Nackt ist nicht gleich nackt

Was ist der Unterschied zwischen FKK und textilfrei?

Paar nackt am Strand
FKK-Liebhaber zeigen sich textilfrei. Sich textilfrei zu zeigen, bedeutet aber nicht, auch FKK-Anhänger zu sein
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Eigentlich könnte man meinen, dass „textilfrei“ gleichbedeutend ist mit Freikörperkultur. Dabei gibt es da einen Unterschied. TRAVELBOOK erklärt ihn.

FKK-Liebhaber in textilfreien Zonen

In Berlin gab es unlängst Aufregung um das Vabali Spa, weil Gäste explizit darum gebeten wurden, sich nur in den textilfreien Bereichen der Saunen und Pools nackt zu zeigen und außerhalb dieser Zonen einen Bademantel überzustreifen (TRAVELBOOK berichtete). Grund war, dass sich einige über die allzu große Freizügigkeit mancher Gäste echauffiert hatten, die auch außerhalb dieser Bereiche auf Kleidung verzichtet hatten. Es handelte sich um FKK-Fans, die die textilfreien Zonen als Einladung verstanden hatten, sich überall nackt zu bewegen. Dies ist im Vabali Spa jetzt nicht (mehr) erwünscht. Laut Jörg Schmidt, Sprecher des Landesverbands Freikörperkultur Berlin Brandenburg e.V., spiegele das Verhalten der Betreiber recht zutreffend den aktuellen Zustand diesbezüglich in unserer Gesellschaft wider. „FKK wird meistenteils mit Swingerclubs, wildem Sex und Ähnlichem assoziiert. Nacktheit ist in unserer Gesellschaft nach wie vor kein natürlicher Zustand und wird häufig noch als unanständig angesehen“, sagt Schmidt zu TRAVELBOOK.

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Textilfrei und FKK – eine Frage der Definition

„Die Bekleidung ist auf dem Vormarsch“, glaubt Hans-Jürgen Gensow vom Deutschen Sauna-Bund. Seiner Einschätzung nach „ist FKK eine Bewegung, die aufgrund gesellschaftlicher Umbrüche auf dem Rückzug zu sein scheint“. Und deshalb wird auch der Unterschied zwischen FKK und textilfrei plötzlich wichtig. Dass es einen gibt, bestätigt auch Gensow. Textilfrei beziehe sich eher auf bestimmte Bereiche bzw. Zonen, FKK hingegen erfordere eine Lebens- bzw. Grundhaltung, bei der man es vorziehe, sich komplett nackt im alltäglichen Kontext zu bewegen, erklärt er TRAVELBOOK. Mit anderen Worten: Nicht jeder, der sich textilfrei zeigt, ist auch ein FKK-Anhänger. Auch Jörg Schmidt sieht einen Unterschied: „Nacktbaden oder das Einrichten von textilfreien Zonen ist häufig leider auch nichts anderes als Schaulaufen für die, die sich ‚etwas mehr trauen‘.“ Aber mit dem FKK-Gedanken habe das häufig rein gar nichts zu tun. Die Freikörperkultur beschreibe „das Leben miteinander in gegenseitiger Achtung, Akzeptanz des Anderen bzgl. Alter, Aussehen, Gebrechen etc., aber auch das zwanglose Treiben von Sport ohne Leistungsdruck, dass Miteinander der Generationen“, erklärt Schmidt TRAVELBOOK.

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Frau am Strand

Textilfrei und FKK bedeutet zwar, dass man in beiden Fällen nackt ist – doch wo das eine möglich ist, muss das andere nicht erwünscht sein
Foto: Getty Images

Warum die Sauna textilfreie Zone ist

Laut Hans-Jürgen Gensow gilt die Nacktpflicht in Saunen aus hygienischen Gründen. Zudem sorge der Verzicht auf Textilien wie Bikini, Badehose oder -anzug dafür, dass der Schweiß beim Schwitzen besser verdunste. Deutschland orientiere sich dabei an den Finnen, die als Vorreiter beim Saunieren gelten und ebenfalls unbekleidet schwitzen.

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Fazit

Wer als FKK-Fan den Saunabesuch nutzen möchte, um seiner Leidenschaft nachzugehen, sollte sich vorher informieren, ob das dort toleriert oder, wie im Fall des Vabali Spa, nicht erwünscht wird.

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