Zum Inhalt springen
logo Deutschlands größtes Online-Reisemagazin
News Alle Themen
Auf Kreuzfahrt sparen

Bei diesen Reedereien lässt sich die Trinkgeldpauschale streichen

Kreuzfahrtschiff: diese Fehler sollten Sie meiden
Servicepauschalen, die oft auch Trinkgelder beinhalten, können auf Kreuzfahrten hohe Zusatzkosten verursachen Foto: Getty Images
Silke Hümmer Redakteurin

28. Oktober 2026, 16:58 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Trinkgelder auf Kreuzfahrten können die Reisekasse stärker belasten, als viele Urlauber vor der Buchung wissen. Denn bei zahlreichen internationalen Reedereien landet Tag für Tag automatisch eine Servicepauschale auf dem Bordkonto. Da können bei einer einwöchigen Reise pro Person schnell mehr als 100 Euro zusammenkommen. Doch nicht jeder Passagier muss den angesetzten Betrag unverändert bezahlen. Bei mehreren großen Anbietern lässt sich die Pauschale reduzieren oder sogar vollständig streichen. Entscheidend ist allerdings, mit welcher Reederei man unterwegs ist und wann man die Änderung veranlasst.

So hoch ist das tägliche Trinkgeld auf Kreuzfahrten

Die Höhe der Servicepauschale unterscheidet sich je nach Reederei und teilweise auch nach gebuchter Kabinenkategorie. Berechnet wird jeweils pro Person und Tag.

  • Bei Royal Caribbean werden 18,50 Dollar, umgerechnet rund 16 Euro, fällig. In Suiten sind es 21 Dollar, rund 18 Euro.
  • Holland America Line verlangt 18 Dollar, etwa 16 Euro. Für Gäste in Suiten beträgt die Pauschale 20 Dollar, rund 17 Euro.
  • Disney Cruise Line berechnet regulär 16 Dollar, umgerechnet etwa 14 Euro. In Suiten steigt der Betrag auf 27,25 Dollar, rund 24 Euro.
  • Bei Carnival Cruise Line sind es 17 Dollar, etwa 15 Euro. Suite-Gäste zahlen 19 Dollar, rund 17 Euro.
  • Celebrity Cruises setzt 19,50 Dollar, rund 17 Euro, an. In Concierge/AquaClass werden 20,50 Dollar, etwa 18 Euro, berechnet, während die Pauschale in The Retreat 24,50 Dollar, rund 21 Euro, beträgt.
  • Norwegian Cruise Line berechnet täglich 20 Dollar, rund 17 Euro. In Suiten fallen 25 Dollar, etwa 22 Euro, an.
  • Bei Virgin Voyages kostet die Pauschale bei Zahlung an Bord 22 Dollar, umgerechnet rund 19 Euro. Wer vor Reisebeginn bezahlt, zahlt 20 Dollar, etwa 17 Euro.
  • MSC Cruises verlangt zwölf Euro. Im MSC Yacht Club werden 16 Euro berechnet.
  • Princess Cruises setzt die tägliche Pauschale mit 18 Dollar, ungefähr 16 Euro, an. In Mini-Suiten sind es 19 Dollar, etwa 17 Euro, in Suiten 20 Dollar, ebenfalls rund 17 Euro.

Anders ist es bei Costa Cruises: Dort sind die Trinkgelder bereits im Reisepreis enthalten.

Das könnte Sie auch interessieren: Die weltbesten Kreuzfahrtschiffe

Mehr als 100 Euro zusätzlich: Das kostet eine Woche

Gerade bei längeren Reisen macht sich die tägliche Belastung bemerkbar. Für eine Kreuzfahrt mit sieben Nächten und einer Person in der jeweils günstigsten Kabinenkategorie ergeben sich folgende Summen:

  • Disney Cruise Line: 112 Dollar, rund 98 Euro.
  • Carnival Cruise Line: 119 Dollar, rund 104 Euro.
  • Holland America Line: 126 Dollar, rund 110 Euro.
  • Princess Cruises: 126 Dollar, rund 110 Euro.
  • Royal Caribbean: 129,50 Dollar, rund 113 Euro.
  • Celebrity Cruises: 136,50 Dollar, rund 119 Euro.
  • Norwegian Cruise Line: 140 Dollar, rund 122 Euro.
  • Virgin Voyages: 154 Dollar, rund 134 Euro, wenn erst an Bord gezahlt wird.
  • MSC Cruises: 84 Euro.

Damit kann die Servicepauschale bei einem Paar für nur eine Woche bereits einen zusätzlichen Betrag von deutlich mehr als 200 Euro ausmachen.

Bei diesen Reedereien kann die Pauschale gestrichen werden

Automatisch berechnet bedeutet nicht in jedem Fall verpflichtend. Mehrere große Reedereien ermöglichen ihren Gästen nach ihren veröffentlichten Bestimmungen, die Servicepauschale verändern oder vollständig entfernen zu lassen. Ein konkretes Problem mit dem Service muss dafür nicht bei jedem Anbieter vorliegen.

  • Bei Royal Caribbean können Passagiere die Pauschale ohne Angabe von Gründen verändern.
  • Das gilt ebenfalls für Celebrity Cruises. Auch dort muss für eine Änderung der Servicepauschale kein Grund angegeben werden.
  • Holland America Line ermöglicht ebenfalls eine Anpassung. Ein Service-Mangel wird dafür nicht als Voraussetzung genannt.
  • Bei Carnival Cruise Line kann die auf dem Bordkonto verbuchte Pauschale ohne Angabe von Gründen verändert werden.
  • Auch Disney Cruise Line erlaubt eine Anpassung, ohne einen Mangel ausdrücklich zur Voraussetzung zu machen.
  • Bei Virgin Voyages ist dagegen entscheidend, wann bezahlt wurde. Eine bereits vor der Kreuzfahrt entrichtete Pauschale kann nicht mehr geändert werden. Erfolgt die Zahlung erst an Bord, können Passagiere den Betrag anpassen oder entfernen lassen.
  • Princess Cruises gestattet ebenfalls eine Anpassung der Pauschale.
  • Strenger sind die Bedingungen bei Norwegian Cruise Line. Hier setzt eine Änderung voraus, dass ein Problem zunächst beim Gästeservice gemeldet wurde und anschließend nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte.
  • Auch bei MSC Cruises gelten andere Regeln: Die Pauschale wird als Bestandteil des Reisepreises behandelt und kann lediglich bei nicht zufriedenstellendem Service angepasst werden.

Das könnte Sie auch interessieren: 20 praktische Tipps für die erste Kreuzfahrt

Bis wann muss das Trinkgeld geändert werden?

Wer die automatisch angesetzte Pauschale verändern möchte, sollte die Frist unbedingt beachten. Spätestens am Abend vor der Abreise muss die Anpassung beim Gästemanager an der Rezeption verlangt werden. Der entsprechende Betrag wird dann auf dem Bordkonto geändert und bei der Endabrechnung berücksichtigt. Ist die Gebühr bereits bezahlt, kann sie anschließend nicht mehr angepasst werden.

AIDA und Mein Schiff: Trinkgeld ist bereits inklusive

Bei den großen deutschen Kreuzfahrtanbietern funktioniert das Trinkgeldmodell anders als bei vielen internationalen Reedereien.

  • Bei AIDA Cruises ist das Trinkgeld bereits Bestandteil des Reisepreises. Möchten Passagiere besonders guten persönlichen Service honorieren, können sie einem Mitarbeiter freiwillig zusätzlich Trinkgeld geben.
  • TUI Cruises, zu dem Mein Schiff gehört, führt Trinkgelder ebenfalls als Bestandteil seiner Inklusivleistungen. Eine tägliche Service- oder Trinkgeldpauschale wird daher nicht zusätzlich vom Bordkonto abgezogen.
  • Phoenix Reisen arbeitet wiederum mit einer Empfehlung. Auf den Hochseeschiffen werden fünf bis sieben Euro Trinkgeld pro Tag empfohlen. Eine automatische Pauschale ist damit nicht verbunden.
  • Auch bei Nicko Cruises bleibt das Trinkgeld freiwillig. Für die Vasco da Gama nennt die Reederei zehn bis 13 Euro pro Tag als Orientierung.

Wie oft Passagiere das Trinkgeld tatsächlich streichen

Wie viele Kreuzfahrtgäste von der Möglichkeit Gebrauch machen, die automatische Servicepauschale zu reduzieren oder vollständig abzuwählen, veröffentlichen die Reedereien nicht. Eine aktuelle repräsentative Branchenstatistik dazu existiert ebenfalls nicht. Royal Caribbean erhebt seit 2026 allerdings erstmals ausdrücklich von Gästen Angaben dazu, ob sie die automatischen Trinkgelder geändert oder abgewählt haben.

Mehr zum Thema

Trinkgeld streichen: Was das für die Crew bedeutet

Die mitunter hohen automatischen Gebühren sorgen bei Reisenden für Kritik. Dass eine Pauschale gestrichen werden kann, bedeutet allerdings nicht, dass Trinkgeld für die Beschäftigten an Bord keine Rolle spielt. Denn viele Crewmitglieder verdienen wenig und sind auf Trinkgelder angewiesen. Wer die allgemeine Servicepauschale reduziert oder komplett entfernen lässt, hat weiterhin die Möglichkeit, besonders gute Leistungen einzelner Mitarbeiter freiwillig und direkt zu honorieren. Auf diese Weise kommt das Geld unmittelbar bei dem betreffenden Crewmitglied an.

Zusätzliche Servicegebühren bleiben trotzdem bestehen

Ein weiterer Punkt ist für die Urlaubskasse entscheidend: Das Streichen der täglichen Trinkgeldpauschale beseitigt nicht automatisch sämtliche Servicegebühren an Bord. Bei vielen internationalen Reedereien werden für Getränke, Spezialitätenrestaurants oder Spa-Anwendungen zusätzlich 18 bis 20 Prozent berechnet.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.