Weltweit

7 berühmte Sehenswürdigkeiten, die es heute nicht mehr gibt

Bamiyan-Tal in Afghanistan
Afghanistan: In dieser Felswand klafft heute ein riesiges Loch, die Umrisse einer Statue, die dort mal drin war, sind noch zu erkennen
Foto: Getty Images

Leider kommt es immer wieder vor, dass beliebte Attraktionen zerstört werden, sei es von Menschenhand oder durch Naturgewalten. Und nicht immer werden sie wieder aufgebaut bzw. ist das in manchen Fällen auch gar nicht möglich. TRAVELBOOK zeigt sieben Beispiele weltweit.

Azure Window, Gozo, Malta

„Azure Window“, Malta

Zählte einst zu den Wahrzeichen Maltas: das Felsentor Azure Window
Foto: Getty Images

Es zählte zu den meistfotografierten Orten Maltas, schmückte unzählige Postkarten und Instagram-Accounts: das berühmte Azure Window auf der kleinen Nachbarinsel Gozo. Dann der Schock im März 2017: Das Felsentor Azure Window brach aufgrund heftiger Stürme ein. Bereits ein Jahr zuvor war bei stürmischer See ein Stück des „Blauen Fensters“ abgebrochen, niemand durfte es seitdem mehr betreten.

Die Küste von Gozo ist immer noch spektakulär, nur fehlt eben heute das Felsentor, das einst zu den berühmtesten Wahrzeichen des Inselstaates im Mittelmeer zählte.

Die Felsenküste auf Gozo ohne das „Azure Window“

Die Felsenküste auf Gozo ohne das Azure Window
Foto: dpa Picture Alliance

Buddha-Statuen von Bamiyan, Afghanistan

größere der beiden Buddha-Statuen im Bamiyan-Tal in Afghanistan

Dieses Foto aus dem Jahr 1996 zeigt die größere der beiden Buddha-Statuen im Bamiyan-Tal in Afghanistan
Foto: dpa Picture Alliance

Mit 53 und 35 Metern waren sie einst die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt und zählten zusammen mit weiteren kulturellen Stätten zum Bamyian-Tal im Zentrum von Afghanistan, das die Unesco im Jahr 2003 zum Weltkulturerbe erklärte. Doch zu diesem Zeitpunkt existierten die beiden in einen Felsen eingearbeiteten Buddha-Statuen schon nicht mehr, zwei Jahre zuvor waren sie von den Taliban zerstört worden.

Die Trümmer der Statuen, die aus dem 3. bis 10. Jahrhundert stammen sollen, wurden geborgen und die Nischen, in denen sie standen, abgesichert. Bestrebungen, sie wieder aufzubauen, verliefen bisher jedoch im Sande.

Bamiyan-Tal in Afghanistan

In der Felswand klafft heute ein riesiges Loch, die Umrisse der Statue sind noch zu erkennen
Foto: Getty Images

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Liebesschlösser-Brücke, Paris

Hier hingen noch alle Schlösser am Pont des Arts in Paris

Hier hingen noch alle Schlösser am Pont des Arts in Paris
Foto: Getty Images

Der Pont des Arts in Paris war die wohl romantischste Brücke der Welt: Abertausende Paare hatten hier mit den Jahren als Zeichen ihrer Liebe ein Schloss mit ihrem Namen an den Geländern angebracht. Doch irgendwann wurde die Brücke einfach zu schwer, sage und schreibe 45 Tonnen wogen die Schlösser am Ende laut einem Bericht der WELT. Eines der Gitter am Geländer gab unter dem Gewicht des Behangs sogar nach und knallte auf die Brücke, wobei zum Glück niemand verletzt wurde.

Der Stadtverwaltung der französischen Hauptstadt erschien die Gefahr schließlich zu groß, dass sich mit der tonnenschweren Last weitere Sicherheitsrisiken ergeben könnte, falls die Struktur der Brücke dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen würde oder Geländerteile abrissen und auf Schiffe fallen könnten. Daher wurden kurzerhand alle Liebesschlösser entfernt und das Geländer so umgestaltet, dass kein Anbringen von Schlössern mehr möglich ist. Allerdings lassen sich findige Paare so einiges einfallen, um sich doch noch auf der Brücke zu verewigen – etwa an einem der Brückenpfeiler, an denen inzwischen wieder eine beachtliche Menge an Schlössern hängt.

Pont des Arts Paris

Der Pont des Arts heute. Liebesschlösser gibt es hier heute wieder, wenn auch bei Weitem nicht so viele wie früher.
Foto: Getty Images

Crystal Palace, London

Diese nachträglich kolorierte Aufnahme des Crystal Palace entstand um das Jahr 1900

Diese nachträglich kolorierte Aufnahme des Crystal Palace entstand um das Jahr 1900
Foto: dpa Picture Alliance

Der Kristallpalast war eigens für die erste Weltausstellung im Jahr 1851 im Londoner Hyde Park errichtet worden. Entworfen hat ihn Sir Joseph Paxton, der nicht nur als innovativer Architekt galt, sondern auch Botaniker, Autor und Politiker war. Der im viktorianischen Baustil geplante Bau bestand komplett aus Glas und Gusseisen und wurde innerhalb von nur 17 Wochen erbaut.

Nach dem Ende der Weltausstellung wurde der in Modulbauweise errichtete Kristallpalast wieder demontiert, anschließend im Bezirk Sydenham im Londoner Südosten bis 1854 wieder aufgebaut und dabei noch erweitert. Dort stand das gläserne Gebäude dann mehr als 80 Jahre, fiel allerdings im Jahr 1936 einem Brand zum Opfer, der es vollkommen zerstörte. Den Crystal Palace Park gibt es allerdings heute noch immer.

Crystal Palace, Ruinen

Die Überreste des Kristallpalastes nach dem Feuer im Jahr 1936. Zwei Türme entfernte man nachträglich im Zweiten Weltkrieg, damit sie feindlichen Flugzeugen nicht als Orientierung dienen konnten.
Foto: dpa Picture Alliance

Pink and White Terraces, Neuseeland

Pink and White Terraces, Neuseeland

Die Pink and White Terraces galten als „achtes Weltwunder“ und wurden von den Māori „Fontaine des bewölkten Himmels“ genannt
Foto: dpa picture alliance

Sieht man sich alte Bilder von den Pink and White Terraces auf der neuseeländischen Nordinsel an, erinnern sie sogleich stark an die Kalksinterterrassen von Pamukkale im Südwesten der Türkei. Die Wasserbecken, die von einer dicken Schicht des Minerals Geyserit umschlossen waren und in den schönsten Farben leuchteten, galten einst als beeindruckendes Naturwunder und zogen viele Touristen zum Baden an.

Heute ist von den Pink and White Terraces jedoch nichts mehr übrig, denn im Juni 1886 brach der fünf Kilometer entfernte Vulkan Mount Tarawera aus. Die Kalsinterterrassen wurden dabei verschüttet, in dem gewaltigen Krater, der sich über ihnen öffnete, bildete sich schließlich ein neuer See, der heutige Lake Rotomahana, der 30 Meter höher liegt und auch viel größer ist als der alte gleichnamige See vor dem Ausbruch.

West Pier, Brighton, England 

West Pier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1976

Der damals noch intakte, aber bereits renovierungsbedürftige West Pier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1976
Foto: Getty Images

Der West Pier war eine wunderschöne Seebrücke im englischen Badeort Brighton, erbaut im Jahr 1866 als gusseiserne Konstruktion. Das Bauwerk war nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein kultureller Mittelpunkt in Brighton. So befanden sich im Inneren unter anderem ein Konzertsaal sowie ein großer Theatersaal.

Anfang des 21. Jahrhunderts ereilten die längst renovierungsbedürftige Brücke dann gleich mehrere Schicksalsschläge, die zusammengenommen ihr Ende bedeuteten: So führte eine heftige Sturmflut im Jahr 2002 dazu, dass die Konstruktion in sich zusammenbrach und zwei Brückenpfeiler im Meer untergingen. Rund ein Jahr später wurde einer der Pavillons durch ein Feuer zerstört, wenige Monate darauf brannte es auch im Konzertsaal. Dieser stürzte bei einer Sturmflut 2004 dann endgültig ein. Heute steht vor der Küste von Brighton nur noch ein Stahlskelett, alle Pläne für einen Wiederaufbau der einst berühmten Brücke sind bislang gescheitert.

Das Stahlgerüst des West Piers ist heute ein beliebtes Fotomotiv
Foto: iStock/cnx4004

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Chacaltaya-Gletscher, Bolivien

Chacaltaya

Im Mai 2005 lag auf dem Gletscher zwar noch Schnee, aber bei Weitem nicht so viel wie noch einige Jahre zuvor
Foto: Wikimedia Commons/Ixitixel / CC-BY-SA-3.0-migrated

Der Chacaltaya-Gletscher nahe La Paz in Bolivien galt einst als das höchstgelegene Skigebiet der Welt, die Pisten lagen auf 5260 Metern Höhe und sogar der österreichische Alpenverein betrieb hier eine Hütte. Der erste Skilift Südamerikas war hier 1940 eröffnet worden, und noch im Jahr 2001 fanden auf dem Chacaltaya Wintersport-Wettbewerbe statt.

Aufgrund des Klimawandels schrumpfte der Gletscher in den vergangenen Jahrzehnten jedoch immer mehr in sich zusammen. Seit 2009 ist das Eis fast vollständig verschwunden, Wintersport findet hier nicht mehr statt.

Chacaltaya

Eine alte Skihütte zeugt von der Zeit, als der Chacaltaya noch Wintersportler aus aller Welt angezogen hat
Foto: dpa Picture Alliance