TRAVELBOOK erklärt

Warum gibt es in manchen Ländern Linksverkehr?

Linksverkehr
Linksverkehr – für deutsche Autofahrer gewöhnungsbedürftig
Foto: Getty Images

Für die Deutschen ist es immer noch ein skurriles Phänomen: Der Linksverkehr bei unseren englischen Nachbarn. Doch nicht nur das Vereinigte Königreich, ein Drittel der Weltbevölkerung fährt auf der vermeintlich falschen Seite der Straße. TRAVELBOOK erklärt warum.

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Wie die „Süddeutsche“ berichtet, habe die Entwicklung des Linksverkehrs einen einfachen, in vergangenen Zeiten sehr praktischen Grund: Der Großteil der Bevölkerung war auch damals schon rechtshändig, trug also im Zweifelsfall ein Schwert auf der linken Seite, um vor dem Kampf besser ziehen zu können. Auch das Absteigen von einem Pferd erfolgte damals (wie heute übrigens auch) bevorzugt über die linke Seite, und am linken Straßenrand war man in diesem Fall so vor dem übrigen Verkehr geschützt. Kutscher wiederum saßen auf ihrem Kutschbock bevorzugt rechts, um mit ihrer schwingenden Peitsche die Passagiere nicht zu gefährden, fuhren deshalb aber aus Gründen der Übersicht bevorzugt auf der linken Straßenseite. Der Linksverkehr war also in damaligen Zeiten der wohlhabenderen Bevölkerung vorbehalten, die sich Pferde oder gar Kutschen leisten konnte – das Fußvolk ging zwangsweise rechts.

Napoleon setzte den Rechtsverkehr durch

Das änderte sich erst während der Französischen Revolution nach 1789, als der Politiker Robespierre per Gesetz den Rechtsverkehr für alle anordnete. Der Feldherr Napoleon schließlich machte das Ganze offiziell, indem er in allen von ihm eroberten Ländern einfach per Zwang den Rechtsverkehr erließ. Einige Ländern hielten dem Linksverkehr aber weiterhin die Treue und führten ihn nach Napoleons Machtverlust wieder ein, sodass es beispielsweise in Wien bis 1938 die vorherrschende Art zu fahren war, auf Island gar bis 1968.

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Es gibt mehrere Theorien, warum es Linksverkehr gibt. Eine geht darauf zurück, dass früher die Rechtshänder ihre Waffe zu Pferde natürlich mit der rechten Hand hielten und somit einen möglichen Angreifer auf der rechten Seite begegneten.

Klar ist aber: Das meiste sind nur Theorien, die exakte Herkunft des Links- bzw. Rechtsverkehrs lässt sich nicht genau bestimmen. Das bestätigt auch Bettina Gundler. Die Leiterin der Hauptabteilung Landverkehr des Deutschen Museums in München zu TRAVELBOOK: „Ganz lässt sich das nicht herleiten, das stichfest zu beweisen ist nicht möglich.“ Klar sei, dass es im 19./20. Jahrhundert, als der Verkehr an Bedeutung gewann, politische Absprachen gab und sich dabei dann der Rechtsverkehr hauptsächlich durchgesetzt hat.

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