Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Reisen trotz Corona-Pandemie

Hochinzidenzgebiete heißen jetzt Hochrisikogebiete – was bedeutet das für Urlauber?

Frau in Lissabon, Corona Portugal
Portugal steht mit vier anderen Ländern in Europa auf der Liste der Hochrisikogebiete – wie lange noch?Foto: Getty Images

In welchem Maße ein Land oder eine Region als Risikogebiet eingestuft wird, ist für Reisende in Corona-Zeiten von entscheidender Bedeutung. Denn schließlich sind mit der Einstufung jeweils andere Einreise- wie auch Rückreisebestimmungen verknüpft. Am 1. August ist nun die bisherige Kategorie „einfache“ Risikogebiete abgeschafft worden. Hochinzidenzgebiete heißen Hochrisikogebiete, die Kategorie der Virusvariantengebiete gibt es nach wie vor. Was aber bedeutet das für Urlauber? TRAVELBOOK klärt auf.

Das Coronavirus hat die Welt seit Anfang 2020 fest im Griff. Ende des vergangenen Jahres kamen Virusmutationen hinzu, die die Bekämpfung der Pandemie noch einmal erschweren. Die Bundesregierung unterteilte die Welt in der Folge 2020 zunächst in Risiko- und Nicht-Risikogebiete. Anfang 2021 kamen zwei weitere Kategorien hinzu: Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete oder „besondere Risikogebiete mit einem besonders hohen Infektionsrisiko“. Seit dem 1. August werden Risikogebiete nur noch in zwei Kategorien ausgewiesen: Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete. Die Kategorie der „einfachen“ Risikogebiete ist entfallen. Jede Kategorie ist mit Einschränkungen für Reisende verbunden. Welche Regeln für Rückkehrer aus Hochrisikogebieten und Virusvarientengebieten gelten, lesen Sie in diesem Artikel.

Nur noch zwei Kategorien bei der Risikobewertung von Ländern

Seit Inkrafttreten der geänderten Corona-Einreiseverordnung am 1. August 2021 gibt es nur noch zwei Kategorien bei der Risikobewertung von Ländern: Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete. Die Kategorie Risikogebiet für Sieben-Tage-Inzidenzen ab 50 wurde gestrichen. Um zusätzliche Sicherheit zu schaffen, müssen auch Geimpfte und Genesene bei der Einreise aus Virusvariantengebieten einen Test vorlegen. Hintergrund sind Fälle, in denen sich vollständig Geimpfte dennoch mit dem Corona-Virus angesteckt hatten. Derzeit gelten etwa Brasilien und Uruguay als Virusvariantengebiete, für die dann eine vierzehntägige Quarantänepflicht nach Einreise gilt.

Das Entfallen der Kategorie der „einfachen“ Risikogebiete bedeutet jedoch nicht, „dass für diese Gebiete kein Risiko mehr besteht. Es besteht vielmehr weltweit ein relevantes erhöhtes Infektionsrisiko“, erläutert das RKI die auf seiner Webseite. Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens könne es erforderlich sein, dass sehr kurzfristig neue Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete ausgewiesen würden.

Wie unterscheiden sich Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete?

Hochrisikogebiete

Hochrisikogebiete sind Risikogebiete mit einem besonders hohen Aufkommen von Coronafällen. Regionen werden als Hochrisikogebiete eingestuft, wenn die Inzidenz bei über 200 liegt. In einem zweiten Schritt wird laut RKI „anhand weiterer qualitativer und quantitativer Kriterien“ festgestellt, ob trotz eines Unter- oder Überschreitens der Inzidenz ein besonders erhöhtes bzw. nicht besonderes erhöhtes Infektionsrisiko begründet ist.

Virusvarianten-Gebiete

Die Kategorie der Virusvariantengebiete hat weniger mit Inzidenzwerten als viel mehr der Form des Coronavirus zu tun. Dabei geht es um Mutationen, vom RKI sogenannten „besorgniserregenden Virusvarianten (variants of concern, VOC)“. Aktuell sind das die zuerst in Großbritannien aufgetretene Variante B.1.1.7 (Alpha), die indische Mutation B.1.617.2 (Delta), die sich derzeit in vielen Ländern wie auch Deutschland ausbreitet, die erstmals in Südafrika nachgewiesene Virusvariante B.1.351 (Beta) sowie P.1 (Gamma), die zuerst im brasilianischen Bundesstaat Amazonas auftauchte. Für Staaten, in denen sich die Virusmutationen verbreiten, besteht ein Beförderungsverbot seitens der Bundesregierung. Das heißt, Einreisen aus diesen Ländern sind nur für Deutsche und in Ausnahmefällen erlaubt.

Auch interessant: Bundesländer-Übersicht – Die Corona-Regelungen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Die Einstufung der Virusvariantengebiete und das damit verbundene Beförderungsverbot werfen Fragen auf, seit sich die Mutationen auch in Deutschland verbreiten. Aktuell ist es gerade die indische Variante B.1.617.2 (Delta), die sich besonders in den vergangenen Wochen auch in anderen europäischen Ländern massiv ausgebreitet hat.

Wann werden Länder von der Liste der Virusvarianten-Gebiete gestrichen?

„Allgemein kann man sagen, dass die Faktoren, die zu einer Einstufung als Virusmutationsgebiet führen, vielfältig sind und sich nicht allein – zwar insbesondere, aber nicht allein – auf das Infektionsgeschehen beziehen“, sagte Markus Lammert, Pressesprecher des Bundesinnenministeriums, in der Regierungspressekonferenz am 19. Februar 2021. Seinen Aussagen zufolge müssen „Maßnahmen innerhalb der betroffenen Staaten und auch grenzüberschreitende Gegenmaßnahmen, die getroffen werden könnten“ in Betracht gezogen werden. Lammert: „Das ist also ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren.“

Themen