17. Februar 2026, 17:23 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn es um Hansestädte in Deutschland geht, denken viele direkt an Hamburg oder Bremen. Dabei gibt es noch sehr viel mehr Städte, die diesen Titel tragen bzw. zur historischen Hanse gehörten, abseits der Küste. TRAVELBOOK stellt 7 der schönsten und kaum bekannten Hansestädte in Deutschland vor.
Den Grundstein für die Hanse legten reisende Händler, die sich gegen Seeräuber schützen und ihre wirtschaftlichen Interessen verfolgen wollten. Das war bereits im 12. Jahrhundert. Während der Hochzeit waren mehr als 200 Städte rund um die Ostsee und im Binnenland Teil der Hanse. Ihr Einfluss reichte allerdings noch deutlich weiter. Es gab Handelsniederlassungen von Portugal bis Russland und von Finnland bis zum Mittelmeer, heißt es auf der Website des Internationalen Städtebunds Die Hanse. Mehr als 400 Jahre wurden Wirtschaft, Handel und Politik von der Hanse geprägt, bis sie dann Mitte des 17. Jahrhunderts an Bedeutung verlor.
1980 wurde dann der Internationale Städtebund Die Hanse gegründet. Auf der Website heißt es, dass damit das gemeinsame Erbe der Hansezeit neu belebt werden solle. Der Bund hat inzwischen fast 200 Mitglieder in 16 Ländern. Mitglied werden kann jede Stadt oder Gemeinde, die zur historischen Hanse gehörte. Heute geht es aber nicht mehr um die Durchsetzung historischer Interessen, sondern um den Austausch und die Zusammenarbeit.
Jahr für Jahr wird außerdem der Hansetag gefeiert, eine Tradition aus dem Mittelalter. Dieser wird immer von einer anderen Hansestadt veranstaltet.
Hansestadt Havelberg
Bereits seit 2008 ist Havelberg in Sachsen-Anhalt wieder amtliche Hansestadt. Das Besondere an Havelberg ist vor allem die Lage. Denn das Zentrum der Stadt liegt auf einer Insel. Neben mittelalterlichen Strukturen mit hübschen Trauf- und Giebelhäusern findet man dort auch einen Jachthafen, eine Werft, eine Campinginsel sowie Fahrgastschiffe und einen Bootsverleih.
Als Wahrzeichen der Stadt gilt der Dom Sankt Marien. Besonders schön ist der historische Salzmarkt mit seinen Fachwerkhäusern und der Atmosphäre der Altstadt. Ein echtes Highlight ist der Wasserfall Königsfließ. Dieser liegt zwar nicht direkt in Havelberg, aber in der Umgebung und ist somit ein schönes Ausflugsziel.
Hansestadt Herford
Herford war vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert eine Hansestadt – inzwischen trägt sie seit 2013 wieder diesen Titel. Die Stadt liegt in Nordrhein-Westfalen und gehörte im frühen Mittelalter zu einer der bedeutendsten Handelsstädte Westfalens. Gehandelt wurde vor allem mit Getreide, Bier und Leinen sowie anderen regionalen Waren. Besonders sehenswert sind heute die zahlreichen historischen Gebäude wie die Münsterkirche, das Frühherrenhaus oder auch der Jahrhundertbrunnen. Fachwerkhäuser und verwinkelte Gassen verleihen das typische Altstadt-Flair.
Hansestadt Salzwedel
Vor mehr als 750 Jahren begann die Geschichte der Hansestadt Salzwedel, die seit 2008 den Titel wieder offiziell trägt. Durch den Fluss Jeetze war die Stadt an die Elbe angebunden und damit auch an den nordeuropäischen Handel. Vertrieben wurden vor allem Holz, Metalle, Tierhäute, Getreide, Textilien und einige Lebensmittel.
Heute lohnt sich vor allem Salzwedels Altstadt für einen Spaziergang. Dabei läuft man über altes Kopfsteinpflaster vorbei an Fachwerkhäusern und der alten Stadtmauer. Vielen ist Salzwedel auch als Baumkuchenstadt bekannt. Denn bereits 1807 wurde dort das erste Mal nachweislich das feine Gebäck hergestellt.
Hansestadt Wismar
Wismar wird für den einen oder anderen nicht überraschend auf der Liste der Hansestädte sein – immerhin trägt die Stadt den Titel sogar im Kfz-Kennzeichen und liegt direkt an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern. Einen Besuch ist Wismar aber allemal wert. Galt einst das Wismarer Bier als Exportschlager, stehen heute andere Dinge im Fokus. So gehört die historische Altstadt seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders und wirtschaftlich von Bedeutung ist außerdem der Hafen. Am alten Hafen findet man außerdem zahlreiche Restaurants und Traditionsschiffe. Wismar gilt als eine der schönsten Städte der norddeutschen Backsteingotik.
Merseburg
Zwar ohne amtlichen Hansestadt-Titel, aber dennoch Teil des Städtebunds Die Hanse ist Merseburg im Süden Sachsen-Anhalts. Sie ist eine der ältesten Städte Mitteldeutschlands und trat im 15. Jahrhundert der Hanse bei. Im Merseburger Dom wurden außerdem die berühmten Merseburger Zaubersprüche entdeckt. Sie entstanden wohl im 9. oder 10. Jahrhundert und geben Einblicke in die vorchristliche Mythologie der Germanen.
Wer es lieber aktiv im Urlaub mag, kann mit dem Rad den Saale-Radweg entlangfahren. Auch Bootstouren und Kanufahrten sind auf der Saale möglich.
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Perleberg
Die Lage Perlebergs war ideal für den Handel. Handelsbeziehungen zu Wasser und zu Land reichten sowohl bis zur Nord- und Ostsee als auch bis nach Süddeutschland. Und auch heute verfügt Perleberg noch über einen historischen Stadtkern, der mittelalterliche Grundriss wurde weitgehend bewahrt. Der Turm der St. Jacobi-Kirche prägt außerdem die Silhouette der Stadt – von oben kann man über die ganze Prignitz blicken.
Quedlinburg
Auch wenn sie dem Hansebund nur kurz angehörte, ist Quedlinburg heute Teil des Städtebunds Die Hanse. Aufgrund der kurzen Mitgliedschaft von etwa 50 Jahren ist allerdings kaum etwas aus dieser Zeit erhalten. Dafür hat die UNESCO-Weltkulturerbestadt rund 1300 Fachwerkhäuser aus dem 8. Jahrhundert zu bieten. Hier können Sie nachlesen, was Sie noch in Quedlinburg erleben und sehen können.