26. Mai 2026, 14:42 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Auf einem Kreuzfahrtschiff ist es kaum anders als am Hotelpool: Morgens sind zahlreiche Sonnenliegen bereits mit Handtüchern „reserviert“, ohne dass jemand darauf sitzt. Für Urlauber, die bereits zum Liegen bereit im Poolbereich ankommen, aber dann keinen Platz vorfinden, ist das natürlich ärgerlich. Dieses Verhalten ist bei zahlreichen Reedereien nicht nur unerwünscht, sondern laut deren Hausregeln sogar verboten. Doch bei der Umsetzung hapert es bislang noch oft. Als eine der ersten will die Norwegian Cruise Line (NCL) nun härter durchgreifen.
Auf Kreuzfahrt Liegen reservieren? Verboten, aber üblich
Auf den Pooldecks von Kreuzfahrtschiffen kommt es seit Jahren regelmäßig zu Ärger um blockierte Sonnenliegen. Viele Passagiere reservieren sich bereits früh am Morgen Plätze mit Handtüchern, Taschen oder Büchern und sind anschließend oft stundenlang nicht mehr zu sehen. Gästen, die später zum Pool kommen und sich auch gern direkt hinlegen würden, bleibt dann häufig kein Platz mehr. Zum guten Ton gehört dieses Verhalten nicht. Und ein Blick in die Nutzungs- und Verhaltensregeln beispielsweise von Norwegian Cruise Line (NCL) zeigt: Auch offiziell ist das Reservieren von Liegen nicht erlaubt. Weder Poolliegen noch Deck- oder Theaterstühle dürfen demnach reserviert werden.
Bei NCL möchte man es nicht länger den Manieren der Passagiere überlassen. Diejenigen, die sich bereits zuvor an das Verbot gehalten haben, freuen sich über die konsequentere Durchsetzung.
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Wie erste Schiffe von NCL gegen Liegen-Reservierer vorgehen
Laut einem Instagram-Post des Reiseunternehmens Unreal Cruises berichten mehrere Kreuzfahrtpassagiere, dass erste Schiffe der Reederei – insbesondere die zur NCL-Flotte gehörende Norwegian Escape – inzwischen aktiv kontrollieren, welche Liegen tatsächlich genutzt werden. Unbeaufsichtigte Plätze markieren Mitarbeiter demnach mit Stickern oder versehen sie mit einer Uhrzeit. Bleibt die Liege anschließend weiterhin leer, entfernt die Crew nach etwa 30 bis 40 Minuten Handtücher und persönliche Gegenstände, damit andere Gäste den Platz nutzen können.
In den Kommentaren unter dem Instagram-Post gibt es viel Zustimmung für das härtere Vorgehen, das viele Passagiere offenbar schon lange gefordert haben. Gleichzeitig wird deutlich, dass nicht alle Schiffe der NCL-Flotte gleich konsequent vorgehen. So berichtet eine Person nach einer 16-tägigen Kreuzfahrt mit der Norwegian Sun, sie habe am Pool „nicht ein einziges Mal“ eine freie Liege gefunden. Die Liegestühle seien dort täglich von früh bis spät durch Handtücher blockiert gewesen.
Mögliche Probleme durch die strengere Durchsetzung
Bei anderen Reedereien gibt es vergleichbare Maßnahmen. Royal Caribbean etwa gestattet nach eigenem Regelwerk das Entfernen persönlicher Gegenstände von unbeaufsichtigten Liegen, wenn diese länger als 30 Minuten nicht genutzt werden. In der Praxis führt das jedoch mitunter zu Problemen. Einer Passagierin zufolge überlasse die Crew die Durchsetzung der Regeln teilweise den Gästen selbst, was zu Konflikten zwischen Passagieren führen könne. Insgesamt werde die Situation auf den Pooldecks daher von einigen als unbefriedigend und schlecht geregelt beschrieben.
Carnival Cruise Line setzt Berichten zufolge ebenfalls auf Hinweiszettel an reservierten Liegen. Andere Anbieter wie Celebrity Cruises, Princess Cruises oder Virgin Voyages arbeiten ebenfalls mit Zeitlimits von etwa 30 bis 40 Minuten.