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Wintersport

Ischgl verschiebt den Saisonstart auf Mitte Dezember – Infos für Urlauber

Das Skigebiet Ischgl in Österreich muss wegen Corona den Saisonstart verschieben
Spätestens seit März ist Ischgl in ganz Europa bekannt. Von hier aus wurde Corona in ganz Europa verstreut.Foto: Getty Images

Eigentlich sollte Ischgl schon in wenigen Wochen, am 26. November, in die Skisaison starten. Doch wegen Corona beginnt die Saison in diesem Jahr erst Mitte Dezember. Das Skigebiet will zeigen, dass es mehr drauf hat als einfach nur Feiern. TRAVELBOOK hat Tipps für den perfekten Skiurlaub.

Aufgrund von Verordnungen der österreichischen Bundesregierung kann die Skisaison in diesem Jahr erst am 17. Dezember losgehen. Die Verordnung zu Covid-19-Schutzmaßnahmen macht einen Saisonstart im November unmöglich. Gastronomie und Beherbergungsbetriebe dürfen keine Gäste empfangen, auch Seilbahnbetrieb ist unter der Verordnung nicht möglich.

Saisonstart Mitte Dezember kostet viele österreichische Gäste

Im November ist eine Öffnung des Skigebiets nicht möglich, so viel steht fest. Doch das Winter-Opening wurde nicht auf Anfang-, sondern Mitte Dezember verlegt. Durch den verspäteten Saisonstart dürften vor allem die Einnahmen österreichischer Gäste fehlen. Denn der 8. Dezember, Mariä Empfängnis, ist in Österreich traditionell ein Feiertag. Unzählige Skifahrer nehmen sich für ein verlängertes Wochenende frei, schnallen ihre Ski an und nutzen den ersten Schnee. Aufgrund seiner hohen Lage, Ischgl liegt auf 1.377 Metern Höhe, gilt das Skigebiet als sehr schneesicher und ist besonders zu Beginn und Ende der Saison, wenn an anderen Skiorten nicht so viel Schnee liegt, beliebt.

Doch die in Ischgl operierende Silvrettaseilbahn AG will erst am 17. Dezember öffnen, nahegelegene Orte wie Galtür, Kappl und See einen Tag später. Warum nicht Anfang Dezember? „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ein geforderter Start am ersten Dezember-Wochenende ist nicht möglich, da auch wir Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen haben. Aus Sicht der Silvrettaseilbahn AG ist es unmöglich den Betrieb binnen drei Tagen hochzufahren“ sagte Markus Walser, Vorstand der Silvrettaseilbahn AG, der Lokalzeitung „Mein Bezirk“.

In Ischgl arbeiten in den Wintermonaten viele saisonale Arbeitskräfte aus Osteuropa. Ob diese auch in diesem Jahr im Skigebiet jobben können, ist noch unklar. Tschechien zum Beispiel verbietet die Ausreise seiner Staatsbürger derzeit.

Auch interessant: Die Corona-Risikogebiete des RKi

Ischgl investiert in umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen

Ischgl will gut auf die Gäste vorbereitet sein. Die Silvrettaseilbahn AG investiert etwa 700.000 Euro in zusätzliche Gesundheits- und Sicherheitsstandards. Dazu zählen Kameras, um Gruppen-Bildung sichtbar zu machen und Kaltvernebelungsgeräte, um die Seilbahn-Kabinen zu desinfizieren.

In der letzten Saison wurde der Eindruck erweckt, die Zuständigen hätten den Virus nicht ganz so ernst genommen. Im März wurde Ischgl zum Corona-Hotspot, unzählige Infektionen mit Covid-19 sind auf den Skiort zurückzuführen. Heute hat ein Großteil der Bevölkerung Antikörper gegen das Virus entwickelt, momentan gibt es 0 Fälle im Ort, wie die Tiroler Landesregierung auf dieser Website veranschaulicht. Wer sich in der kommenden Saison ein Skiticket in Ischgl kauft, bekommt trotzdem einen Schlauchschal gratis dazu. Er soll als Mund-Nasen-Schutz dienen, der bei der Fahrt in Sesselbahnen und Liften getragen werden muss.

Probleme am Grenzübergang zur Schweiz

Die Silvretta-Arena Samnaun/Ischgl steht noch vor einem ganz anderen Problem. Das Skigebiet verbindet die Schweiz und Österreich miteinander. Zwei Länder, die eine andere Corona-Politik haben. In der Schweiz gibt es noch keine Corona-Restriktionen, die einen Skibetrieb erschweren könnten. Die schweizer Bergbahnen Samnauen starten bereits am 11. Dezember in die Skisaison. Österreich wird von der Schweiz als Risikogebiet eingestuft, was das Skigebiet vor Probleme stellt.

Sollte die Silvretta Arena schließen müssen, bekommen Besitzer von Mehrtagesskipässen und Saisonkarten ihr Geld zurück, wie es auf der Website des Skigebiets heißt.

Was macht Ischgl so besonders?

239 Pistenkilometer, 73 Liftanlagen, aber vor allem Après-Ski, was Ischgl den Beinamen „Ibiza der Alpen“ beschert hat. Das war Ischgl vor Corona. Wie oben bereits erwähnt, verbindet man allerdings seit März 2020 auch andere Nachrichten mit dem Namen Ischgl. Natürlich waren das Feiern und die Après-Ski-Aktivitäten ein, wenn nicht sogar der größte Touristenmagnet für den Skiort. Und fest steht, dass es auch wieder eine Zeit nach der Corona-Pandemie geben wird – deshalb hat TRAVELBOOK sechs Tipps für Ischgl parat:

Pistengaudi in der Silvretta Arena

Da das Skigebiet Silvretta Arena auf einer Höhe von 2000 bis 2872 Metern besonders hoch gelegen ist, können sich Skifahrer normalerweise von Ende November bis Anfang Mai auf den Skipisten austoben, weil genügend Schnee vorhanden ist.

Anfänger finden auf der Idalp passende Pisten. 38 Kilometer blaue Pisten hat das Skigebiet zu bieten, 99 Pistenkilometer wird die Schwierigkeitsstufe rot zugeordnet, 22 Kilometer sind fortgeschrittenen Fahrern empfohlen. 45 Lifte gibt es im Skigebiet, zählt man die nahegelegenen Gebiete Galtür, Kappl und See dazu sind es sogar 73 Anlagen, die genutzt werden können. Damit können Sie sogar bis in die Schweiz fahren.

Nachtrodeln im Skigebiet

Wer nach dem Skitag noch nicht zu erschöpft ist, kann in Ischgl Nachtrodeln. Die Strecke ist montags und donnerstags von 19 Uhr bis 20:30 Uhr geöffnet und sieben Kilometer lang. Start ist an der Idalpe, bis hinunter direkt zur Kirche im Dorf wird ein Höhenunterschied von 950 Metern überwunden.

Wer noch nicht genug vom Rodeln hat, kann mit dem Bus rund zehn Minuten nach Kappl fahren. Dort ist die Nachtrodelbahn dienstags von 19 bis 22 geöffnet.

Kulinarisches – nicht nur aus Österreich

Die Idalp ist als Eventlocation bekannt geworden, hat aber auch Kaiserschmarrn und Wiener Schnitzel zu bieten. Besonders gut schmecken die Gerichte auf der Sonnenterrasse. Tipp: Wer montags und donnerstags hier ist, kann sich für die Abfahrt einen Schlitten schnappen und die Rodelbahn runterrasen, die hier ihren Startpunkt hat.

Lust auf Wandern? Oder Tauchen? Der Grüne See in Österreich, der immer wieder verschwindet

Ein Mittagessen in der Schweiz gefällig? Wer Lust auf Holzofen-Pizza hat, sollte in der Alp Trida vorbeischauen. Für Gäste, die beim Essen gerne bedient werden, gibt es den „Lar Marmotte“-Bereich. Passend dazu wird in der zugehörigen Après-Ski-Bar „Heavens Door“ am Ende des Skitags gerne mal angestoßen.

Im Ort selbst gibt es übrigens Küche auf höherem Niveau. In den Restaurants Fliana Gourmet und Stüva sind Sterneköche am Werk. Wer genug Käsespätzle gegessen hat, kann alternativ auch mal im Lucy Wang vorbeischauen. Dort gibt es gehobene japanische Küche.

Party – aber wie?

„Ischgl und Party gehören zusammen wie Winter und Schnee“ heißt es auf der offiziellen Website der Region. Negativer Höhepunkt war die Verbreitung des Coronavirus im März, als der Ort weltweite Aufmerksamkeit bekam. In der anstehenden Saison soll es zwar wieder eine Art Après-Ski geben, aber nicht in der Form, in der Urlauber es bislang gewohnt waren. Es gibt einiges, was sich für Wintersportler in Österreich ändert.

Bisher galt der Kuhstall als Pflichtstation der Partymeile in Ischgl. Laut, heiß, ausgelassen – Après-Ski extrem. Keine Lust mehr auf „Anton aus Tirol“? In der Aprés Champagnerhütte gibt es auf jeden Fall Abwechslung.

Tickets & Preise

In der Hauptsaison kostet ein Tagesticket in Ischgl für Erwachsene 58 Euro, für Kinder (bis 17 Jahre) 33,50 Euro. Das Tagesticket kann allerdings nur für die Lifte in Ischgl genutzt werden. Wer zwei Tage oder länger fahren will, dem stehen 73 Anlagen in Ischgl, Samnaun, Galtür, Kappl und See offen.

Zwei Tage Skifahren kosten für Erwachsene 115 Euro und für Kinder 66 Euro. Um sechs Tage lang alle Skilifte nutzen zu können, zahlt ein Erwachsener in der Hauptsaison 316,50 Euro, Kinder fahren für 179 Euro. Die Hauptsaison dauert vom von 24. Dezember 2020 bis 8. Januar 2021 sowie vom 16. Januar – 9. April 2021. Außerhalb dieser Zeiten ist der Skipass günstiger.

Anreise nach Ischgl

Wer direkt ins Skigebiet möchte, reist wahrscheinlich mit dem Auto an. Von München aus dauert die Fahrt etwa zweieinhalb Stunden.

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Von Berlin kommt man mit dem Zug in etwa 5:45 Stunden nach Wörgl. Dort muss man umsteigen und fährt mit dem Zug weiter nach Landeck-Zams (etwa 1:15 Stunde Fahrtzeit). Von dort aus braucht der Bus dann noch mal etwa 50 Minuten bis nach Ischgl.

Wer mit dem Flugzeug anreisen möchte, sollte in Zürich landen. Von dort fährt ein Zug (in etwa 2:20 Stunden) nach St. Anton. Von dort geht es weiter mit dem Taxi (40 Minuten) nach Ischgl. Wer Geld sparen will, kann von St. Anton auch 40 Minuten mit dem Bus nach Pians fahren, dort umsteigen und nochmal 40 Minuten später ist man dann in Ischgl.

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