
Foto: Getty Images
Die Häuser im kanadischen Kitsault, 1,300 Kilometer nördlich von Vancouver, sind eingerichtet, als würden hier Menschen leben. Dabei ist die gesamte Infrastruktur der Stadt vor 30 Jahren zum Erliegen gekommen – übrigens nur 18 Monate, nachdem sie überhaupt erbaut worden war, als Zuhause für Minenarbeiter und deren Familien 
Die Häuser im kanadischen Kitsault, 1,300 Kilometer nördlich von Vancouver, sind eingerichtet, als würden hier Menschen leben. Dabei ist die gesamte Infrastruktur der Stadt vor 30 Jahren zum Erliegen gekommen – übrigens nur 18 Monate, nachdem sie überhaupt erbaut worden war, als Zuhause für Minenarbeiter und deren Familien 
Foto: Chad Graham / zpaperboyz photography
Als die Mine geschlossen wurde, hielt es niemanden mehr hieR. Außer dem Wärter des Firmengeländes. Bis heute mäht er den Rasen und hält die Räume instand, inzwischen im Autrag eines US-Unternehmers, der die ganze Stadt 2005 gekauft hat.
Als die Mine geschlossen wurde, hielt es niemanden mehr hieR. Außer dem Wärter des Firmengeländes. Bis heute mäht er den Rasen und hält die Räume instand, inzwischen im Autrag eines US-Unternehmers, der die ganze Stadt 2005 gekauft hat.
Foto: Chad Graham / zpaperboyz photography

Manche Orte faszinieren uns durch ihre ständige Bewegung, Veränderung und die Menschen, die ihnen Leben einhauchen. Doch mitunter übt auch die Abwesenheit von alledem einen besonderen Reiz auf uns aus – wenn der Mensch einen Ort aus welchen Gründen auch immer verlassen hat und dort die Zeit scheinbar stehen geblieben ist. Wir zeigen acht solcher Orte, die alle eines gemeinsam haben: eine spannende Geschichte.

Geisterorte – manchmal handelt es sich dabei um verlassene Städte – haben fast immer etwas Gespenstisches, Morbides an sich. Oft handelt es sich dabei um frühere Bergbauorte, die in der Nähe bestimmter Rohstoffvorkommen gebaut wurden. Sind diese Reserven erschöpft, ziehen die Arbeiter mit ihren Familien weiter. Was bleibt, sind leerstehende Häuser und Fabriken.

Auch Kriege, Krisen und Konflikte sind häufig schuld daran, dass ein Ort verlassen werden muss und eine gesamte Infrastruktur von jetzt auf gleich lahm gelegt wird. So zum Beispiel in Varosha – Anfang der 1970er-Jahre ein beliebter Badeort im Osten Zyperns, den früher sogar Film-Diven wie Elizabeth Taylor († 79) und Sofia Loren bereisten. Heute badet hier niemand mehr.

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Seit im Sommer 1974 der Zypernkonflikt eskalierte und türkische Truppen hier einmarschierten, ist Varosha ein Geisterort. Verfallene Häuser mit rostigen Herdplatten und zum Verkauf stehende „Neuwagen“ (Baujahr 1974) zeigen, wie fluchtartig die Bewohner damals ihr Zuhause verlassen mussten. Bis heute verhindert ein Stachseldrahtzaun den Besuch, ja, sogar ein Leben hier.

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Berichten zufolge sollen die vielen Initiativen, die eine Wiederbelebung der Stadt fordern, endlich Früchte tragen. So fördert beispielsweise die UN Gespräche zwischen türkischen und griechischen Zyprioten, bei der die Zukunft des einstigen Urlaubsparadieses verhandelt wird. Noch ist nichts entschieden oder geplant – bis auf Weiteres bleibt Varosha also eine verlassene Geisterstadt, in der das Leben urplötzlich ein Ende nahm.

Varosha und spektakuläre Bilder sieben weiterer Geisterorte zeigen wir in der Bildergalerie oben!

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