Muster-Verordnung verabschiedet

Neue Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer ab 8. November

Wer aus einem Corona-Risikogebiet zurück nach Deutschland reist, sollte einen Corona-Test machen und sich in Quarantäne begeben
Wer aus einem Corona-Risikogebiet zurück nach Deutschland reist, sollte einen Corona-Test machen und sich in Quarantäne begeben
Foto: Getty Images

Wer eine Reise in ein Corona-Risikogebiet unternommen hat, sollte wissen, was das für die Rückkehr nach Deutschland bedeutet – zum Beispiel, ob man sofort und – falls ja – wie lange man in Quarantäne muss. Am Mittwoch hat das Bundeskabinett eine neue Muster-Quarantäneverordnung beschlossen. TRAVELBOOK erklärt, was es damit auf sich hat.

Für Rückkehrer aus ausländischen Corona-Risikogebieten sollen ab 8. November neue Quarantänevorschriften gelten. Einzelheiten regelt die am Mittwoch (15.10.) vom Bundeskabinett beschlossene neue Muster-Quarantäneverordnung. Diese sieht u. a. eine zehntägige Quarantänepflicht für alle Ein- und Rückreisenden aus Risikogebieten außerhalb Deutschlands vor. Die Quarantäne darf vorzeitig beendet werden, wenn der oder die Betreffende durch ein negatives Testergebnis nachweisen kann, dass er/sie nicht mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert ist. „Dieser Test darf aber frühestens am fünften Tag nach der Einreise durchgeführt werden und muss nach der Testung zehn Tage aufbewahrt sowie der zuständigen Behörde auf Verlangen unverzüglich vorlegt werden“, heißt es auf der Webseite der Bundesregierung.

Die Bundesregierung weist darauf hin, dass die neue Muster-Quarantäneverordnung lediglich eine „gemeinsame Arbeitshilfe für alle Länder“ darstellt, auf deren Grundlage diese dann eigene, entsprechende Regelungen festlegen. Gleiches gelte auch für den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Regeln. Hintergrund ist, dass Vorschriften zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende aus Risikogebieten außerhalb Deutschlands in die Zuständigkeit der Länder fallen.

Ausnahmen von der Quarantänepflicht

Was die Test- und Quarantänepflicht betrifft, sieht die Muster-Verordnung auch Ausnahmen vor, u. a. für im Rahmen des Grenzverkehrs Reisende bis zu 24 Stunden Aufenthalt, Grenzpendler, die „nachweislich zwingend notwendig berufs-/studien- oder ausbildungsbedingt in/aus ein-/em Risikogebiet einreisen“, Durchreisende, sofern sie das Gebiet auf dem schnellsten Weg verlassen sowie Besuche aus familiären Gründen (u. a. Verwandte 1. Grades) bis zu 72 Stunden Aufenthalt.

Derzeitige Quarantäne-Regelungen

Bis neue Quarantäne-Regelungen wirksam werden, gilt, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten einen negativen Corona-Test vorlegen oder sich direkt nach Ankunft nach Hause – oder an Ihren Zielort – begeben und zwei Wochen lang isolieren müssen. Das Corona-Testergebnis dürfe höchstens 48 Stunden alt sein. Außerdem müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden, schreibt das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Webseite.

Die Gesundheitsämter mancher Bundesländer wie beispielsweise Berlin haben auf ihren Webseiten sogenannte „Onlineformulare für Reiserückkehrer_innen“ aus Risikogebieten bereitgestellt. Diese müssen auch im Falle eines negativen Testergebnisses ausgefüllt und an das zuständige Gesundheitsamt geschickt werden. Das Formular beinhaltet neben mehreren Pflichtfeldern (u. a. Angaben zur Person und zur Reise) auch einen Upload-Button für den Labor-Befund. Sollte das Testergebnis noch nicht vorliegen, muss dieses schnellstmöglich unter Angabe des Vor- und Nachnamens per E-Mail nachgereicht werden.

Der Test kann in vielen Ländern entweder vor der Abreise Richtung Deutschland gemacht werden oder nach der Einreise in Deutschland, entweder am Flughafen oder in Wohnortnähe (nähere Informationen dazu gibt es unter der Telefonnummer 116 117). Fällt der Test positiv aus, ist „in jedem Fall eine zweiwöchige Quarantäne notwendig. Wichtig ist: Bis das Testergebnis vorliegt, müssen Sie sich an die Quarantäne-Regeln halten“, schreibt das Bundesgesundheitsministerium weiter.

Was bedeutet überhaupt Corona-Risikogebiet?

Eine stets aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete gibt das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) heraus. Derzeit gelten u. a. Spanien, Dänemark und der Großteil Frankreichs als Risikogebiete. Für diese und weitere Länder und Regionen wurden Reisewarnungen ausgesprochen.

Die Regelungen der europäischen Urlaubsländer im Überblick

Auch Teile Kroatiens, Irlands und Ungarns stehen auf der aktuellen Liste der Corona-Risikogebiete des Robert Koch-Instituts (RKI). Als solche ausgewiesen werden sie vom Auswärtigen Amt (AA), dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und dem Bundesministerium für Inneres (BMI). Grundsätzlich ist eine Reisewarnung kein Reiseverbot. Die Reisewarnung ist ein dringender Appell des Auswärtigen Amtes (AA), von einer Reise in ein Land abzusehen.

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Was sollte man generell zum PCR-Test wissen?

Ein negativer PCR-Test bedeutet, dass zum Zeitpunkt des Abstrichs keine Viren in der entsprechenden Menge nachgewiesen wurden. Dadurch ist aber etwa nicht ausgeschlossen, dass man sich kurze Zeit vor dem Abstrich noch mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte – und man kann sich natürlich auch nach dem Test jederzeit infizieren.

Corona-Test

Bitte einmal Mund auf: Mit einem Corona-Test können Reiserückkehrer aus Risikogebieten unter Umständen eine Quarantäne vermeiden
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Zu beachten ist auch: Von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung können beim Sars-CoV-2-Virus 1 bis 14 Tage vergehen – im Mittel 5 bis 6 Tage, erläutert das Portal Infektionsschutz.de, das die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betreibt.

Wichtig zu wissen: Wer Krankheitszeichen hat, ist ansteckend. Doch ein Übertragungsrisiko besteht den Angaben nach schon zwei Tage vor Auftreten der Symptome – und einen Tag vorher sei es am höchsten. Ein negativer PCR-Test ist somit kein Freifahrtsschein. Wer also Tage danach doch Symptome zeigt, sollte rasch das Gesundheitsamt informieren, sich isolieren und erneut auf das Virus testen lassen.

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