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Skun

Das Dorf, in dem Taranteln auf der Speisekarte stehen

Angesichts solcher Fotos, verwundert es nicht, dass das kambodschanische Dorf Skun auch Spiderville, Spinnenstadt, genannt wird
Angesichts solcher Fotos, verwundert es nicht, dass das kambodschanische Dorf Skun auch Spiderville, Spinnenstadt, genannt wirdFoto: Getty Images

Die meisten Menschen würden sich wohl davor ekeln, Spinnen zu essen – in dem kambodschanischen Dorf Skun allerdings stehen die Achtbeiner seit Jahrzehnten fest auf dem Speiseplan. Was aus bitterer Not begann, bringt dem Ort heute zahlreiche Touristen.

Irgendwo am Highway 6 zwischen Phnom Penh und Siem Reap liegt das Dörfchen Skun – der Ort, den die Menschen in Kambodscha heute nur noch Spiderville, Spinnenstadt, nennen. Diesen Namen verdankt der Ort seinen unzähligen achtbeinigen Bewohnern, die hier seit Jahrzehnten mit den Menschen leben: Zahllose Taranteln bevölkern den Ort geradezu und haben ihn so für den Tourismus auf die Landkarte gesetzt. Denn während man sich anderswo wohl vor den Spinnen ekeln würde, werden sie in Skun gegessen.

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Doch der Reihe nach: Wie unter anderen die britische Zeitung „Sun“ schreibt, wurden die Achtbeiner während der Zeit des Roten-Khmer-Regimes in den Speiseplan mit aufgenommen, als bittere Armut die Menschen in Kambodscha hungern ließ. Heute sind die pelzigen Taranteln aus dem Speiseplan kaum mehr wegzudenken  – und es kommen sogar Touristen, um die gebratenen Tiere als skurrile Delikatesse zu probieren.

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Delikatesse und Medizin

Viele Menschen verdienen mittlerweile an dem Geschäft mit den Spinnen: So macht eine Verkäuferin laut „Telegraph“ im Durchschnitt bis zu sechs Euro am Tag mit dem Verkauf der Taranteln – in Kambodscha ein guter Lohn, liegt doch das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen im Jahr laut Auswärtigem Amt gerade mal bei umgerechnet etwa 1000 Euro. Daher gibt es in Skun den Spinnen zu Ehren sogar ein Statue.

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Jenny Miller vom Online-Magazin „Food Republic“ hat sich getraut und die mit Salz, Zucker und Glutamat gewürzten und in Öl frittierten Tiere gegessen. Ihr Fazit: „Es schmeckt sogar gut!“ Und zwar wie Butterkrebse.

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Gebratene Spinnen als Instagram-Hype

Auf Instagram kursieren zahlreiche Bilder von Touristen, die Skun besucht und Spinnen gegessen haben. „Um Himmelswillen! Du bist tapfer!“, kommentiert ein Nutzer beispielsweise das Bild von Userin „grlnxtdoorisblk“. Ein anderer meint sogar: Oh mein Gott, ich bin so neidisch, ich wollte immer schon mal Käfer essen.“

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Im Übrigen sind Spinnen in Asien kein so außergewöhnliches Essen, wie es dem europäischen Gaumen vielleicht erscheinen mag: Immer wieder berichten Reisende davon, sie hätten Spinnen, Heuschrecken und Schlangen gegessen.

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