18. November 2025, 12:29 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Indem sie sich als Touristen in Not ausgeben, versuchen Betrüger an Geld zu kommen. Die Masche ist weltweit bekannt und breitet sich nun auch immer mehr in Deutschland aus. Die Polizei warnt vor dem „Stranded Traveller Scam“.
Geld weg, Ausweis weg, Bankkarte weg – nicht auszumalen, wenn einem das ausgerechnet während einer Reise passiert. Denn damit ist nicht nur der Urlaub vor Ort in Gefahr, sondern auch die Rückreise. Hört man eine solche Geschichte, ist das Mitgefühl wahrscheinlich groß. Doch genau das nutzen dreiste Betrüger weltweit aus – und jetzt auch hierzulande. Die Betrugsmasche „Stranded Traveller Scam“ ist immer verbreiteter und zuletzt wurden Vorfälle in mehreren Bundesländern gemeldet.
Falsche Touristen nutzen Hilfsbereitschaft aus
Während Touristen gerne mal im Urlaub von Betrügern abgezockt werden, gehen die Kriminellen beim „Stranded Traveller Scam“ genau andersherum vor. Sie zocken keine Touristen ab, sondern geben sich selbst als solche aus. Ihren Opfern erzählen sie dann, dass sie sich in einer Notlage befinden, weil ihnen etwa der Geldbeutel oder die Papiere gestohlen wurden oder sie diese verloren hätten.
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Laut der Polizei NRW gehen die Betrüger dabei einzeln oder auch in Gruppen vor. Bei Letzterem geben sie sich dann meist als Verwandte aus, etwa als Vater und Sohn oder als Brüder. Ihre Opfer bitten sie, ihnen Bargeld zu leihen, das sie ihnen per Sofortüberweisung direkt zurückerstatten. Dazu öffnen sie in der Regel auch eine Banking-App – diese ist aber entweder nicht echt oder die Transaktion wird unbemerkt abgebrochen.
Geschädigte bemerken so meist erst zu spät, dass sie reingelegt wurden. Die falschen Touristen sind dann über alle Berge. In einem Fall in Kaiserslautern tauschten das Opfer und der Betrüger sogar die Handynummern aus, da das Geld nicht auf dem Konto angezeigt wurde. Doch nach wenigen Tagen kam keine Rückmeldung mehr von dem unbekannten Betrüger.
So kann man sich vor den Betrügern schützen
Die Polizei warnt vor den angeblichen Touristen und gibt Tipps, um sich vor solchen Trickbetrügern zu schützen. Die Polizeiliche Kriminalprävention erklärt, dass man stets wachsam sein und Abstand halten sollte, wenn man auf der Straße angesprochen wird. Außerdem sollte man nie einfach so Bargeld an eine fremde Person geben. Und auch persönliche Daten sollte man nicht herausgeben. Wichtig sei auch, dass man sich auch dann nicht auf die angeblichen Touristen einlasse, wenn diese einem anböten, das Geld direkt zurückzuüberweisen – auch, wenn man die Plattform kennt.
Fühlt man sich in einer Situation unwohl oder bedrängt, sollte man außerdem andere Passanten um Hilfe bitten oder im Zweifel auch die Polizei informieren.