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Im US-Bundesstaat Virginia

Swannanoa Palace​ – der Palast, den ein Mann aus Liebe baute

Swannanoa Palace
Der Swannanoa Palace ist eine beeindruckende Villa im italienischen Renaissance-Stil. Und ein echtes Wahrzeichen der LiebeFoto: Getty Images

Um seiner Frau seine Liebe zu zeigen, scheute ein superreicher Amerikaner Anfang des 20. Jahrhunderts keine Kosten und Mühen. Noch immer ist der Swannanoa Palace im US-Bundesstaat Virginia ein beeindruckendes Zeugnis seiner Gefühle.

Wer die Gegend um die kleine Stadt Afton im US-Bundesstaat Virginia besucht, den könnte ein durchaus ungewöhnlicher Anblick erwarten. Ein protziger Prunk-Palast im Stil der italienischen Renaissance und eines der wohl beeindruckendsten Herrenhäuser der Vereinigten Staaten. Dabei ist der Swannanoa Palace​ vor allem ein Zeugnis für die Liebe zwischen zwei Menschen, die hier Anfang des 20. Jahrhunderts lebten.

Antikes Vorbild

Es ist das Jahr 1912, als der superreiche Eisenbahn-Tycoon James H. Dooley  eine Privatvilla in Auftrag gibt, wie sie das Land noch nicht gesehen hat. Wie die offizielle Tourismus-Seite des Staates Virginia berichtet, denkt er dabei in ganz großen Dimensionen. Sein Swannanoa Palace, so der spätere Name des Anwesens, soll der Villa einer der legendärsten Familien aller Zeiten nachempfunden sein: nämlich der Villa der Medici-Familie in Rom. Tatsächlich weisen beiden Gebäude eine verblüffende Ähnlichkeit auf.

Swannanoa Palace
Die Villa de Medici in Rom. Sie war Vorbild für den Swannanoa PalaceFoto: Getty Images

Swannanoa Palace – ein Haus für die Liebe

Dooleys Motive sind dabei höchst romantisch: Er widmet den Bau seiner Frau und großen Liebe Sarah O. May, genannt Sally. Für seinen Swannanoa Palace, das steingewordene Zeugnis seiner Gefühle, scheut er keine Kosten und Mühen. Für die damals aberwitzige Summe von zwei Millionen US-Dollar lässt er auf einer Fläche von gut 400 Hektar einen Palast mit insgesamt 52 Zimmern errichten, alles aus feinstem Marmor. Mehr als 300 Arbeiter brauchen laut der Seite des Nelson County, in dem sich Afton befindet, acht Jahre, um Dooleys Vision zu vollenden.

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Und auch wenn die Liebenden ihr Glück nicht lange genießen können, ist es noch heute in dem Haus für die Ewigkeit sichtbar. So zeigt ein riesiges Buntglasfenster ein überlebensgroßes Abbild von Sally, genauso wie ein Gemälde von ihr auf der kuppelförmigen Decke des Swannanoa Palace. Bei all diesem Protz ist die moderne Medici-Villa aber nur der Zweitwohnsitz des Paares, das noch ein anderes, noch einmal weitaus größeres Anwesen in Richmond, Virginia, besitzt.

Kurzes Glück

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Dooley selbst starb allerdings bereits zwei Jahre nach der Fertigstellung des Swannanoa Palace im Jahr 1922. Seine Frau Sally folgte ihm nur vier Jahre später. „Atlas Obscura“ zufolge verfiel das Herrenhaus danach zunächst, bis sich neue, nicht weniger illustre Eigentümer dafür fanden. Das Ehepaar Walter und Lao Russel kaufte den Palast und richtete dort eine Universität für Wissenschaft und Philosophie ein.

Noch bis 1988 und damit auch 25 Jahre nach dem Tod ihres Ehemannes lebte Lao Russel anschließend im Swannanoa Palace, bis sie selbst verstarb. Wieder einmal verfiel das Haus zunächst. Doch die aktuelle Eigentümerin bemühte sich darum, dem Anwesen wieder seinen alten Glanz zu verleihen. Heute ist es zudem als historisches Wahrzeichen besonders geschützt. Über das Besucherzentrum des Nelson County kann man Touren buchen, und an bestimmten Wochenenden ist die Villa auch für die breite Öffentlichkeit geöffnet.

Und auch heute noch, gut 100 Jahre später, lebt im Swannanoa Palace die Liebe zwischen ihren einstigen Besitzern weiter. Denn auf dem gigantischen Anwesen kann man auch heiraten, eine besonders beliebte Attraktion. Buchen kann man zum Beispiel über die Webseite „Skyline Swannanoa“. Kein Wunder also, dass der Ort heute zu den größten Touristenattraktionen in Virginia gehört. „Was für ein fantastischer Ort“, schreibt ein User auf dem Portal Tripadvisor. Ein zweiter fügt hinzu: „Auch wenn der Palast seine besten Tage vielleicht hinter sich hat, ist er doch schön und einen Besuch wert.“

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