Zum Inhalt springen
logo Deutschlands größtes Online-Reisemagazin
News Alle Themen
Was dahintersteckt

Skurril! Immer mehr Kreuzfahrtreedereien gehen gegen Quietsche-Enten vor

Reedereien gehen gegen diese knallgelben Quietsche-Enten vor
Reedereien gehen gegen diese knallgelben Quietsche-Enten vor Foto: Getty Images / Luca Riboldi
Artikel teilen
Katharina Regenthal
Redakteurin TRAVELBOOK

20. August 2026, 17:08 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Damit sich alle auf einem Kreuzfahrtschiff wohlfühlen, gibt es gewisse Regeln, an die sich Passagiere halten müssen. Bei Bedarf werden die auch mal angepasst. So ist es zuletzt auf mehreren Kreuzfahrtschiffen passiert. Die neueste Regelung lautet dort: „Bitte keine Gummienten mit an Bord bringen!“ Was dahintersteckt, erfahren Sie hier.

Sie kennen sicher die kleinen, quietschgelben Gummienten, die man gerne in der Badewanne schwimmen lässt. Bei Kreuzfahrtreedereien sorgen diese Gummienten aber derzeit für etwas Unmut. Denn es gibt einen, sagen wir, kuriosen Trend unter Passagieren. Sie verstecken an Bord die kleinen Enten und andere Passagiere können sie dann finden und bei der nächsten Reise wieder an einem anderen Ort platzieren. Was erstmal lustig klingt, wird für die Reedereien aber zunehmend zum Problem.

Quietsche-Enten sorgen für Unmut

Wie „Travel+Leisure“ berichtet, hat die Kreuzfahrtreederei Marella Cruises in einem Newsletter die Passagiere darauf hingewiesen, bitte keine Gummienten mitzubringen bzw. sie zu verstecken. Ein Facebook-Nutzer hat einen entsprechenden Beitrag dazu hochgeladen.

In dem Bordschreiben heißt es, dass man ein bisschen Persönlichkeit zwar möge, die Enten würden die Crew aber so langsam in den Wahnsinn treiben. Aus diesem Grund wird darum gebeten, Deko-Enten, Spielzeuge oder andere persönliche Gegenstände nicht an Bord zurückzulassen oder an den Zielhäfen zu verstecken. Man wisse, dass alles in guter Absicht geschehe, dennoch könnten die Gegenstände zu Sicherheitsrisiken werden, heißt es weiter. Die Crew entsorgt sie deshalb.

Außerdem erklärt die Reederei, dass man intensiv daran arbeite, den Verbrauch von Plastik zu reduzieren und Abfälle zu vermeiden. Dinge zurückzulassen, passe daher nicht zu diesen Bemühungen.

Instagram Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
Mehr zum Thema

Mehrere Reedereien bitten um Rücksicht

Marella Cruises ist nicht die erste Kreuzfahrtreederei, die dem Versteckspiel ein Ende setzen will. Anfang Juni hatte auch Disney Cruise Line Gäste darum gebeten, in Zukunft darauf zu verzichten, Enten zu verstecken, wie „Cruise Hive“ berichtet. Und Royal Caribbean schränkt zumindest die Orte ein, an denen Enten platziert werden dürfen. So hat die Reederei die Regelung aufgestellt, dass die Quietsche-Enten nicht im Central Park, einem begrünten Deck unter freiem Himmel an Bord einiger Schiffe, versteckt werden dürfen.

Auch interessant: So viel „Trinkgeld“ stellen Ihnen Kreuzfahrtreedereien in Rechnung

Was steckt überhaupt dahinter?

Aber was hat es eigentlich auf sich mit diesen Gummienten auf Kreuzfahrtschiffen? Diese „Tradition“ gibt es inzwischen seit einigen Jahren und sie hat Tausende Anhänger. In einer Facebook-Gruppe namens „Cruising Ducks“ sind fast 330.000 Mitglieder, die sich regelmäßig über Quietsche-Enten an Bord von Kreuzfahrtschiffen austauschen.

Dort heißt es, man sei eine „lebenslustige Truppe“, die „eine niedliche und unterhaltsame Art gefunden haben, auf Kreuzfahrten jede Menge Spaß zu haben und anderen den Tag zu verschönern. Unser Ziel ist es, zu sehen, wie weit unsere Enten reisen und wohin ihre Reise sie führen könnte.“

Demnach basiert diese Enten-Tradition auf der Idee eines kleinen Mädchens, das vor einigen Jahren auf einem Schiff in den USA zum Spaß kleine Gummienten versteckte. Diese Idee verbreitete sich dank sozialer Medien auf der ganzen Welt und seitdem nehmen Kreuzfahrtfans Dutzende Enten mit an Bord und verstecken sie.

Instagram Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Aber nicht einfach so. Die Enten werden mit einer Notiz versehen. Name, Datum und Schiff sind darauf notiert. Die Verstecker machen dann ein Foto ihrer Ente und können es unter anderem in der Gruppe posten – oder aber mit Hashtags wie #cruisingducks hochladen. In der Facebook-Gruppe heißt es, dass auch Fotos von Enten, die man findet, gepostet werden können. Die Quietsche-Ente kann dann behalten oder erneut versteckt werden. Eine wichtige Regel ist dabei auch, dass die Ente niemals über Bord geworfen werden darf.

Und was ist der Reiz dahinter? Offenbar zu sehen, wie weit es eine Ente dank dieser Tradition schaffen kann. Es ist wohl ein Mix aus Spaß, Entdeckerlust und Gemeinschaftsgefühl.

Ob die Kreuzfahrt- und Enten-Fans allerdings in Zukunft auf ihre Tradition verzichten werden, wenn Reedereien darum bitten, ist fraglich. In einigen Facebook-Kommentaren ist zumindest Gegenteiliges zu lesen. Ein User merkt zudem recht treffend an: „Es wäre hilfreich, wenn sie aufhören würden, diese Enten in den Geschäften des Schiffes zu verkaufen! Letzte Woche waren sie immer noch im Angebot.“

Nicht nur Enten, sondern auch Deko sind ein Problem
Sowohl Marella Cruises als auch Disney Cruise Line haben nicht nur ein Problem mit den Enten, sondern auch mit Deko. Denn offenbar ist es bei einigen Passagieren beliebt, die eigene Kabinentür zu schmücken. Mit Flaggen, Bannern, Stickern, Postern oder Magneten. Beide Reedereien bitten darum, auch das zu unterlassen.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.