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„Better Bahn“-App

Können Sie mit Ticket-Splitting Ihre Bahnfahrt wirklich günstiger machen?

Die Ticketpreise der Deutschen Bahn schwanken stark – mit dem Trick des Ticket-Splitting soll jetzt gespart werden
Die Ticketpreise der Deutschen Bahn schwanken stark – mit dem Trick des „Ticket-Splittings“ soll jetzt gespart werden Foto: Getty Images
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Delia Krumhaar
Werkstudentin

19. September 2025, 17:12 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Bahnfahren kann teuer werden – wer bei der Deutschen Bahn ein Ticket kaufen will, wundert sich schon gerne mal über die hohen Preise. Mit einem neuen Trick namens „Ticket-Splitting“ sollen teure Verkaufspreise bei der Bahn nun umgangen werden: Hier bucht man einfach zwei Teilstrecken statt einer Direktverbindung und kann auf unschlagbar günstige Preise kommen. Was es damit auf sich hat und welche Vorteile die „Better Bahn“-App haben soll – TRAVELBOOK klärt auf. Unsere Autorin testet selbst, ob das Ticket-Splitting wirklich funktioniert.

Der YouTuber und Softwareentwickler Lukas Weihrauch ist auf einen überraschenden Trick gestoßen, mit dem kostengünstige Bahntickets gebucht werden können. Der Trick besteht darin, dass eine Direktverbindung der Deutschen Bahn auf zwei oder mehr Teilstrecken aufgeteilt und getrennt gebucht wird. Es handelt sich dabei um denselben Zug und auch die gleiche Ankunftszeit am Hauptzielort. Hierfür designte Weihrauch eine App namens „Better-Bahn“, die gezielt vergünstigte Teilbuchungen finden soll. An der Zulassung scheitert es derzeit noch wegen fehlender Zustimmung der Deutschen Bahn.

Was ist Ticket-Splitting?

In seinem YouTube-Video erklärt Weihrauch anhand eines Beispiels, wie das Geldsparen per Ticket-Splitting, also getrennt vorgenommenen Buchungen für dieselbe Zugstrecke, funktionieren kann. Hier kostete die Direktverbindung 85,90 Euro. Der Betrag lag nach einer Aufteilung der Buchung über Bremen nur noch bei 23,50 Euro. Mit der Vergünstigung des Deutschlandtickets zahlte der YouTuber sogar nur 12,99 Euro. Somit ist die Fahrt für ihn um 84,9 Prozent günstiger.

Der Grund liegt in der komplexen und teilweise wenig transparenten Preisgestaltung der Deutschen Bahn: Einzelne Streckenabschnitte sind häufig in Sparpreisaktionen eingebunden oder werden günstiger angeboten.

„Better Bahn“-App

Durch einen Zuschauerkommentar kam Weihrauch auf die Idee, eine App für den Trick zu entwickeln, die automatisch sämtliche Verbindungen vergleicht und die günstigsten Angebote offenlegt. Dafür muss die App jedoch auf Schnittstellen der Deutschen Bahn zugreifen – und das ist ohne Genehmigung nicht erlaubt. Laut „Spiegel“ habe Weihrauch bereits zwei Anfragen an die Deutsche Bahn gesendet – ohne eine Antwort zu erhalten. Als sich der Spiegel bei der Bahn nach den Anfragen erkundigte, betonte diese, dass die „Better Bahn“-App das eigene Bahnnetz weder erweitern noch ergänzen würde. Die Deutsche Bahn dürfte kein Interesse daran haben, dass ihre Kunden auf Drittanbietern Geld an Ticketpreisen sparen. Wie es mit der Veröffentlichung der App also weitergeht, bleibt abzuwarten. Weihrauch verspricht weitere Updates auf seinem Kanal und hat den Quellcode der „Better Bahn“-App auf Github gestellt, sodass die Software genutzt werden kann – allerdings nur, wenn man sie selbst hostet.

Anwendung im DB Navigator

Auch ohne die „Better Bahn“-App können Nutzer im Navigator der Deutschen Bahn versuchen, durch Ticket-Splitting an vergünstigte Fahrpreise zu kommen. Durch Probieren können hier die Preise für Tickets auf verschiedenen Teilstrecken verglichen werden. Wie wahrscheinlich das ist und ob es wirklich funktioniert, probiert unsere Autorin im nächsten Schritt.

Risiken beim Ticket-Splitting treten dann auf, wenn man zwei verschiedene Züge separat bucht, um günstiger ans Ziel zu kommen. Einige Fahrgastrechte wirken hier im Vergleich zu einem durchgängig gebuchten Ticket nicht mehr. Wer jedoch den gleichen Zug in zwei verschiedene Tickets aufteilt, muss lediglich eine mögliche Änderung der Sitzplatzreservierung beachten und diese auch zweimal zahlen.

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Test: Wie gut funktioniert Ticket-Splitting?

Weihrauch zeigt in seinem Video, wie er durch die geteilte Buchung seines Zuges an einen erstaunlich niedrigen Ticketpreis kommt. Ob die „Better Bahn“-App eines Tages verfügbar sein wird, ist unklar. Ob das Ticket-Splitting dennoch funktioniert, probieren wir anhand eines Tests aus.

Test 1: Berlin HBF nach München HBF

  • Normalpreis:
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
  • Ticket-Splitting in Bamberg:
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
  • Gesamtpreis: 65,99 Euro + 35,99 Euro = 101,98 Euro

Dieser Preis wäre sogar um einiges teurer als die Buchung einer Direktverbindung, welche für Berlin nach München bei 65,99 Euro lag.

Test 2: Verbindung von Hamburg HBF nach Stuttgart HBF

  • Normalpreis:
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
  • Ticket-Splitting in Göttingen:
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn

Gesamtpreis: 35,99 Euro + 45,99 Euro = 81,98 Euro

Auch dieser Preis fällt höher aus als der Originalpreis von 55,99 Euro.

Test 3: Leipzig Hbf nach Frankfurt Hbf

  • Normalpreis:
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
  • Ticket-Splitting in Erfurt:
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
Screenshot: Deutsche Bahn
  • Gesamtpreis: 43,40 Euro + 55,99 Euro = 99,39 Euro

Alle guten Dinge sind drei: doch auch hier erhalten wir durch das Ticket-Splitting keinen günstigeren Preis, sondern zahlen sogar mehr.

Fazit

Das Endergebnis des Selbsttests liefert eher ein nüchternes Fazit, denn keine der Verbindungen in unserem Vergleich waren mit Ticket-Splitting preisgünstiger. Im Gegenteil: Der Gesamtpreis stieg an. Mitunter hängt es davon ab, ganz bestimmte Züge zu erwischen – und ein wenig Glück spielt ebenfalls eine Rolle. Die Suche kostet allerdings auch viel Zeit und Nerven. Wer sich also sicher sein will, dass er keine günstigere Alternative durch das Ticket-Splitting verpasst, sollte es selbst ausprobieren.

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