Im Südpazifik

Point Nemo – der isolierteste Punkt auf der Erde

Point Nemo ist eigentlich einfach nur ein Punkt mitten im Nirgendwo des Pazifik – doch geographisch gesehen ist es der Ort, der weiter von jeglicher Landmasse entfernt ist als jeder andere. Wer hierherkommt, ist sogar den Astronauten der ISS näher als jedem Menschen auf der Welt...

2778 km sind es dem Onlineportal von „Red Bull“ zufolge bis nach Auckland in Neuseeland, 3978 km bis in brasilianische Itajai und 2688 km nach Maher Island in der Antarktis. Erreichbar ist Point Nemo nur per Schiff, eine Reise dorthin dauert mindestens 15 Tage.

„Entdeckt“ wurde Point Nemo erst 1992 von dem Vermessungstechnicker Hrvoje Lukatela, und zwar mittels einer speziellen Computersoftware unter Einbeziehung der Kugelform der Erde. Und jetzt wird es skurril: Point Nemo, benannt nach dem gleichnamigen Kapitän aus Jule Vernes Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“, ist so weit von jedem besiedelten Punkt entfernt, dass einem Besucher dort die Astronauten auf der ISS näher wären als jeglicher Mensch auf der Erde.

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Dem Weltraum so nah

Laut BBC schwebt die International Space Station in etwa 416 Kilometern Höhe, während der nächstgelegene bewohnte Punkt von Point Nemo aus über 2700 km entfernt ist. Diese Einsamkeit haben sich in der Vergangenheit immer wieder die russische, europäische und japanische Weltraumbehörde zunutze gemacht – um in der Gegend um Point Nemo ihren Space-Schrott zu versenken. Der „Weltraumfriedhof“ soll das Grab von zahlreichen ausrangierten Satelliten und auch Teilen der russischen Station „Mir“ sein.

Und natürlich schürt ein solch abgelegener Ort auch Spekulationen – als Ozeanographen 1997 ein mysteriöses Geräusch aufzeichneten, das aus der Nähe von Point Nemo zu kommen schien, wurde hier schon ein Seemonster als Verursacher vermutet. Später fanden Wissenschaftler dann aber heraus, dass auseinanderbrechende Eisberge verantwortlich waren für das Geräusch, der Schall trug es dann unter Wasser offenbar weiter.

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Leben fast unmöglich

Point Nemo liegt in der Meeresströmung des sogenannten Südpazifischen Wirbels, und das rotierende Wasser dort hält anderes, nährstoffreicheres Wasser ab – zudem ist das Festland derart weit enfernt, dass der Wind kaum Nährstoffe irgendeiner Art zum Point Nemo tragen könnte, die eine Entwicklung von Leben begünstigen würden. Der Ozeanograph Steven D’Hondt bezeichnete im Gespräch mit BBC den Meeresboden unter Point Nemo als den „biologisch inaktivsten der gesamten Weltmeere“.

Die einzigen Menschen, die Point Nemo vielleicht schon einmal besucht haben, sind Teilnehmer von Segelregatten wie dem „Volvo Ocean Race“, welche laut „Red Bull“ dort gelegentlich schon mal vorbei fahren. Bei einer einfachen Hinreise von 15 Tagen dürfte es aber noch einmal so lange dauern, bis man wieder festen Boden unter den Füßen hat. Wer es trotzdem einmal versuchen will, hier sind die Geodaten von Point Nemo: 45°52.6S, 123°23.6W.

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