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Tangermünde – das erwartet Sie in „Deutschlands schönster Kleinstadt“

Die TRAVELBOOK-Leser haben abgestimmt und Tangermünde zu „Deutschlands schönster Kleinstadt 2019“ gewählt. Damit auch alle, die diese Stadt bislang noch nicht kennen, einen Einblick bekommen, haben wir uns auf den Weg nach Tangermünde gemacht – und dort einiges über die Kleinstadt und ihre Bewohner gelernt.

Was macht Tangermünde so besonders? Nicht etwa, dass es sich um eine historische Kaiser- und Hansestadt handelt. Davon, sagt der parteilose Bürgermeister Jürgen Pyrdok, gäbe es in Deutschland viele. Nein, besonders sei Tangermünde wegen seiner etwa 11.000 Einwohner – und wegen der Tatsache, dass es die Kaiser- und Hansestadt in Deutschland sei, die am weitesten von allen Autobahnen entfernt ist.

Ruhig ist es hier tatsächlich in der Kleinstadt in Sachsen-Anhalt, die rund zwölf Kilometer von Stendal, der nächst größeren Stadt, entfernt ist. Von Berlin aus ist man in etwa anderthalb Stunden mit der Bahn hier. Zum einen, weil man sich an der historischen Altstadt, deren Fachwerkhäuser originalgetreu saniert wurden, kaum sattsehen kann. Zum anderen, wegen der Einwohner.

DAS ist Deutschlands schönste Kleinstadt

Tourismus und Alltag gehen hier Hand in Hand

Die Tangermünder sind so offen und herzlich gegenüber Besuchern, dass man sich sofort heimisch fühlt. Da gibt es den freundlichen Taxifahrer, der noch eine Runde extra fährt, um den perfekten Ort für den Start des Stadtrundgangs zu finden. Oder die Tangermünderin, die stolz berichtet, dass der Ort ja eigentlich den Grundstein für Berlin gelegt hätte, weil hier die Hohenzollern residierten, bevor sie nach Berlin umsiedelten. Diese Art, die eigene Stadt optimal zu vermarkten, könnte ihren Teil dazu beigetragen haben, dass Tangermünde nun den Titel „Schönste Kleinstadt Deutschlands 2019“ trägt.

Der Tourismus ist übrigens die größte Einnahmequelle, pro Jahr kommen circa 100.000 Urlauber. Im Ort gibt es acht Hotels und zwölf Pensionen, ein Schullandheim und 24 Ferienhäuser und Ferienwohnungen – dennoch sind schon Mitte Mai 2019 alle Unterkünfte für die kommende Weihnachtszeit ausgebucht. Doch wer nun glaubt, dass es sich bei Tangermünde um eine Art Freiluftmuseum ohne Leben handelt, täuscht sich.

Tatsächlich finden sich zwischen den Ferienwohnungen und Souvernir-Shops normale Bäckereien, Arztpraxen, Nagelstudios und Schulen. Das Leben geht in der Idylle seinen normalen Weg – nur kennt man sich hier eben länger und besser als in einer Großstadt. Vielleicht ist die Nähe zueinander auch deswegen so groß, weil die Tangermünder ein so eingeschworener Verein sind. „Nicht jeder, der in Tangermünde lebt, ist auch Tangermünder. Das ist man erst nach zwei oder drei Generationen“, sagt Regine Schönburg vom Tourismusverein. Umgekehrt bleibe man aber auch Tangermünder, wenn man wegziehe. Das sei gut, denn weggezogen seien über die Jahr so einige.

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Das Leben in Tangermünde blüht

Auch wenn die Stadt heute strahlt und es kaum noch den Anschein hat: Als Teil des neuen Bundeslandes Sachsen-Anhalt waren die vergangenen 30 Jahre auch für Tangermünde nicht leicht. „Nach der Wende sind natürlich sehr viele Menschen weggezogen“, berichtet Bürgermeister Pyrdok. Auch Arbeitsplätze fielen damals weg. Der Stadt ging es wie so vielen anderen Orten im Osten wirtschaftlich und demografisch schlecht.

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Doch: So schlimm wie befürchtet wurde es nie. Pyrdok sagt: „Uns wurden Trends gezeigt, nach denen immer mehr Menschen wegziehen würden. Doch seit einigen Jahren merken wir etwas Gegenteiliges: Die Einwohnerzahl stagnierte.“ Mittlerweile sei sogar ein Aufwärtstrend zu erkennen, und auch viele jüngere Tangermünder, die zum Studium weggezogen waren, kommen mit ihren Familien wieder in die Heimat zurück. Und die ist nun, mit ihrem neuen Titel, noch attraktiver geworden.

Überzeugen Sie sich selbst davon, ob Tangermünde seinen Titel zu Recht trägt – im Video!


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Anreise Tangermünde: 

  • Bahn: Mit dem ICE bis Stendal. Von dort mit der Regionalbahn bis Tangermünde Bahnhof.
  • Auto: A2 bis Ziesar, dann auf die B107 bis Tangermünde.

Nicht verpassen: 

  • Ein Essen in den „Exempel Gaststuben“ in der ehemaligen Schule. Probieren Sie auf jeden Fall das Kuhschwanzbier, eine Spezialität der Region. Woher kommt der Name? Seit Gründung der Stadt wurde dort auch Bier gebraut, und zwar aus dem Wasser des Flusses Tanger, der hier in die Elbe mündet. Doch entlang der Tanger hatten auch die Bauern ihre Weiden für die Kühe. Die Braumeister versuchten immer wieder, die Kühe vom Fluss zu vertreiben. Doch der Legende nach hing immer mindestens ein Kuhschwanz im Wasser – deswegen schmeckt das Tangermünder Kuhschwanzbier so würzig, wie es eben schmeckt.

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