13. November 2025, 18:11 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Deutschlands höchstes Gipfelkreuz ist verschwunden – und das aus gutem Grund. Der Zustand des Wahrzeichens auf der Zugspitze war zuletzt alles andere als würdevoll. Was genau hinter dem plötzlichen Verschwinden steckt und wann das berühmte Kreuz in neuem Glanz zurückkehren soll, erfahren Sie hier.
Zugspitz-Kreuz abgebaut – Restaurierung in vollem Gange
Laut BILD wurde das 4,88 Meter hohe und rund 300 Kilogramm schwere Gipfelkreuz am Dienstag mithilfe eines Hubschraubers vom 2962 Meter hohen Gipfel ins Tal geflogen. Dort wurde es auf einen Lastwagen verladen und zur Kunstschmiedin Andrea Würzinger nach Eschenlohe gebracht, die nun mit der aufwendigen Restaurierung betraut ist.
Über die Jahre hatten Touristen das aus Blattgold bestehende Kreuz mit zahlreichen Stickern überzogen. Der Zustand war derart unansehnlich geworden, dass die Betreiber der Zugspitzbahn beschlossen, das Wahrzeichen rechtzeitig vor Beginn der Skisaison umfassend aufzuarbeiten.
„Wir wollen versuchen, nur da zu vergolden, wo kein Gold mehr ist“, erklärt Andrea Würzinger. Die Schmiedin hat bereits 500 Blätter hauchdünnes Blattgold in der Größe von 8 mal 8 Zentimetern bestellt. Die Restaurierungskosten belaufen sich auf rund 1500 Euro. Würzinger bringt dabei auch eine persönliche Verbindung mit: Ihr Vater hatte bereits in den 1990er-Jahren das heutige Kreuz nach dem Original von 1851 rekonstruiert.
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Selfie-Kreuz ebenfalls betroffen
Nicht nur das Original, auch eine Touristenattraktion in Form einer Kreuzkopie blieb von der Aufkleber-Flut nicht verschont. Der Künstler Bernard Rieger aus Wallgau, der im Sommer eine Nachbildung für eine Selfie-Station auf der Zugspitze installiert hatte, berichtet: „Meine Kopie muss jetzt auch saniert werden. Diese Aufkleberflut hat in den letzten Jahren so zugenommen. Vor allem Fußball und rechte Parolen sind die Themen. Am vergangenen Sonntag hab ich es geholt. Es ist ja zum Glück nicht schwer.“
Sein Modell besteht lediglich aus leichten Abflussrohren aus dem Baumarkt und wiegt nur wenige Kilogramm. Es wurde installiert, um Touristen einen gefahrlosen Fotospot zu bieten – denn viele Besucher wagten sich trotz Schnee und Glätte mit Turnschuhen bis zum schwer erreichbaren Originalkreuz vor und riskierten dabei ihre Sicherheit – TRAVELBOOK berichtete.
Rückkehr zum Saisonstart geplant
Derzeit ist der Gipfel der Zugspitze ohne Kreuz. Doch die Betreiber hoffen, das Wahrzeichen rechtzeitig zum Beginn der Skisaison am 28. November wieder an seinem angestammten Platz montieren zu können – dann frisch vergoldet und ohne Sticker.

