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Urlauber aufgepasst!

Ferienwohnung verlangt Ausweiskopie? So schützen Sie Ihre Daten vor Missbrauch

Urlaub Ausweiskopie
Oft muss man beim Buchen von Ferienunterkünften eine Ausweiskopie hochladen – doch hier ist Vorsicht geboten Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose
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Natalie Wetzel

30. Juli 2025, 10:51 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Vorfreude auf den Urlaub – doch plötzlich will der Vermieter eine Ausweiskopie? Was viele nicht wissen: Damit geben Reisende hochsensible Informationen preis, die bei Missbrauch schwerwiegende Folgen haben können. Wir erklären, wie man sich im Buchungsprozess sicher ausweist und dabei seine Daten schützt.

Immer mehr Ferienunterkünfte verlangen bereits vor der Anreise einen Identitätsnachweis – besonders bei Plattformen wie Airbnb ist eine Online-Verifizierung Pflicht. Zwar ist das Vorzeigen eines Ausweises oder Reisepasses beim Check-in im Urlaub üblich, doch die Weitergabe einer Ausweiskopie oder eines Fotos sollte wohlüberlegt sein. Denn damit geben Reisende laut einem Bericht von TECHBOOK mehr von sich preis, als oft notwendig ist.

Cyberangriffe auf Hotelketten, Mietwagenfirmen und Buchungsportale häufen sich. Dabei erbeuten Betrüger oft Ausweisdaten, mit denen sie falsche Identitäten aufbauen. In einigen Ländern genügt bereits eine Kopie eines Ausweisdokuments, um beispielsweise ein Konto zu eröffnen – ideal für Geldwäsche und andere Straftaten. Die Folgen trägt im schlimmsten Fall die Person, deren Daten missbraucht wurden.

Ausweiskopie für den Urlaub richtig unkenntlich machen

Wer trotz Sicherheitsbedenken eine Kopie des Ausweises übermitteln muss, sollte diese unbedingt bearbeiten. Bestimmte Daten dürfen und sollte man sogar schwärzen, um Missbrauch zu verhindern. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät: „Sensible und nicht benötigte Daten können Sie schwärzen. Dazu zählen etwa die Ausweisnummer, der Geburtsort und das Geburtsdatum, da diese in der Regel nicht benötigt werden. Doch auch Augenfarbe, Größe, Nationalität und Adresse können Sie schwärzen.“

Außerdem sollten auch die Zugangsnummer (CAN), die ausstellende Behörde, der Geburtsname, die Unterschrift und der Sicherheitsfaden unkenntlich gemacht werden – es sei denn, sie werden explizit verlangt.

Was gespeichert werden darf

Plattformen wie Airbnb benötigen für die Verifizierung ein offizielles Ausweisdokument, löschen dieses laut eigenen Angaben aber nach erfolgter Prüfung. In Deutschland dürfen nur bestimmte Institutionen wie Banken oder Versicherungen Ausweiskopien dauerhaft speichern.

Auch das Bundesinnenministerium stellt klar: „Ausweisdaten, die nicht zur Identifizierung benötigt werden, können und sollen auf der Kopie von der Ausweisinhaberin oder von dem Ausweisinhaber geschwärzt werden. Das gilt insbesondere für die auf dem Ausweis aufgedruckte Zugangsnummer sowie für die Dokumentennummer, sofern nicht gesetzliche Regelungen diese Angaben erfordern, zum Beispiel das Geldwäschegesetz.“

Werden hingegen ungewöhnlich viele persönliche Daten abgefragt, sollte man misstrauisch sein.

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Schwärzen bei Airbnb erlaubt – aber mit Einschränkungen

Auf der Website von Airbnb heißt es zur Identitätsprüfung: „Behördliche Ausweisdokumente, z. B. Reisepässe oder Führerscheine, sind offizielle Nachweise, die standardisierte Informationen wie den offiziellen Namen, das Geburtsdatum und ein Foto enthalten, mit denen wir bestätigen können, dass du bist, wer du angibst zu sein.“ Für deutsche Ausweise empfiehlt das Portal ausdrücklich, Serien- und Zugangsnummer zu schwärzen.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen sieht jedoch ein Problem: „Schwärzen Sie auch andere Daten, akzeptiert das Portal dies nicht. Der Nachweis Ihrer Identität scheitert und es droht die Stornierung gebuchter oder reservierter Unterkünfte.“ Dabei sind Angaben wie Geburtsort, Unterschrift oder körperliche Merkmale meist nicht erforderlich.

Schwärzen und Wasserzeichen nicht vergessen

Auf Smartphone oder PC lassen sich Ausweiskopien unkompliziert bearbeiten. Mittels Bildbearbeitungsprogrammen – wie Paint unter Windows oder Vorschau auf dem Mac – können Nutzer sensible Bereiche schwärzen. Ebenso wichtig: Ein sichtbares Wasserzeichen auf der Kopie. Dieses sollte Informationen wie den Verwendungszweck, das Datum und den Empfänger der Kopie enthalten.

Nur durch die Kombination aus Schwärzen und Wasserzeichen ist die Kopie eindeutig als solche gekennzeichnet – und bietet den bestmöglichen Schutz vor Datenmissbrauch.

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