Reiseroute mit den schönsten Orten im Land

Der perfekte Roadtrip durch Österreich

Roadtrip durch Österreich
Ein Roadtrip durch Österreich lohnt sich alleine schon wegen der beeindruckenden Landschaften, die überall unterschiedlich sind
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Kanada, Island, Alaska – wahrscheinlich fallen einem diese Regionen ein, wenn man an einen Urlaub mit unglaublichen Naturerlebnissen denkt. Doch die bekommt man auch einfacher, billiger und näher. Eine Österreicherin verrät ihre perfekte Reiseroute für einen Roadtrip durch die Alpenrepublik.

Wer Natur pur erleben will, muss dafür nicht weit fahren. Österreichische Berge, Städte und Almen haben es in sich. Mit Sicherheit haben die meisten schon von den Salzburger Kutschen und der Wiener Sachertorte gehört. Aber Österreich hat noch so viele andere unglaubliche Flecken, die man einfach gesehen haben muss!

Neben dem Zug, der von den Österreichern im EU-Vergleich überdurchschnittlich oft genutzt wird, ist das Auto auf einer Reise durch die Alpenrepublik der beste Begleiter. Nicht nur, weil man damit unglaublich flexibel ist, sondern auch, weil einem damit Highlights wie die Großglockner Straße offen stehen. Wahrscheinlich könnte man ein Monat lang durch das kleine Land fahren, ohne alle Highlights zu sehen. Unsere österreichische Redakteurin hat eine Route vorbereitet, die man in etwa zwei Wochen zurücklegen kann.

Startpunkt: Wien

Der beste Startpunkt für einen Österreich-Roadtrip ist Wien. Die Hauptstadt ist am besten zu erreichen und immer einen Besuch wert. Erstbesucher können hier erfahren, was man in Wien gesehen haben muss. Wer Wien wie ein echter Wiener erleben will findet hier Tipps.

Zwischenstopp: Rust

Der Rathausplatz in Rust am Neusiedlersee

Der Rathausplatz in Rust am Neusiedlersee
Foto: dpa Picture Alliance

Auf dem Weg von Wien nach Graz lohnt sich ein Zwischenstopp in Rust. Von Wien aus ist man in einer Stunde in dem Ort am Neusiedlersee. Rust ist als die „Stadt der Störche“ bekannt und tatsächlich sieht man auf unzähligen Schornsteinen Storchennester. Wer in den See springen will, wird zunächst überrascht sein, weil er ziemlich schlammig ist. Der Grund: Der Neusiedlersee ist einer von wenigen Steppenseen in Europa. Er trennt Österreich von Ungarn und sein Name bedeutet, aus dem Ungarischen wörtlich übersetzt, „Sumpf“. Aber keine Angst, auf der Reiseroute werden Sie noch an genügend Seen vorbeikommen, in denen es sich angenehmer schwimmen lässt.

Ein Mittag- oder Abendessen in einer Buschenschank in Rust ist ein Muss. Zumindest der Beifahrer sollte sich dabei auch durch die Weinkarte probieren. Rust liegt im Weinanbaugebiet und ist Heimat einiger Weingüter.

Next Stop: Graz

Eine schwimmende Plattform

Die Grazer Murinsel ist eine schwimmende Plattform, auf der man einen Kaffee trinken kann.
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Zwei Stunden dauert die Fahrt vom burgenländischen Rust, dann ist man in der steirischen Bundeshauptstadt angekommen. Viele wissen nicht, dass Graz mit 443.066 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Österreich ist. Österreicher kennen Graz als junge, hippe Studentenstadt mit mediterranem Flair. Ist man in der Stadt, sollte man unbedingt auf den Schlossberg spazieren und sich das Wahrzeichen, den Uhrturm, anschauen. Außerdem lohnt sich ein Besuch der Altstadt. Hauptplatz und Herrengasse sind sehenswert.

Gamlitz in der Südsteiermark

Südsteiermark ohne Wein? Geht nicht.
Foto: dpa – picture alliance

Nach ein bis zwei Tagen in Graz geht’s in etwas unter einer Stunde nach Gamlitz in der Südsteiermark. Die Region an der Grenze zu Slowenien ist für ihren Wein bekannt und wird „die steirische Toskana“ genannt. Die Weinstraße führt durch die Region, vorbei an Buschenschanken und traditionellen Hofläden. Gamlitz ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Weinreben und hat selbst einiges Historisches zu bieten, da der Ort seit der Steinzeit besiedelt ist.

Die Kärntner Seen

Blick auf den Faaker See

Die Farbe des Faaker Sees ist unschlagbar
Foto: dpa Picture Alliance

Bei den Kärntner Seen hat man nun die Qual der Wahl. Am besten, man schaut mal am Wörthersee in  Klagenfurt vorbei. Von Gamlitz in der Südsteiermark dauert die Anfahrt etwa 1,5  Stunden. Die Landeshauptstadt von Kärnten versprüht Lebensqualität pur: Sie liegt direkt am großen Wörthersee und ist, obwohl eher klein, auf jeden Fall sehenswert. Die Nähe zu Italien hat der Stadt einige Eisdielen, Pizzerien und sogar Palmen eingebracht.

Wer in den Wörthersee springen will, kann das entweder direkt vom Klagenfurter Strandbad machen, das wirklich sehr zu empfehlen ist, oder im glamourösen Velden. Im kleinen Ort dreht sich alles ums Sehen und Gesehenwerden. Um sich den größten See Kärntens mal von oben anzusehen, ist ein Besuch beim Aussichtsturm Pyramidenkogel zu empfehlen. Mit 100 Metern Höhe ist dieser übrigens der höchste Holzaussichtsturm der Welt und bietet einen 360 Grad Blick über die Berge und Seen der Region.

Aber auch den Faakersee, Millstätter See oder Klopeiner See sollte man nicht verpassen. Von entspannen bis aktiv werden, wandern, mountainbiken oder schwimmen gibt es hier unglaublich viel zu tun.

Großglockner Hochalpenstraße

Eine alpine Straße

Die Edelweißspitze an der Großglockner Hochalpenstraße
Foto: dpa Picture Alliance

Die Großglockner Straße ist ein Muss auf jedem Roadtrip durch Österreich. Sie ist knapp 50 Kilometer lang und bietet Panoramen der Sonderklasse. Die Straße schlängelt sich insgesamt 36 Serpentinen bergauf, Fahrerfahrung sollte man also mitbringen. Die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit dem zugehörigen Besucherzentrum gilt als Highlight der Strecke. Von dort kann man den höchsten Berg Österreichs, den Großglockner, sehen. Leider ist die Straße nur von Anfang Mai bis Anfang November zu befahren und kostet für PKWs 37 Euro.

Bad Gastein

Ein Blick in den Ort Bad Gastein

Die ehemalige Kaiserin Sisi besuchte Bad Gastein sechsmal und bestieg die umliegenden Gipfel
Foto: Getty Images

Bad Gastein ist besonders. Aber das auf eine etwas andere Art, als viele vielleicht vermuten würden. Das Zentrum des ehemaligen Kurortes versprüht morbide Stimmung, denn einige der einst prunkvollen Bauten im Ortskern stehen heute leer. Dafür tost ein Wasserfall quasi mitten in der Stadt. Glamour hat Bad Gestein hinter sich gelassen, dafür aber jetzt einige Künstler angezogen, die den Ort auf eine ganz spezielle Art hip machen. Dass dieser Plan sehr berlinerisch klingt, mag daran liegen, dass einige Ex-Berliner nun in Bad Gastein leben. Sowohl im Sommer zum Wandern als auch im Winter zum Skifahren ist Bad Gestein sehenswert.

Nationalpark Hohe Tauern

Ein Wasserfall in den Bergen

Der Michl-Bach Wasserfall im Nationalpark
Foto: Getty Images

Unberührte Natur, spektakuläre Blicke und Bergfeeling pur – der Nationalpark Hohe Tauern hat gleich mehrere Superlative zu bieten: Mit 1.856 Quadratkilometern ist er der größte Nationalpark Österreichs und das größte Schutzgebiet Mitteleuropas. Der Nationalpark beheimatet den größten Berg Österreichs, den Großglockner, und einen der höchsten Wasserfälle Europas. Die Krimmler Wasserfälle haben eine Fallhöhe von 308 Metern. Dem ein oder anderen Besucher können im Nationalpark sogar Murmeltiere vor die Füße laufen. Wanderrouten gibt es hier zuhauf. Eine, bei der man nicht schwitzt, startet am Besucherzentrum und geht zur Swarovski-Warte und weiter zum Kaiser Franz-Josef-Haus. Ein Blick auf den Großglockner belohnt am Ziel.

Innsbruck

Maria Theresien Straße in Innsbruck

Maria Theresien Straße hat einen Ausblick zu bieten, der sich sehen lassen kann
Foto: dpa Picture Alliance

Weiter geht’s in etwas über einer Stunde in die Landeshauptstadt des Bundeslands Tirol. Das Besondere an der Stadt? Innsbruck liegt mitten in den Bergen. Sehenswert ist die Innenstadt mit dem Goldenen Dachl und dem Stadtturm. Nicht nur Wien, auch Innsbruck hat eine Hofburg zu bieten, die absolut sehenswert ist! Ein Postkartenmotiv, dass Sie nicht verpassen sollten, sind die bunten Häuser in der Mariahilferstraße direkt am Inn vor einem Bergpanorama.

Dass es vom Stadtzentrum in Innsbruck in die Berge nur ein Katzensprung ist, muss ausgenutzt werden. Die Nordkettenbahn bringt Sie von der Congress Station im Stadtkern auf die Hafelekarspitze. Innsbruck ist mit dem Zug gut angebunden, in knapp zwei Stunden kommt man von dort nach München, auch einen kleinen Flughafen hat die Stadt.

Wer mehr Zeit hat, könnte nach Vorarlberg ins Brandnertal oder Lech weiterreisen, oder die Runde zurück nach Wien drehen und auf dem Weg in Kitzbühel, Salzburg und Hallstadt stoppen.

Der Roadtrip auf der Karte:

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