2. Januar 2026, 16:58 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Ein neues Jahr bringt neue Regeln – das gilt auch für den Urlaub. 2026 hält für Reisende einige Änderungen bereit, die je nach Reiseziel erfreulich, ärgerlich oder schlicht neu sind. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen in verschiedenen Ländern weltweit.
Bulgarien
Ab 2026 können sich Urlauber in Bulgarien das Umtauschen von Bargeld sparen: Das Land am Schwarzen Meer übernimmt den Euro als offizielles Zahlungsmittel und verabschiedet sich von der bisherigen Währung Lew. Damit wird Bulgarien das 21. Mitglied der Eurozone. Kroatien war das bislang letzte Land, das 2023 den Euro eingeführt hat.
Wer noch Lewa – die Mehrzahl von Lew – von früheren Reisen besitzt, hat zwei Möglichkeiten: Bis Ende Januar 2026 kann in Bulgarien noch mit Lewa bezahlt werden. Danach verlieren sie den Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Der Umtausch in Euro bleibt in bulgarischen Banken auch nach dieser Frist weiterhin möglich. In Deutschland hingegen wird der Umtausch ab 2026 nicht mehr angeboten.
Großbritannien
Die elektronische Reisegenehmigung ETA („Electronic Travel Authorisation“) ist zwar bereits seit April 2025 für alle visumfreien Reisenden in das Vereinigte Königreich verpflichtend, wurde bislang jedoch nur selten überprüft. Das soll sich nun ändern: Nach Angaben der Regierung in London wird das System ab 25. Februar strikt umgesetzt. Fluggesellschaften müssen vor dem Boarding sicherstellen, dass Passagiere über eine gültige ETA verfügen.
Damit die Reisenden Zeit haben, sich umzustellen, heißt es aus London, habe man bisher auf strenge Kontrollen verzichtet. Die ETA ist an einen gültigen Reisepass gebunden, kostet 16 Pfund (rund 18 Euro) und wird am besten über die App „UK ETA“ beantragt. Sie gilt zwei Jahre und erlaubt mehrere Aufenthalte von jeweils bis zu 180 Tagen.
Italien
Entschädigung für Stau
Ab Juni 2026 will Italien Autofahrer für lange Staus auf gebührenpflichtigen Autobahnen entschädigen – allerdings nur, wenn Baustellen die Ursache sind. Bei Unfällen oder extremem Wetter bleibt eine Rückerstattung ausgeschlossen.
Die Verkehrsbehörde in Rom plant, dass Autofahrer schon entschädigt werden sollen, wenn die Fahrt auf einer Strecke von bis zu 50 Kilometern zehn Minuten länger dauert als üblich. Bei längeren Strecken setzt die Erstattung ab 15 Minuten Verzögerung ein. Bei einer Verspätung von mindestens drei Stunden gibt es die gesamte Maut zurück.
Ob auch ausländische Autofahrer diese Erstattung erhalten, ist derzeit noch unklar. Der ADAC weist darauf hin, dass Italien zu den teuersten Ländern Europas in Sachen Autobahngebühren zählt.
Erweiterte Eintrittsgebühr in Venedig
Wer Venedig 2026 besuchen will, muss an deutlich mehr Tagen eine Eintrittsgebühr zahlen. Die berühmte Lagunenstadt verlangt zehn Euro für Tagestouristen an 60 Tagen zwischen Anfang April und Ende Juli – ein Anstieg gegenüber 54 Tagen im Jahr 2025 und nur 29 Tagen zur Einführung 2024.
Frühbucher erhalten das Ticket für fünf Euro, wenn sie es mindestens drei Tage im Voraus kaufen. Übernachtungsgäste sind von der Eintrittsgebühr ausgenommen, sie zahlen stattdessen eine separate Kurtaxe.
Trevi-Brunnen kostet Eintritt
In Rom wiederum soll der Trevi-Brunnen ab 7. Januar zwei Euro Eintritt für Touristen kosten (TRAVELBOOK berichtete). Trotz Gebühr dürfte noch genug Kleingeld übrig bleiben – schließlich gehört es zur Tradition, eine Münze in den Brunnen zu werfen.
Deutschland
Reisende mit der Bahn können sich auf mehr Komfort beim Ticketkauf freuen. Die Deutsche Bahn plant, bis Ende 2026 Fahrkarten aller großen Bahnunternehmen der Nachbarländer direkt über ihre Plattformen „Bahn.de“ und die App „DB Navigator“ anzubieten.
Grundlage ist ein neuer Standard namens OSDM, der den Datenaustausch zwischen den Bahngesellschaften und Ticketverkäufern vereinfacht. Auch Rabattangebote ausländischer Bahnanbieter sollen dabei verfügbar sein. Erste Partner wie die österreichische ÖBB sind bereits eingebunden.
Niederlande
Bislang war das Freilichtmuseum Zaanse Schans nördlich von Amsterdam kostenlos zugänglich – doch das ändert sich ab April 2026. Der Zutritt soll künftig 17,50 Euro kosten, beginnend mit dem 1. April. Der Starttermin könnte sich jedoch noch verschieben, da praktische Fragen zur Umsetzung aktuell noch offen sind.
Die 1963 gegründete Anlage in Zaanstad zeigt historische Windmühlen und Holzhäuser, ergänzt durch Museen. 2024 kamen mehr als 2,6 Millionen Besucher. Laut Gemeinde ist das Eintrittsgeld notwendig, um den Fortbestand der Zaanse Schans zu sichern. Kritiker im Gemeinderat verweisen auf den zunehmenden Übertourismus.
USA
Ein Vorschlag der US-Grenzschutzbehörde CBP sorgt für Aufsehen: Künftig könnten Touristen bei der Einreise verpflichtet werden, ihre Social-Media-Inhalte der vergangenen fünf Jahre preiszugeben – etwa von TikTok, X oder Instagram.
Demnach müssen Einreisende den Grenzbeamten ihre Beiträge in sozialen Netzwerken wie Tiktok, X oder Instagram aus den vergangenen fünf Jahren zugänglich machen, falls die Regel in Kraft tritt. Das würde alle ESTA-Reisenden betreffen – also auch viele deutsche Urlauber.
Bereits 2025 hatte die US-Regierung unter Präsident Donald Trump mit politischen Entscheidungen für Verunsicherung gesorgt. 2026 dürfte die Lage nicht einfacher werden – dann steht in den USA, Kanada und Mexiko die Fußball-Weltmeisterschaft an.
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Spanien
Für Fahrzeuge mit spanischer Zulassung wird die sogenannte V16-Warnleuchte Pflicht. Dieses blinkende Lichtgerät wird bei Pannen oder Unfällen aufs Autodach gesetzt und sendet weithin sichtbares Licht – eine sicherere Alternative zum Warndreieck. Deutsche Autofahrer mit eigenem Wagen dürfen weiterhin das Warndreieck verwenden.
Wer aber 2026 einen Mietwagen in Spanien leiht, sollte darauf achten, dass der eine spezielle Akku-Warnleuchte an Bord hat und sich deren Gebrauch erläutern lassen, rät der ADAC.
Georgien
Reisende, die das Kaukasus-Land Georgien besuchen wollen, müssen bei der Einreise ab dem 1. Januar 2026 eine Kranken- und Unfallversicherung nachweisen können. Darauf macht das Auswärtige Amt aufmerksam.
Die Versicherung muss eine Mindestdeckungssumme von 30.000 Georgischen Lari (GEL) aufweisen – das sind umgerechnet knapp 10.000 Euro. Ein Nachweis muss bei der Einreise in englischer oder georgischer Sprache vorliegen, als Ausdruck oder digital. Außerdem muss ersichtlich sein, dass die Police die Zeit von der Ein- bis zur Ausreise abdeckt.