Die am dichtesten besiedelte Insel Europas ist nur knapp vier Quadratkilometer klein und hat etwas mehr als 10.000 Einwohner. Im Sommer schwillt die Bevölkerung noch um ein Vielfaches an, wenn die Touristen in Massen vor allem als Tagesbesucher kommen. Die Rede ist von Procida, einer malerischen Insel im Golf von Neapel in Italien.
Dicht an dicht reihen sich die bunt gestrichenen Häuschen auf Procida und scheinen sich regelrecht zu stapeln. Laut aktuellen Schätzungen der Website „citypopulation“ kommen auf der kleinen Insel 2.341 Menschen auf einen Quadratkilometer, was sie zur am dichtesten besiedelten Insel Europas macht.
Procida liegt zwischen dem Festland und ihrer größeren, bekannteren Schwesterinsel Ischia und ist vulkanischen Ursprungs. Die meisten Einwohner leben im Hauptort, der ebenfalls Procida heißt. Gerade die dichte Bebauung direkt an der lang gezogenen Bucht mit ihren vielen Fischerbooten macht Procida zu einer ganz besonderen Insel, wenngleich sie vor allem bei ausländischen Touristen noch relativ wenig bekannt ist.
Die Marina Corricella, der Hafen des Hauptortes Procida, ist ein beliebtes Fotomotiv Foto: Getty Images
Was es auf Procida zu sehen und zu tun gibt
Viele kommen nur für einen Tagesbesuch nach Procida. Zum Pflichtprogramm zählt für die meisten dann ein Besuch der Altstadt mit ihren engen Gassen und hübschen Läden. Von dort aus gelangt man auch schnell zu einem der schönsten Aussichtspunkte, von dem aus man über den Fischerhafen mit den pastellfarbenen Häusern blickt. Gleich nebenan befindet sich das historische Zentrum Terra Murata, und an der Spitze der Felszunge der imposante Palazzo d’Avalos, in dem laut der offiziellen Tourismusseite von Procida noch bis 1988 ein berüchtigtes Gefängnis untergebracht war.
Vorne im Bild: das ehemalige Gefängnis Palazzo d’Avalos, das spektakulär in den Felsen gebaut ist Foto: Getty Images
Etwas schicker geht es auf der gegenüberliegenden Seite der Insel im ehemaligen Fischerdorf Marina di Chiaiolella zu. In dem geschützten Jachthafen gibt es viele Restaurants und Bars; junge Leute flanieren abends an der Uferpromenade. In der Nähe gibt es auch einige schöne Strände. Wer etwas länger auf Procida bleibt, sollte unbedingt auch an einer geführten Tour auf die Insel Vivara teilnehmen. Sie ist über eine Fußgängerbrücke mit Procida verbunden und seit 2002 Naturschutzgebiet.
Urlauber, die Procida bereits besucht haben, schwärmen in den Bewertungen bei Tripadvisor von diesem Erlebnis. So schreibt einer: „Schon wenn man mit der Fähre auf Procida zufährt, ist man bereits völlig angetan von den bunten Häuserzeilen. Auch wenn viele Gebäude verfallen sind, kommt man sich vor, wie verzaubert. Wahrscheinlich macht das noch vorhandene Ursprüngliche die Insel so ungemein sympathisch“. Ein anderer schreibt: „Der Vorsatz, hier mal länger zu bleiben, ist gefasst. Authentischer als Capri, nicht so überlaufen, sympathische Restaurants und Cafés, die Farben – es hat uns uneingeschränkt gut gefallen.“
Wer die Insel besonders authentisch erleben will, sollte allerdings die Monate Juli und August möglichst meiden, denn dann teilt man sich deren kleine Fläche mit unzähligen anderen Touristen. Mai bis Mitte Juni oder Mitte September bis Oktober sind perfekt für einen Besuch auf Procida.
Anreise nach Procida
Nach Procida gelangt man zum Beispiel von Neapel oder Rom aus mit Fähren oder Tragflächenbooten. Von Ischia und Capri aus werden auch geführte Tagestouren auf die Nachbarinsel angeboten.
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