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Angebot wächst

Die exklusiven Inseln der Kreuzfahrt-Reedereien

Privatinsel Half Moon Cay
Die Half Moon Cay ist eine Privatinsel des Carnival-Konzerns – 2026 wird hier ausgebaut, unter anderem entsteht ein zweiter Pier. Foto: Carnival Cruises/dpa-tmn
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TRAVELBOOK Redaktion

11. Januar 2026, 14:29 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Millioneninvestitionen in Megaresorts: Private Inseln und Anlagen werden für Kreuzfahrt-Reedereien immer wichtiger. Urlauber finden dort Action oder Entspannung – aber auch echte Einsamkeit? Ein Überblick.

Weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, Palmen – und kaum ein Mensch in Sicht? Wer davon träumt, muss nicht unbedingt Promi oder Millionär sein. Zwar bleibt der Besitz einer eigenen Insel für die meisten ein Wunschtraum, doch Kreuzfahrtgäste kommen diesem Erlebnis überraschend nahe: Immer mehr Reedereien investieren Milliardenbeträge in private Inselresorts, exklusiv für ihre Passagiere. Was nach Abgeschiedenheit klingt, ist in Wahrheit durchgeplant bis ins Detail – inklusive Wasserrutschen, Bars, Zipline und Beachclubs.

Die Inseln der Reedereien

Royal Caribbean

Royal Caribbean setzt gezielt auf exklusive Landresorts – und expandiert. Neben dem bekannten Inselresort Coco Cay auf den Bahamas, das mit dem Markennamen „Perfect Day“ vermarktet wird, baut der Konzern sein Angebot weiter aus. Die Insel Coco Cay bietet: neun Restaurants, sieben Strände, 14 Wasserrutschen, fünf Pools und 20 Bars. Auch Celebrity Cruises, eine Marke von Royal Caribbean, läuft das Resort regelmäßig an.

Ein weiteres „Perfect Day“-Projekt entsteht derzeit an der mexikanischen Costa Maya. Auch auf der Karibikinsel Cozumel ist ein neuer Strandclub in Bau. Bereits eröffnet wurde kurz vor Jahreswechsel ein Beachclub auf Paradise Island nahe Nassau.

Nicht nur in der Karibik wächst das Angebot: In Europa soll bald ein Beachclub auf der griechischen Insel Santorin eröffnen. Zudem betreibt Royal Caribbean bereits ein exklusives Resort im haitianischen Labadee – ein weiteres Resort ist für 2027 auf Vanuatu in der Südsee geplant.

Paradise Island nahe Nassau auf den Bahamas
Ganz frisch eröffnet: Der erste Beachclub von Royal Caribbean auf Paradise Island nahe Nassau auf den Bahamas – anders als die Privatinseln kostet er Eintritt. Dafür gibt es unter anderem eine Getränke-Flatrate. Foto: Royal Caribbean Group/dpa-tmn

Carnival Cruises

Carnival, der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern, investiert ebenfalls massiv in eigene Resorts. Mit über einer halben Milliarde US-Dollar wurde auf Grand Bahama das neue Resort Celebration Key errichtet, das im Sommer 2025 in Betrieb ging. Derzeit können dort bereits zwei große Schiffe gleichzeitig anlegen, eine Erweiterung ist im Bau. Die Besucherzahlen sollen von zunächst zwei Millionen auf bis zu vier Millionen Gäste jährlich bis 2028 steigen.

Ein weiteres Resort der Carnival-Gruppe ist Princess Cays auf Eleuthera im Süden der Bahamas. Hier legen die Schiffe vor der Küste an, Passagiere werden per Tenderboot an Land gebracht. Ab 2028 soll die Anlage von Princess Cruises auf 60 Routen angesteuert werden, auch P&O Cruises nutzt das Resort.

Celebration Key auf Grand Bahama
Mehrere Süßwasserlagunen, Wasserrutschen und ein Erwachsenenbereich: Die Celebration Key von Carnival ist eines der neuesten Kreuzfahrtresorts. Es wurde im Sommer 2025 auf Grand Bahama eröffnet. Foto: Carnival Cruises/dpa-tmn

Zudem ist mit dem Ensenada Bay Village an der mexikanischen Pazifikküste ein weiteres Großprojekt in Planung – vorgesehen ist ein Tagesresort für 9000 Gäste mit Pools, Spa und Seilrutschen.

Auf der Privatinsel Half Moon Cay – inzwischen unter dem Zusatznamen Relax Away bekannt – betreibt Carnival ein weiteres Resort in den Bahamas. Hauptsächlich angelaufen wird es von Carnival Cruise Line und Holland America Line. Bis 2026 erhält die Insel einen zweiten Pier, um auch die großen Excel-Klasse-Schiffe abfertigen zu können.

Norwegian Cruise Line

Norwegian Cruise Line setzt auf Great Stirrup Cay, eine Bahamas-Insel, die bereits seit 1977 im Programm ist. Hier wird derzeit kräftig investiert – unter anderem in einen großen Wasserpark mit 19 Rutschen. Außerdem erwarten die Gäste eine knapp einen Kilometer lange Zipline, Pools, Strände und sogar eine Vogelauffangstation.

Zudem betreibt Norwegian mit Harvest Caye ein weiteres exklusives Resort vor Belize. Dieses bietet direkten Zugang zum Belize Barrier Reef, dem zweitgrößten Korallenriff der Welt nach dem Great Barrier Reef.

Great Stirrup Cay
Mit ihr fing alles an: Die Great Stirrup Cay in den Bahamas war laut dem Kreuzfahrtblog „Cruisetricks.de“ die erste Privatinsel, die von einer US-Reederei für Karibikkreuzfahrten gekauft wurde. Sie gehört seit 1977 der Norwegian Cruise Line. Foto: Danny Lehman/Norwegian Cruise Line/dpa-tmn

MSC Cruises

Auch MSC Cruises hat sich ein eigenes Inselprojekt gesichert: Das Ocean Cay MSC Marine Reserve auf den Bahamas war früher eine Industriebrache und wurde laut MSC langfristig gepachtet. Heute bietet die Insel rund drei Kilometer Sandstrand und eine eigene Korallenforschungsstation. Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehen hier im Fokus – ebenso wie das Urlaubserlebnis der Gäste.

Disney Cruise Line

Disney Cruise Line betreibt mit Castaway Cay ein familienfreundliches Inselresort auf den Bahamas. Das rund vier Quadratkilometer große Eiland bietet Unterhaltung für Groß und Klein – nicht ganz so einsam wie im Film „Cast Away“, aber dafür mit einem bunten Freizeitangebot.

Mit Lookout Cay at Lighthouse Point hat Disney Cruise Line kürzlich ein zweites Resort eröffnet – mit eigenen Pavillons und Anleger. Es liegt an der Südspitze der Bahamas-Insel Eleuthera – in direkter Nachbarschaft zur Princess Cays von Carnival.

Privatinsel Castaway Cay auf den Bahamas
Vier Quadratkilometer groß ist die Castaway Cay der Disney Cruise Line: Pro Tag macht hier laut der Reederei nur ein Schiff fest Foto: Matt Stroshane/Disney Cruise Line/dpa-tmn
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Deutsche Reedereien ohne eigene Inseln

Während US-Reedereien massiv auf den Ausbau exklusiver Inselresorts setzen, spielen solche Angebote bei deutschen Anbietern wie Aida, Mein Schiff (Tui Cruises) oder Hapag-Lloyd bislang kaum eine Rolle.

Für die US-Konzerne ist die Entwicklung dagegen eine konsequente Erweiterung ihres Angebots: Viele Reisen starten in US-Häfen, dauern nur wenige Tage und führen direkt zu einer der privaten Inseln – ein kurzer All-inclusive-Urlaub mit Sonne, Unterhaltung und Drinks.

Inselgefühl mit Einschränkungen

Der Zugang zu den Resorts ist meist im Reisepreis enthalten. Lediglich Royal Caribbean erhebt für den Besuch seiner exklusiven Strandclubs Eintritt.

Vor Ort finden Urlauber oft eine Mischung aus Entspannung und Unterhaltung: Pools, Restaurants, Wassersport, Ziplines oder Wasserbars prägen das Bild. Wer sich zurückziehen möchte, kann sich für den Tag eine private Cabana mieten oder die ruhigeren Inselteile zu Fuß erkunden.

Echte Robinson-Idylle bleibt jedoch meist aus – denn bei der Ankunft eines Kreuzfahrtschiffes mit mehreren Tausend Gästen ist die Einsamkeit schnell dahin.

Mit Material von dpa

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