15. Mai 2026, 15:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Medien berichten von einer „Pfauen-Invasion“ im italienischen Punta Marina Terme (umgangssprachlich meist nur Punta Marina genannt). Die, zugegeben, beeindruckenden Tiere sollen inzwischen in großer Zahl in dem kleinen Urlaubsort unterwegs sein – und sich dabei auf offener Straße mitunter ziemlich daneben benehmen, konkret: durch Lautstärke und Verschmutzung auffallen. Klingt skurril?Finden die Anwohner des Orts aber gar nicht mehr so lustig. Erfahren Sie mehr darüber bei TRAVELBOOK.
Kennen Sie Punta Marina? Dann sind Ihnen wahrscheinlich auch die dort inzwischen fest etablierten Pfauen bekannt. Die Tiere haben sich in dem Badeort nahe Ravenna an der italienischen Adriaküste dauerhaft angesiedelt, wie unter anderem der „Corriere Romagna“ schon 2022 berichtete. Doch damals waren es bei Weitem noch nicht so viele wie heute… Für Besucher sind die prächtigen Vögel eine exotische Sehenswürdigkeit und somit auch ein beliebtes Fotomotiv. Anwohner von Punta Marina hingegen wünschen sich die Tiere sehnlichst aus dem Straßenbild.
Anwohner von Punta Marina fühlen sich als „Geiseln der Pfauen“
An der Stelle sollte man kurz schildern, was mit steigendem Vogelaufkommen wirklich gemeint ist: Die Rede ist von einer derzeitigen Population von Schätzungen zufolge mehr als 100 Pfauen. In einem Beitrag der Rai-Sendung „La Vita in Diretta“, den man auf Instagram ansehen kann, beschreiben Bewohner den Ort dabei als „von Pfauen in Geiselhaft genommen“. Die Befragten lassen keinen Zweifel daran: Sie empfinden die Präsenz der Tiere als Plage.
Die Probleme, die sie in dem Beitrag schildern, reichen von nächtlicher Lärmbelästigung über Verschmutzungen durch Kot bis hin zu Schäden an Dächern, Autos und Gärten. Noch ärger werde das Ganze während der Paarungszeit im Frühjahr und Frühsommer. Allerdings ist es nicht das Paarungsverhalten im biologischen Sinn, das den Anwohnern übel aufstößt, sondern sie stören sich an verschiedenen Begleiterscheinungen dieser Phase. Den Darstellungen nach treten paarungsbereite Pfauen durch laute Rufe, nächtliche Aktivität und ein territoriales Verhalten im Siedlungsgebiet deutlich stärker in Erscheinung.
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Wo die Pfauen herkommen
Laut einem Bericht der Zeitung „Il Resto del Carlino“ sollen die ersten Pfauen etwa seit dem Jahr 2014 in dem Gebiet bei Ravenna vorkommen, genauer in einem historischen Pinienwald (Pineta) an der Adriaküste nahe einer ehemaligen Militäranlage. In den Folgejahren sei die Population deutlich angestiegen, insbesondere während der Corona-Lockdowns. In diesem Zeitraum waren die Tiere demnach deutlich weniger Störungen ausgesetzt und konnten sich ungehindert in der Umgebung ausbreiten.
So geht die Gemeinde mit der Situation um
Die Gemeinde Ravenna arbeitet mit der Tierschutzorganisation CLAMA zusammen und stellt Mittel für Maßnahmen wie Aufklärung, Monitoring und Betreuung der Tiere bereit. CLAMA betont dabei, dass keine akute Notlage vorliege und die Situation teilweise überzeichnet dargestellt werde. In den sozialen Medien lässt sich ein entsprechend emotional geführter Konflikt beobachten.
Weitergehende, teils umstrittene Maßnahmen werden zumindest diskutiert, darunter eine stärkere Kontrolle der Population sowie mögliche Umsiedlungen. Bis auf Weiteres beschränkt sich der Umgang mit den Pfauen im Alltag jedoch auf Hinweisschilder im Ort, die Besucher und Anwohner dazu auffordern, die Tiere nicht zu füttern und Abstand zu halten. Man versucht sozusagen, das Zusammenleben von Mensch und Tier zu organisieren.