Mit seinem Deutschland-Start verfolgt Leo Express ein großes Ziel: Der tschechische Bahn-Anbieter will Städte in West- und Osteuropa enger miteinander verbinden. Die neue Strecke von Frankfurt über Prag bis nach Polen gehört mit mehr als 1300 Kilometern zu den längsten Direktverbindungen Europas. Sie verknüpft Metropolen, Kulturstädte und wichtige Wirtschaftszentren entlang einer einzigen Route.
Pünktlich zum Sommerstart transportierte Leo Express Ende Juni dieses Jahres erstmals Fahrgäste zwischen Frankfurt und Prag. Die schwarz-orangefarbenen Züge fahren vom Frankfurter Flughafen und Frankfurt-Süd über Leipzig und Dresden direkt in die tschechische Hauptstadt. Die Fahrzeit beträgt rund zehn Stunden – ganz ohne Umstieg. Zum Marktstart warben die Tschechen mit Tickets ab 9,90 Euro. Inzwischen liegen die Preise je nach Reisetag und Auslastung meist bei etwa 17,90 Euro für einen Sitzplatz in der Economy Class und rund 25 Euro in der Business Class. Wer die Nacht im Zug verbringen möchte, kann ab 37,50 Euro ein Bett im Schlafwagen buchen. Neben gemischten Abteilen gibt es auch spezielle Abteile für Frauen und Kinder.
Günstiger als DB – auch innerhalb Deutschlands
Selbst wenn die Einstiegspreise mittlerweile selten geworden sind, bleibt Leo Express auf vielen Strecken eine günstige Alternative zur Deutschen Bahn.
Der Leo Express kann aber auch als Alternative für Fahrten innerhalb Deutschlands interessant sein. Die Strecke Frankfurt-Dresden ist mit dem tschechischen Anbieter teilweise sogar 50 Prozent günstiger als mit dem ICE, dauert aber auch drei Stunden länger.
Prag dürfte für viele Reisende der Hauptgrund sein, in den neuen Zug zu steigen. Die tschechische Hauptstadt gehört mit ihrer Altstadt, der Karlsbrücke und der Prager Burg zu den beliebtesten Städtezielen Zentral-Europas. Doch die Reise muss dort nicht enden.
Denn die neue Verbindung ist Teil eines deutlich größeren Streckennetzes. Leo Express verbindet Prag mit zahlreichen weiteren Städten in Mittel- und Osteuropa. Besonders spannend sind die Verbindungen nach Polen und in die Slowakei. Über das Netz lassen sich unter anderem Krakau, Warschau und Bratislava erreichen. Für Urlauber eröffnen sich damit neue Möglichkeiten für Städtereisen und Rundreisen, die mehrere Länder miteinander verbinden.
Europa rückt auf der Schiene näher zusammen
Die Verbindung von Frankfurt nach Prag ist kein Einzelfall. Auch an anderer Stelle entstehen neue internationale Bahnangebote. Ein aktuelles Beispiel ist die neue Direktverbindung zwischen Prag, Berlin und Kopenhagen, die seit Mitte Juni in Betrieb ist. Von Berlin gelangt man in etwa 7 Stunden in die dänische Hauptstadt.
Das Projekt wird von der Deutschen Bahn, den Tschechischen Bahnen und der Dänischen Staatsbahn gemeinsam betrieben. Reisende können damit ohne Umstieg zwischen drei europäischen Hauptstädten reisen. Die Strecke gilt als erstes erfolgreich umgesetztes EU-Pilotprojekt für neue grenzüberschreitende Bahnverbindungen und soll den internationalen Bahnverkehr in Europa weiter stärken.
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