25. März 2026, 17:17 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
England hat den längsten Küstenwanderweg der Welt! Stolze 18 Jahre haben Planung und Arbeiten gedauert. Nun können Besucher auf 4327 Kilometern das ganze Land nahezu einmal umrunden. Was es alles zu sehen gibt, erfahren Sie hier.
Vollständige Eröffnung Mitte 2026
18 Jahre, sieben britische Premierminister und viele Gesetzesänderungen haben es gebraucht, damit der King Charles III England Coast Path zum längsten Küstenwanderweg der Welt werden konnte. Ganz begehbar ist er allerdings noch nicht. Aktuell sind etwa 80 Prozent der Strecke geöffnet, die restlichen Wege sollen laut Visit Britain Mitte des Jahres folgen. Offiziell eröffnet wurde der Wanderweg aber schon mal, und zwar von keinem Geringeren als dem britischen König Charles. Nach ihm wurde der Weg nach der Krönung benannt.
Zurzeit beträgt die Strecke stolze 4327 Kilometer – nach ihrer endgültigen Fertigstellung sollen es rund 4345 Kilometer sein. Viel fehlt also nicht mehr. Die Strecke hat insgesamt 67 Etappen.
Für die Zukunft geplant
Wie unter anderem „BBC“ berichtet, existierte schon ein Großteil der Küstenroute – trotzdem wurden noch mehr als 1600 Kilometer neue Wege angelegt und viele Abschnitte ausgebaut. Der Weg ist vor allem für Fußgänger; dafür wurden Wege extra asphaltiert und Hindernisse entfernt oder Brücken gebaut.
Voraussetzung für den neuen Wanderweg waren auch Gesetzesänderungen bzw. Anpassungen. Denn viele Gebiete wurden erst dank neuer Zugangsrechte zugänglich gemacht, die vorher noch für die Öffentlichkeit gesperrt waren. Dazu gehören Klippen, Strände und Dünen.
Außerdem wurden Lücken im Wanderwegnetz geschlossen und die Routen näher ans Wasser gebracht. Und auch für die Zukunft wurde mitgeplant. Sollte die Küstenlinie aufgrund von starken Regenfällen oder Ähnlichem erodieren oder sich verschieben, gibt es das Recht, die Route ins Landesinnere zu verlegen. So kann der Weg an die sich verändernde Küstenlinie angepasst werden.
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Klippen, Dünen, Strände
Der Küstenwanderweg King Charles III England Coast Path führt an abwechslungsreichen Landschaften vorbei. Wanderer laufen an Salzwiesen, Sandstränden, Klippen, Dünen oder auch historischen Küstenstädten entlang.
Einer der Höhepunkte ist die berühmte Kreidehügellandschaft Seven Sisters in East Sussex in Südengland. Sie ist auch Teil eines neu ausgewiesenen Nationalen Naturschutzgebietes. Um die Felsen in ihrer vollen Pracht zu sehen, braucht es etwas Glück. Denn nur bei Sonnenschein leuchten die Kreidefelsen schneeweiß.
Im Südwesten befindet sich ein Abschnitt, der etwas anspruchsvoller ist und sich für diejenigen eignet, die auch etwas „erleben“ wollen. Denn der Fluss Erme kreuzt den Wanderweg – es gibt aber weder Brücke noch Fähre. Einzige Lösung: Wanderer müssen rund um die Zeit der Ebbe die Hosen hochkrempeln und durch den Fluss waten.
Vier bis sechs Monate wandern
Wer einmal den kompletten Weg bewandern möchte, benötigt etwas Zeit. Laut Visit Britain hängt die Dauer natürlich grundsätzlich davon ab, welches Tempo man draufhat und welche Aktivitäten während der Wanderung geplant sind. Geschätzt wird aber, dass es zwischen vier und sechs Monate dauert, um den gesamten Weg zu gehen.
Mehr als 4300 Kilometer – da kommt schnell die Frage auf, wo man da anfangen soll. Hilfreich ist dann die Website „nationaltrail“, die unter anderem von Natural England betrieben wird, einer staatlichen Organisation, die die Regierung bei Umweltfragen berät. Dort kann man angeben, für wie viele Tage man eine Wanderung plant, wie lang die Strecke maximal sein soll und vor allem, wie schwer sie sein darf. Gefiltert werden kann auch, ob man lieber am Meer unterwegs ist oder auch mal Dörfer besuchen möchte. Und auch das Thema kann eingestellt werden: Geschichte, Essen und Trinken, Küste, Pilgerreise oder Tierwelt lassen sich auswählen.
Da einige der Abschnitte durch besonders sensible Natur führen, ist dort ausschließlich die Fortbewegung zu Fuß gestattet, auf manchen auch auf Pferderücken oder mit dem Fahrrad. Wanderer dürfen aber ihre Hunde mitnehmen.