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Man findet ihn nur per „Schatzkarte“

Der Wald der Riesen bei Kopenhagen

Mitten in einem Wald bei Kopenhagen steht die „Kleine Tilde“, eine von sechs Riesen-Figuren des dänischen Müll-Künstlers Thomas Dambo
Mitten in einem Wald bei Kopenhagen steht die „Kleine Tilde“, eine von sechs Riesen-Figuren des dänischen Müll-Künstlers Thomas DamboFoto: Kim Matthai Leland

In mehreren Gemeinden in und um Kopenhagen steht das einzigartige Kunstprojekt „Hidden Giants“: sechs freundliche Riesen aus Sperrholz, erschaffen von dem einheimischen Künstler Thomas Dambo. Damit will er eine Botschaft vermitteln.

Riesen bei Kopenhagen
Der „Freundliche Teddy“ hilft seinen Besuchern über einen Bach – sein Arm dient als BrückeFoto: Kim Matthai Leland

Alle sechs Figuren tragen Namen von freiwilligen Mitarbeitern, die bei ihrer Erschaffung mitgeholfen haben: Der „Freundliche Teddy“ beispielsweise ist benannt nach einem Lehrer, sein hölzerner Arm dient Besuchern auch als Brücke, um einen kleinen Bach zu überqueren. Die „Kleine Tilde“ schaut über einen nahe gelegenen See und beherbergt 28 Vogelhäuser, in denen sich gefiederte Waldbewohner ansiedeln sollen – eines von Dambos ersten Projekten waren eben solche hölzernen Nistplätze, die er in Städten überall auf der Welt verteilt hat.

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Schatzsuche im Grünen

„Es war im sprichwörtlich ein Riesen-Projekt“, sagt Künstler Thomas Dambo zu TRAVELBOOK. „Etwa 40 Leute haben beim Aufbau geholfen – der älteste war ein 92 Jahre alter Mechaniker. Irgendwann habe ich den Überblick über die Kosten verloren, aber es war sicher nicht billig.“ Zwei bis vier Jahre sollen seine Riesen je nach Wetterbedingungen stehen, bevor das Naturholz verrottet ist. Um die Figuren zu finden, müssen Besucher eine Art Schatzkarte interpretieren – auf Steinen in der Nähe sind Angaben eingraviert, wie man die „versteckten Riesen“ finden kann.

Wald der Riesne, Kopenhagen
„Oscar unter der Brücke“ wurde genauso wie seine Brüder und Schwestern 2016 gebaut und begeistert seitdem Einheimische wie Besucher

Foto: Kim Matthai Leland

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Dambo arbeitet seit Jahren bevorzugt mit Materialien wie Sperrholz, will damit ein Zeichen gegen die Wegwerfkultur in der modernen Gesellschaft setzen. „Ich wollte den Menschen zeigen, dass man aus dem Müll anderer Leute etwas so Schönes erschaffen kann – und sie zum Nachdenken darüber anregen, was sie eigentlich so alles wegwerfen.“

Dambo hat schon Projekte für verschiedene Partner organisiert, darunter „Visit Denmark“ und die „Copenhagen Metro Company“. In der Garage eines ehemaligen Autohauses hat er sein Atelier, sein Arbeitsmaterial erhält er entweder durch Spenden oder bei der Suche in Müllcontainern. Auch aus Plastik- und Pappmüll hat er schon Kunstobjekte gefertigt, die es bis nach Hollywood und Puerto Rico geschafft haben. 2012 hängte Dambo bei einem Besuch auch in Berlin einige seiner berühmten Vogelhäuser auf, die ihm erst zu internationaler Bekanntheit verhalfen.

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Wald der Riesen, Kopenhagen
„Thomas auf dem Berg“, so der Name dieses Riesen, lädt seine Gäste ein, sich auf seine langen Beine zu setzen und die Natur zu genießenFoto: Kim Matthai Leland

Seine liebenswerten Riesen findet man in Rødovre, Hvidovre, Vallensbæk, Ishøj, Albertslund und Høje Taastrup, die jeweiligen Schatzkarten für die Monstersuche kann man sich hier anschauen. Laut eigenen Angaben hat Dambo mittlerweile Anfragen aus aller Welt, und möchte noch viele weitere Riesen bauen.

Wald der Riesen, Kopenhagen
Diese Statue liegt an einem BerghangFoto: Kim Matthai Leland

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