5. Dezember 2025, 17:14 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Alleinlage, Meerblick und ein Hauch historischer Marinenostalgie: Auf der Ostseeinsel Rügen ist mit einer alten Wetterstation eine außergewöhnliche Immobilie unter den Hammer gekommen. Das Ergebnis überraschte selbst erfahrene Auktionatoren. Ein regelrechtes Bietergefecht trieb den Preis deutlich über die Erwartungen hinaus.
Die ehemalige Wetterstation am Kap Arkona, einem der bekanntesten Orte auf Rügen, ging bei der Winterauktion der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG (NDGA) für 462.000 Euro an einen neuen Besitzer. Damit lag das Höchstgebot deutlich über dem ursprünglichen Mindestgebot von 179.000 Euro, wie BILD berichtet. Das Auktionshaus teilte am Mittwoch mit, dass sich „ein wahres Bietergefecht“ entwickelt habe.
Das Backsteingebäude mit Blick auf die Ostsee befindet sich in direkter Nähe zu den Leuchttürmen am Kap Arkona. Es steht auf einem 3300 Quadratmeter großen Grundstück. Das historische Haus wurde vor rund 120 Jahren von der Kaiserlichen Marine errichtet.
Enorme Nachfrage – fast 400 Exposés angefordert
Die Immobilie in Einzellage hatte vorab großes Interesse ausgelöst. Makler Heiko Jacobi, der die Besichtigungen im Auftrag der NDGA durchführte, erklärte im Vorfeld gegenüber BILD: „Fast 400 Exposés wurden bisher angefordert.“
Wer das Gebäude ersteigert hat, bleibt aus Datenschutzgründen geheim. Klar ist allerdings: Der Käufer muss umfangreich investieren. Das rund 600 Quadratmeter große Haus mit insgesamt vier Wohneinheiten steht seit Jahren leer. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte seine Mitarbeiter bereits vor längerer Zeit abgezogen und durch eine automatische Station ersetzt, die sich auf demselben Gelände befindet.
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Küstenlage macht Immobilie besonders attraktiv
Der Blick von der Steilküste auf die Ostsee ist einer der Gründe für das starke Interesse: Von der Immobilie aus bietet sich ein 180-Grad-Panorama über das Meer, und die Entfernung zur Steilküste beträgt nur etwa 100 Meter. Zudem sendet der NDR von diesem Standort bis heute regelmäßig Wetterberichte.
Ein Teil der Immobilie ist jedoch weiterhin für eine Nutzung durch den Wetterdienst vorgesehen. So möchte der DWD eine der vier Wohneinheiten in dem zweistöckigen Gebäude gern vom späteren Eigentümer anmieten, so Jacobi. Laut Exposé ist hierfür bereits eine Netto-Jahresmiete von 11.547 Euro vereinbart.
Potenzial für Ferienwohnungen
Die Gemeinde hatte Offenheit für neue Nutzungsmöglichkeiten signalisiert. Eine Änderung des Bebauungsplans zur Schaffung von Ferienwohnungen sei möglich – durchaus sinnvoll angesichts der hohen Besucherzahlen auf Deutschlands größter Insel.
Die Versteigerung verspricht also nicht nur einen neuen Eigentümer für ein historisches Küstengebäude, sondern möglicherweise auch frischen Wind für ein in den Dornröschenschlaf gefallenes Objekt mit maritimem Flair. Ob der neue Besitzer an einer touristischen Nutzung interessiert ist, wird sich jedoch erst noch zeigen.
Die Wetterstation war laut BILD eine von insgesamt 22 Immobilien, die bei der NDGA-Winterauktion aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein angeboten wurden. Nach Angaben des Auktionshauses fanden 16 Objekte einen neuen Eigentümer, der Gesamterlös lag bei 2,9 Millionen Euro.

