31. Juli 2025, 10:26 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Dass man in Norwegen gut wandern kann, ist kein Geheimnis. Im Süden des Landes gibt es allerdings einen Wanderweg der besonderen Art. Dieser führt durch die Tømmerrenna, eine alte Flößerrinne aus Holz. TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal hat sich diesen ungewöhnlichen Pfad einmal genauer angesehen.
Auf unserer Reise durch Norwegen sind wir so einige Wanderrouten entlanggewandert – doch die Tømmerrenna in Vennesla war dann doch noch einmal etwas ganz Besonderes. Die Flößerrinne liegt etwa 30 Minuten mit dem Auto von Kristiansand entfernt. Ein beliebter Startpunkt ist am Wasserfall Steinsfossen. Dort gibt es auch ein paar Parkmöglichkeiten, allerdings nicht in Massen. Man kann die Wanderung aber auch an anderen Stellen beginnen. Immer wieder gibt es auf dem Weg Möglichkeiten, in die Flößerrinne zu steigen.
Wälder, Felsen, kleine Wasserfälle
Schon von weitem wird mir klar: Das ist kein typischer Wanderweg! Denn man läuft nicht über Waldboden, Felsen oder Sonstiges, sondern in einer Rinne aus Holz – und das in teilweise schwindelerregender Höhe. Bei der Tømmerrenna in Norwegen handelt es sich um eine vier Kilometer lange Flößerrinne, die einzige und längste ihrer Art in ganz Norwegen. Früher wurden dort Baumstämme mit Wasser entlang der Rinne transportiert.
Über die Jahre wurde die Konstruktion restauriert. Und zur Freude vieler Einheimischer kann man inzwischen durch die Rinne spazieren. Wir sind relativ früh morgens dort, gegen ca. neun Uhr, und begegnen zunächst nur wenigen Menschen. So lässt sich dieser besondere Wanderweg so richtig genießen. Auf dem Pfad gibt es viel zu sehen: Wälder, Felsen, kleine Wasserfälle. Zwischendurch kann man die Holzrinne auch immer mal wieder verlassen, um etwa kleine Rastplätze aufzusuchen.
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In der Nähe verlaufen auch Gleise, auf denen eine kleine Museumseisenbahn fährt. Wir haben das Glück, dass sie genau an uns vorbeifährt – und ich bilde mir ein, dass der Lokführer extra einmal für uns „gehupt“ hat.
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Alte Holzbretter, wackeliger Untergrund
Der Weg an sich über die alten Holzbretter ist schon eine kleine Herausforderung – zumindest für mich. Zwar wurde die Rinne über die Jahre restauriert, aber einige Stellen sind doch ein wenig löchrig und erscheinen irgendwie morsch. An anderen Stellen scheint man über den angrenzenden Fluss zu schweben, da die Holzrinne auf Pfeilern steht. Dieser Fakt sorgt wiederum dafür, dass das alles eine ganz schön wackelige Angelegenheit ist.
Und spätestens an einer großen Hängebrücke habe ich gemerkt, dass ich wohl doch etwas mehr Höhenangst habe, als gedacht. Die Kombination aus alten Holzbrettern, wackeligem Untergrund und langer Brücke war dann doch etwas zu aufregend für mich.
Mein Fazit zur Tømmerrenna
Die Tømmerrenna in Norwegen ist auf jeden Fall zu empfehlen, wenn man mal einen Wanderweg der besonderen Art erleben möchte. Allerdings ist Höhenangst kein guter Begleiter, zumindest an einigen Stellen. Außerdem muss einem klar sein, dass es kein Rundweg ist, sondern man den gesamten Weg auch wieder zurücklaufen muss. Grundsätzlich natürlich kein Problem, aber wir haben gemerkt, dass es mit der Zeit immer voller wurde – und dann macht der Weg nur noch halb so viel Spaß. Man muss ständig warten, ausweichen und sich an den Rand quetschen, weil man sonst nicht aneinander vorbeipasst.
Von Vorteil ist allerdings, dass dieser Weg nicht besonders anspruchsvoll ist. Es geht weder großartig bergauf noch bergab. Heißt: Dieser Wanderweg lässt sich auch wunderbar mit Kindern begehen – einem muss nur bewusst sein, dass man nicht nebeneinanderlaufen kann.

